Tuesday, 22. September 2026
Commerzbank

Rohstoffausblick: Öl, Gold, Silber und Kupfer

Der Nahostkonflikt bewegt Öl, Gas, Gold und Kupfer. Eine Commerzbank-Expertin liefert ihren Rohstoffausblick und konkrete Kursziele bis Jahresende.

Redaktion · 22. September 2026, 13:00 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 22.09.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Rohstoffmärkte stehen im Zeichen geopolitischer Unsicherheit: Der Konflikt im Nahen Osten treibt die Preise für Öl, Gas und Edelmetalle und hält Anleger sowie Industrie gleichermaßen in Atem. Tula Nguyen, Leiterin der Rohstoffanalyse bei der Commerzbank, gibt im Interview einen detaillierten Rohstoffausblick – von realistischen Ölpreiszielen bis hin zu Chancen bei Gold und Silber sowie den Risiken am Gasmarkt zum Jahresende.

Ölpreis: Graduelle Deeskalation erwartet, Brent bei 85 Dollar zum Jahresende

Der Ölpreis hat durch die Eskalation im Nahen Osten deutlich angezogen. Brent und WTI notieren aktuell rund um die Marke von 100 Dollar je Barrel – ein Niveau, das die Märkte unter erheblichen Druck setzt. Nguyen geht jedoch von einer schrittweisen Entspannung aus.

Die Expertin rechnet damit, dass der Konflikt in den kommenden Monaten graduell abflaut und sich der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus sowie im Roten Meer ohne formelles Abkommen zwischen den USA und dem Iran normalisiert. Sogenannte „Dark Transits” – Tanker mit ausgeschalteten Transpondern und Schiff-zu-Schiff-Transfers – transportieren bereits fast die Hälfte der Vorkriegsmengen durch die Straße von Hormus. Diese Volumen könnten in den kommenden Monaten weiter steigen.

Ihr konkretes Kursziel: Der Brent-Rohölpreis dürfte bis Ende des Jahres auf rund 85 Dollar je Barrel fallen und sich in den Folgequartalen wieder in Richtung Vorkriegsniveau von etwa 70 Dollar einpendeln. Bei Dieselkraftstoff bleibe die Angebotslage hingegen deutlich angespannter und eine Normalisierung dauere länger.

Gesamtwirtschaftliche Folgen: Petrochemie und asiatische Industrie unter Druck

Die Auswirkungen hoher Ölpreise gehen weit über die Tankstelle hinaus. Die Golfregion ist ein zentraler Lieferant von Vorprodukten für die petrochemische Industrie – darunter Naphtha und Flüssiggas (LPG). Deren Engpass zwingt vor allem asiatische Industriebetriebe, ihre Produktion zu drosseln.

Betroffen sind unter anderem:

  • Leichtbauteile und Reifen für die Automobilindustrie
  • Alltagsverpackungen und Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff
  • Weitere Güter, die an der petrochemischen Lieferkette hängen

Sollten diese Güter in Asien nicht mehr ausreichend produziert werden können, könnten Engpässe auch Europa treffen. Die gesamtwirtschaftlichen Folgen des Konflikts sind damit breiter als vielfach wahrgenommen.

Gold und Silber: Zinswende als entscheidender Treiber

Beim Goldpreis hatte sich zu Beginn des Jahres eine Art Blase gebildet, da sich der Preis stark von seinen fundamentalen Treibern – den Zinserwartungen – entkoppelt hatte. Seit Ausbruch des Nahostkonflikts hat sich dieser Zusammenhang wieder normalisiert: Steigende Zinsen belasteten den Goldpreis, der daraufhin deutlich korrigierte.

Nguyen ist jedoch verhalten optimistisch: Sie erwartet, dass Fed und EZB die Zinsen nur noch einmal – voraussichtlich im Dezember – anheben werden und nicht so weit wie vom Markt eingepreist. Sinkende Zinserwartungen wären positiv für Gold. Ihr Kursziel liegt bei 4.500 Dollar je Feinunze zum Jahresende. Im kommenden Jahr sei sogar ein Zinssenkungszyklus der US-Notenbank denkbar, was dem Goldpreis einen weiteren deutlichen Schub verleihen könnte.

Für Silber gilt ähnliches: Die enge Kopplung an den Goldpreis bleibt bestehen. Zum Jahresende hält Nguyen ein Niveau von rund 77 Dollar je Feinunze für realistisch.

Kupfer und Gas: Spannungsfeld zwischen Angebot und Nachfrage

Der Kupferpreis befindet sich in einem Spannungsfeld: Auf der Angebotsseite drückt eine schleppende Minenproduktion – etwa in dem weltgrößten Produzenten Chile – auf die Stimmung. Gleichzeitig dämpfen Nachfragesorgen infolge des Nahostkonflikts, hoher Inflation und steigender Zinsen den Optimismus.

Trotz zuletzt erreichten Rekordniveaus sieht Nguyen aktuell keine echte Mangellage bei Kupfer. Die Metallproduktion laufe noch auf relativ hohem Niveau. Deshalb wertet sie die jüngsten Hochs als Übertreibung und erwartet eine Konsolidierung im Bereich von 14.000 bis 14.500 Dollar je Tonne.

Als besonders spannend für Anleger stuft die Expertin den europäischen Gasmarkt ein. Die Angebotslage ist hier noch angespannter als beim Rohöl, da Flüssiggas kaum über die Straße von Hormus transportiert werden kann. Mit Beginn der Heizsaison zum Jahresende steigt die Nachfrage in Europa stark an – und Europa muss dann im Wettbewerb mit asiatischen Abnehmern importieren, was die Preise weiter nach oben treiben könnte.

Insgesamt zeichnet der Rohstoffausblick ein Bild, in dem geopolitische Risiken und geldpolitische Weichenstellungen noch über viele Monate hinweg die Märkte prägen werden. Anleger sollten vor allem den Gasmarkt und die weitere Zinspolitik der Notenbanken im Blick behalten.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (DER AKTIONÄR TV). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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