Dieses Video wurde am 19.08.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Folgen des Krieges im Nahen Osten machen sich in den ärmsten Regionen der Welt bemerkbar – auch am Tonle Sap See in Kambodscha. Explodierender Treibstoff verteuert dort den Alltag der Fischerfamilien dramatisch. Für Kinder wie die 13-jährige Suus Reinig wird der tägliche Schulweg mit dem Boot zur finanziellen Unmöglichkeit. Hilfsorganisationen warnen: Steigende Lebenshaltungskosten gefährden weltweit die Bildungschancen von Millionen Kindern – vor allem von Mädchen.
Wenn der Schulweg unbezahlbar wird
In der schwimmenden Gemeinde Kampong Prah gibt es keine Straßen. Das Boot ist die einzige Verbindung zur Außenwelt – und damit der einzige Weg zur Schule. Jeder Liter Benzin, der teurer wird, reißt eine empfindliche Lücke in das ohnehin knappe Budget der Fischerfamilien.
Suus Reinig ist 13 Jahre alt und träumt davon, eines Tages Lehrerin zu werden. Doch wenn das Geld nicht reicht, muss sie ihrer Mutter beim Feuerholzschlagen im Unterholz oder beim Schuften auf den Pfefferfeldern helfen. Sie berichtet, dass sie Angst hat, den Anschluss an ihre Klasse zu verlieren – eine Angst, die viele Kinder in der Region teilen.
Auswirkungen des Nahostkonflikts auf Entwicklungsländer
Der anhaltende Krieg im Nahen Osten treibt die globalen Energiepreise in die Höhe. Was in wohlhabenderen Ländern vor allem als Kostenfaktor an der Tankstelle spürbar ist, hat in armen Regionen wie dem ländlichen Kambodscha weitreichende soziale Folgen.
Die gestiegenen Treibstoffkosten belasten nicht nur die Mobilität, sondern auch die Fischerei als Haupteinnahmequelle vieler Familien am Tonle Sap See. Weniger Einkommen bedeutet weniger Geld für Schulgebühren, Unterrichtsmaterialien und eben den Schulweg.
- Treibstoffpreise am Tonle Sap See sind seit Beginn des Nahostkonflikts stark gestiegen.
- Fischerfamilien haben kaum finanzielle Rücklagen, um Preissteigerungen abzufedern.
- Mädchen sind überdurchschnittlich häufig von Schulabbrüchen betroffen.
- Hilfsorganisationen registrieren sinkende Einschulungsquoten in betroffenen Regionen.
Schulen schlagen Alarm
Die örtliche Grundschule in Kampong Prah versucht mit Spenden und Förderkursen gegenzusteuern. Doch die Lehrerinnen und Lehrer berichten, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler wegen der hohen Kosten zu Hause bleiben. Die Schülerzahl sinkt spürbar.
Laut Hilfsorganisationen drohen die steigenden Lebenshaltungskosten weltweit Millionen von Kindern die Bildungschancen zu rauben. Besonders gefährdet sind Mädchen in ländlichen Armutsregionen, da sie bei finanziellen Engpässen häufiger als Jungen aus der Schule genommen werden, um zur Familienarbeit beizutragen.
Bildung als Schlüssel – und als erstes Opfer der Armut
Das Beispiel Kambodschas zeigt exemplarisch, wie globale politische und wirtschaftliche Krisen in weit entfernten, verwundbaren Gesellschaften ankommen. Bildung gilt international als wichtigstes Mittel zur Armutsbekämpfung – doch sie ist oft das Erste, was arme Familien unter Druck aufgeben müssen.
Für Mädchen wie Suus Reinig steht damit nicht nur die Schulkarriere, sondern die gesamte berufliche Zukunft auf dem Spiel. Ob der Traum, Lehrerin zu werden, Wirklichkeit wird, hängt derzeit maßgeblich davon ab, ob sich der Treibstoffpreis für die Fahrt über den See die Familie leisten kann. Internationale Organisationen fordern gezielte Unterstützungsprogramme, um den Teufelskreis aus Armut und fehlender Bildung zu durchbrechen.
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