Dieses Video wurde am 13.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Goldpreis erlebt eine bemerkenswerte Erholung: Nach einer ausgedehnten Schwächephase, die das Edelmetall trotz Krieg und Inflation unter Druck gesetzt hatte, arbeitet es sich nun deutlich vom Tief bei rund 4.000 Dollar nach oben. Gleichzeitig erklimmt der DAX neue Rekordmarken jenseits der 26.000-Punkte-Schwelle, während Bitcoin in einer engen Seitwärtsspanne feststeckt. Marktanalyst Martin Utschneider ordnet die charttechnischen Aussichten für alle drei Anlageklassen ein.
Goldpreis: Bodenbildung abgeschlossen, Kurs auf 4.600 Dollar
Beim Gold hat sich aus charttechnischer Sicht eine klassische Untertassen-Formation herausgebildet. Im Bereich zwischen 4.000 und 4.200 Dollar hat das Edelmetall eine solide Bodenbildung vollzogen und dabei wichtige Widerstandsmarken überwunden. Trend-Folgeindikatoren sind wieder in den positiven Bereich gedreht – ein Signal, das Analysten als Bestätigung einer nachhaltigen Trendwende werten.
Das nächste charttechnische Kursziel liegt bei 4.600 Dollar. Nach einer belastenden ersten Jahreshälfte scheint der Markt nun einen tragfähigen Boden gefunden zu haben. Gold erfüllt damit wieder seine klassische Rolle als Krisenwährung – wenngleich mit Verzögerung gegenüber den geopolitischen Auslösern.
Silber hängt hinterher – Geduld gefragt
Beim Silber ist die Lage differenzierter. Nach einer euphorischen Rally im Vorjahr folgte ein deutlicher Absturz. Zwar zeigt sich auch hier eine Erholungstendenz, doch Trend-Folgeindikatoren haben noch nicht in den positiven Bereich gedreht – anders als beim Gold.
Ein entscheidender Unterschied: Silber ist zugleich ein Industriemetall, was es konjunkturellen Schwankungen stärker aussetzt. Die 200-Tageslinie bei rund 72 Dollar dürfte vorerst als Deckel wirken. Anleger sollten beim Silber noch etwas Geduld mitbringen, bevor klare Kaufsignale vorliegen.
- Gold: Trend-Folgeindikatoren positiv, Kursziel 4.600 Dollar
- Silber: Erholung läuft, aber Indikatoren noch nicht bestätigt
- Silber leidet zusätzlich unter schwacher Industrienachfrage
- 200-Tageslinie bei ~72 Dollar als technischer Widerstand
DAX bricht durch 26.000 Punkte – Weg nach oben frei
Beim deutschen Leitindex ist charttechnisch ein Knoten geplatzt: Die psychologisch und technisch bedeutende Marke von 26.000 Punkten wurde nachhaltig überwunden. Lang-, mittel- und kurzfristige Trends zeigen nun allesamt nach oben – eine seltene Konstellation, die Analysten als starkes Kaufsignal werten.
Als nächste Orientierungsmarken gelten Fibonacci-Retracement-Zonen im Bereich von 27.000 bis 27.500 Punkten. Das frühere Allzeithoch stellt dabei den nächsten nennenswerten Widerstand dar. Rückenwind erhält der DAX auch von einem nachgebenden Ölpreis: Steigende US-Rohölvorräte und eine gesenkte OPEC-Nachfrageprognose für 2026 drücken die Energiekosten – ein positiver Faktor für das Börsenklima. Der DAX legte zuletzt um rund 0,6 Prozent zu.
Bitcoin: Seitwärtsbewegung ohne Ende in Sicht
Das sogenannte digitale Gold Bitcoin präsentiert sich dagegen wenig dynamisch. Die Kryptowährung pendelt zwischen 57.000 und 67.000 Dollar – eine vergleichsweise enge Spanne für einen Markt, der in der Vergangenheit für extreme Ausschläge bekannt war. Weder nach oben noch nach unten zeigen sich ausgeprägte Impulse.
Charttechnisch sieht Utschneider derzeit keine Signale, die auf eine baldige Aufwärtsbewegung hindeuten – aber auch keine massiven Abverkaufstendenzen. Der Bitcoin befindet sich in einer Phase der „sauren Gurkenzeit”: eingepfercht, ohne erkennbaren Ausbruchswillen.
Während Gold als klassische Krisenwährung wieder an Glanz gewinnt und der DAX neue Rekorde schreibt, bleibt Bitcoin das Sorgenkind unter den großen Anlageklassen. Ob der digitale Vermögenswert zu alter Dynamik zurückfindet, hängt wesentlich davon ab, ob frische Impulse – regulatorischer, makroökonomischer oder marktstruktureller Natur – die festgefahrene Seitwärtsrange aufbrechen können.
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