Landtagswahl MV: AfD stärkste Kraft, CDU zittert
Bei der Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD mit 37,8 % vorn. Die CDU kämpft mit 5,1 % ums Überleben – alle Ergebnisse der ersten Hochrechnung.
Dieses Video wurde am 20.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich nach der ersten Hochrechnung ein politisch brisantes Ergebnis ab. Die AfD geht mit 37,8 Prozent als stärkste Kraft hervor, gefolgt von der SPD mit 36,3 Prozent. Besonders dramatisch ist die Lage für die CDU, die mit nur 5,1 Prozent hauchdünn über der Fünf-Prozent-Hürde schwebt. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig könnte ihren Posten theoretisch verteidigen – doch der Weg zur Regierungsbildung ist kompliziert.
Erste Hochrechnung: AfD und SPD dominieren den Landtag
Das vorläufige Ergebnis zeigt ein enges Rennen an der Spitze. Die AfD sichert sich mit 37,8 Prozent rund 30 Sitze im Schweriner Landtag und ist damit die mandatsstärkste Fraktion. Die SPD folgt mit 36,3 Prozent und 28 Sitzen knapp dahinter.
Weitere Parteien, die den Einzug ins Parlament schaffen:
- Linkspartei: 6,2 Prozent
- Grüne: 5,5 Prozent
- CDU: 5,1 Prozent
Damit sind fünf Parteien im neuen Landtag vertreten. Die CDU kann nach dieser Hochrechnung zwar aufatmen, doch bei weiteren Auszählungen könnte sich das Bild noch verschieben.
BSW scheitert, FDP nahezu bedeutungslos
Gleich zwei Parteien erleben einen schmerzhaften Wahlabend: Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verfehlt mit 4,8 Prozent die Fünf-Prozent-Hürde knapp und bleibt damit vorerst außerhalb des Landtags. Ob spätere Hochrechnungen noch eine Wende bringen, bleibt abzuwarten.
Noch deutlicher ist der Absturz der FDP: Die Liberalen, zuletzt noch im Schweriner Parlament vertreten, kommen laut erster Hochrechnung auf lediglich 1 Prozent und spielen damit keine politische Rolle mehr. Alle sonstigen Kleinparteien zusammen erreichen 3,3 Prozent.
Regierungsbildung: Rot-Rot-Grün mit hauchdünner Mehrheit möglich
Die spannende Frage nach der Wahl ist, wer in Schwerin künftig regieren wird. Eine Koalition aus SPD, Linkspartei und Grünen wäre nach der ersten Hochrechnung rechnerisch möglich – allerdings nur mit einer Mehrheit von einer einzigen Stimme. Ein solches Linksbündnis wäre äußerst fragil.
Für Ministerpräsidentin Manuela Schwesig würde das bedeuten, dass sie trotz des starken Abschneidens der AfD im Amt bleiben könnte. Die politische Realität in Mecklenburg-Vorpommern bleibt jedoch unter Vorbehalt: Weitere Hochrechnungen und das amtliche Endergebnis können die Sitzverteilung noch verändern und die Mehrheitsverhältnisse verschieben.
Ausblick: Schwesig vor ungewisser Zukunft
Das Wahlergebnis stellt die etablierten Parteien vor erhebliche Herausforderungen. Die AfD als stärkste Fraktion im Landtag zu haben, ohne sie in eine Regierung einbinden zu können oder zu wollen, verengt den Koalitionsspielraum erheblich. Gleichzeitig zeigt das Abschneiden von BSW und FDP, dass der politische Mittelraum in Mecklenburg-Vorpommern weiter erodiert.
Ob Manuela Schwesig eine weitere Amtszeit anstrebt und ob ein rot-rot-grünes Bündnis tatsächlich zustande kommt, dürfte in den kommenden Tagen entschieden werden. Fest steht: Der Schweriner Landtag wird nach dieser Wahl ein schwieriges Pflaster für jede Regierungskoalition sein.
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