Dieses Video wurde am 13.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Am 13. August 2026 jährt sich der Mauerbau zum 65. Mal. Der Historiker Sven Felix Kellerhoff, Experte für Zeit- und Kulturgeschichte bei der WELT, zieht zum Mauerbau-Jahrestag eine ernüchternde Bilanz: Trotz der Überwindung der deutschen Teilung und eines demokratischen Aufschwungs in den 1990er Jahren befinde sich die Gesellschaft auf einem besorgniserregenden Rückweg. Extremismus von links wie rechts bedrohe erneut die demokratische Mitte.
Vom Mauerfall zum Rückschritt: Eine historische Bilanz
Nach dem Ende der deutschen Teilung erlebte Deutschland einen bemerkenswerten Aufstieg: Demokratie, Rechtsstaat und wirtschaftliche Prosperität prägten die 1990er Jahre und — trotz der Terroranschläge — auch die frühen 2000er. Doch Kellerhoff sieht diese Errungenschaften heute unter Druck.
Die politischen Verhältnisse kehrten sich zunehmend um, so der Historiker. Extremismen von beiden Seiten nähmen die demokratische Gesellschaft erneut in die Zange — ein Zustand, den er als „sehr bedenklich” bezeichnet.
Besonders augenfällig wird dies im Ost-West-Gefälle: Umfragen zeigen, dass Ostdeutschland politisch deutlich anders denkt als der Westen. Anstehende Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und der Hauptstadt Berlin machen diese Spaltung sichtbar.
Demokratie leidet an ihren eigenen Erfolgen
Das Phänomen der wachsenden Demokratieskepsis beschränkt sich nicht auf Deutschland. Kellerhoff beobachtet es ebenso in anderen europäischen Ländern und in den USA — etwa mit der MAGA-Bewegung in Frankreich und Amerika. Die Ursache sieht er in einem paradoxen Mechanismus:
- Noch nie lebten so viele Menschen in materiellem Wohlstand wie in den Jahrzehnten vor der Corona-Pandemie.
- Die Demokratie verlangt ihren Bürgern jedoch Komplexität und Kompromissbereitschaft ab — einfache Lösungen gibt es nicht.
- Viele Menschen verlieren dadurch das Vertrauen in demokratische Systeme, ohne zu wissen, was sie sich als Alternative wünschen.
- Links- wie rechtsextreme Strömungen nutzen diese Orientierungslosigkeit gezielt aus.
Wer die historischen Alternativen zur Demokratie nicht kenne, so Kellerhoff, laufe Gefahr, das Erreichte leichtfertig aufzugeben.
Historisches Wissen als Gegenmittel
Als Historiker sieht Kellerhoff in einer intensiven Beschäftigung mit der Vergangenheit einen wesentlichen Schritt zur Stärkung der Demokratie. Wer die Geschichte kenne, könne Maßstäbe für Gegenwart und Zukunft entwickeln.
Berechtigter Ärger über Politiker oder Regierungen rechtfertige es nicht, Demokratie und Rechtsstaat als Gesamtsystem infrage zu stellen. Genau das sei jedoch die Versuchung, der derzeit viele Wählerinnen und Wähler erlägen — in Deutschland wie international.
Für das Bildungssystem leitet Kellerhoff daraus eine klare Forderung ab: Geschichte und politische Bildung müssen gestärkt werden, damit Bürgerinnen und Bürger die Vorteile der Demokratie erkennen und verteidigen können.
65 Jahre Mauer: Ein Datum mit Gegenwartsbezug
Der 65. Jahrestag des Mauerbaus ist mehr als ein Datum der Erinnerung. Er mahnt daran, wohin politischer Extremismus und staatliche Willkür führen können. Die Berliner Mauer stand 28 Jahre als Symbol der Unfreiheit — ihr Fall 1989 galt als Versprechen für eine bessere Ordnung.
Dass dieses Versprechen heute in Teilen der Bevölkerung nicht mehr als eingelöst gilt, ist für Kellerhoff das eigentliche Problem des Jubiläums. Die politische und gesellschaftliche Herausforderung besteht darin, das demokratische Fundament nicht nur zu verteidigen, sondern seinen Wert neu erfahrbar zu machen — bevor die Geschichte sich wiederholt.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.


