Saturday, 3. October 2026
CDU

CDU-Krise: Merz ist nur ein Symptom

CDU-Influencerin Clara von Nathusius diagnostiziert der CDU ein tiefes Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsproblem – und sieht Friedrich Merz nur als Symptom davon.

Redaktion · 3. October 2026, 17:24 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 03.10.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die CDU steckt in einer tiefen CDU-Krise – und Bundeskanzler Friedrich Merz ist dabei nicht Ursache, sondern Symptom eines jahrzehntelangen Verfalls. So lautet die zentrale These von Clara von Nathusius, die als CDU-Influencerin und Junge-Union-Mitglied mit einem viral gegangenen Video nach der Niederlage in Sachsen-Anhalt für Aufruhr in der eigenen Partei sorgte. Im Gespräch rechnet sie schonungslos mit Strukturen, Kommunikation und Glaubwürdigkeit ihrer Partei ab – und fordert einen grundlegenden Neustart.

Merz als Symptom: Die CDU-Krise sitzt tiefer

Von Nathusius zieht einen literarischen Vergleich, um den Zustand der Partei zu beschreiben: Wie bei Hemingway passiere der Verfall zunächst allmählich und dann ganz plötzlich. Genau an diesem Punkt stehe die CDU jetzt. Merz persönlich sei dabei nicht das eigentliche Problem.

„Die CDU hat ein Personalproblem, ein Glaubwürdigkeitsproblem und ein Vertrauensproblem – das richtet sich an der Personalie Merz aus, aber er ist ein Symptom, nicht das einzelne Problem”, sagt von Nathusius. Laut aktuellem Deutschlandtrend sind nur noch rund zehn Prozent der Deutschen mit der Arbeit des Kanzlers zufrieden.

Gleichwohl sieht sie in der aktuellen Konstellation keine überzeugendere Alternative zu Merz – weder innerhalb der CDU noch in der Koalition mit der SPD. Eine frustrierende Erkenntnis, die sie dennoch klar ausspricht.

Kommunikation und soziale Medien: Die CDU verschläft den Wandel

Ein zentraler Kritikpunkt von Nathusius’ ist die rückständige digitale Kommunikation der Partei. Weltweit entschieden soziale Netzwerke über Wahlen – von Obama über Trump bis hin zu regionalen Kandidaten wie dem AfD-Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt, der kurz vor dem Wahlabend mit einem schlichten Würstchengulasch-Post mehr Nähe zur Bevölkerung ausstrahlte als viele CDU-Politiker in Wochen.

Als negatives Gegenbeispiel nennt sie die ZDF-Dokumentation „Inside CDU”, in der Staatsminister Philipp Amthor durch das Kanzleramt spaziert und einen Strandkorb im Büro aufgestellt hat. Das Bild wurde zum Symbol für Abgehobenheit.

  • Das Strandkorb-Bild wirkte auf viele Bürger arrogant und dekadent
  • Die spontane Reaktion – den Strandkorb wegzuschaffen – empfindet von Nathusius als weiteren Fehler
  • Stattdessen hätte Amthor authentisch reagieren und den Strandkorb als Kommunikationskulisse nutzen sollen
  • Die CDU zieht laut von Nathusius in Krisenmomenten regelmäßig „den Schwanz ein”, anstatt souverän zu reagieren

Genau dieses Muster – der Rückzug statt der offensiven Kommunikation – hält sie für ein strukturelles Grundproblem der Partei.

Was die CDU jetzt tun müsste

Von Nathusius fordert keine revolutionären Reformen, sondern zunächst das Einhalten gemachter Versprechen. „Wir brauchen nicht jeden Tag neue Reformen. Wir sollten einfach das tun, was wir versprochen haben”, sagt sie. Der Bevölkerung sei in den vergangenen 15 Jahren das Gefühl vermittelt worden, dass es egal sei, wen man wähle – die Ergebnisse seien stets ähnlich gewesen.

Konkret spricht sie sich für folgende Maßnahmen aus:

  • Mehr Quereinsteiger in die Partei holen – aus Wirtschaft, Wissenschaft und anderen Bereichen
  • Klare politische Prioritäten setzen, die die Menschen tatsächlich beschäftigen
  • Eine ernsthaftere Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz
  • Eine Reform des Bildungsföderalismus, der aus ihrer Sicht zu wenig Investitionen ermöglicht

Außerdem plädiert sie dafür, die SPD klar vor die Frage zu stellen, ob sie notwendige Reformen mitträgt – oder nicht. Beide Parteien steckten in einem massiven Richtungsstreit, der die Bürger zunehmend frustriere.

Ausblick: Optimismus trotz allem

Trotz aller Kritik gibt sich von Nathusius optimistisch. Die CDU habe in der Geschichte Deutschlands bereits tiefe Krisen überwunden – den Wiederaufbau nach dem Krieg eingeschlossen. Sie sei stolzes Mitglied der Jungen Union und glaube daran, dass die Partei die Kraft zur Erneuerung besitze.

Auf die Frage nach ihrer eigenen politischen Zukunft gibt sie sich zurückhaltend, schließt aber nichts aus. Sie sei 30 Jahre alt, bewege bereits heute Debatten in der Partei und halte es für möglich, auch in einem politischen Amt wirken zu können – irgendwann. Zunächst wolle sie weiter das tun, was sie kann: unbequeme Wahrheiten laut aussprechen und die eigene Partei zur Reflexion zwingen. Ob die CDU daraus lernt, wird sich spätestens bei der nächsten Bundestagswahl zeigen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (BILD). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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