DAX schwächer: Porsche, SAP und Deutz im Fokus
Steigende Ölpreise und hohe Renditen belasten den DAX. Was Anleger zu Porsche, SAP, Deutz, Heidelberg Materials und Redcare Pharmacy wissen müssen.
Dieses Video wurde am 07.10.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der DAX startet schwächer in den Handelstag: Steigende Ölpreise und anhaltend hohe Anleiherenditen drücken auf die Stimmung an den deutschen Aktienmärkten. Nach einer Erholung, die den Leitindex zeitweise über 25.500 Punkte getragen hatte, droht nun ein Rücksetzer in Richtung der 200-Tage-Linie bei rund 24.800 Zählern. Im Fokus der heutigen DAX-Analyse stehen Porsche AG, SAP, Deutz, Heidelberg Materials, Redcare Pharmacy und SGL Carbon.
Renditen und Ölpreise belasten den DAX
Die Anleiherenditen bleiben auf hohem Niveau ein zentrales Belastungsfaktor für den Aktienmarkt. In Deutschland nähert sich die Rendite wieder der Marke von 3,5 Prozent, in den USA liegt sie erneut über 5,3 Prozent. Auch Frankreich rückt wieder in den Blickpunkt: Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen notiert bei rund 4,81 Prozent – zwischenzeitlich war sie schon an der 5-Prozent-Marke. Hintergrund sind neue Meldungen rund um die Schuldenabbaupläne der französischen Regierung, die Investoren verunsichern.
Gleichzeitig steigen die Ölpreise, was Aktien wie Airbus unter Druck setzt. Das Papier ist unter die 190-Euro-Marke zurückgefallen. Der DAX eröffnet mit einem Minus von rund 160 bis 200 Punkten und testet die untere Begrenzung der jüngsten Handelsspanne zwischen 25.170 und 25.800 Zählern.
Porsche AG: Neue Strategie mit Stellenabbau und Sparzielen
Die Porsche AG hat eine umfangreiche Strategiepräsentation veröffentlicht. Der Sportwagenhersteller setzt künftig auf höhere Exklusivität und stärkere Individualisierung seiner Fahrzeuge. Im Portfolio bleiben weiterhin Verbrenner, Hybrid und Elektro – eine Fokussierung auf eine einzelne Antriebsart ist nicht geplant.
Die wichtigsten Eckpunkte der neuen Porsche-Strategie im Überblick:
- Abbau von rund 9.000 Stellen sowie weitere Kostensenkungsmaßnahmen
- Mittelfristiger Konzernumsatz von 41 bis 45 Milliarden Euro angestrebt (aktuell rund 66 Milliarden)
- Operative Konzernumsatzrendite von 10 bis 15 Prozent
- Netto-Cashflow-Marge im Automobilbereich bei 10 bis 12 Prozent
- Gewinnschwelle soll künftig unter 200.000 verkauften Fahrzeugen erreicht werden
Vorbörslich kamen die Ziele gut an. Die Aktie näherte sich wieder der 50-Tage-Linie. Entscheidend bleibt die Marke von 45 Euro, die nachhaltig überwunden werden muss. Die nächsten Quartalszahlen in rund vier bis fünf Wochen werden zeigen, ob Porsche auf dem richtigen Kurs ist. Bis dahin gilt die Aktie als Halteposition.
SAP übernimmt KI-Spezialisten Techwolf
SAP hat die Übernahme des KI-Unternehmens Techwolf angekündigt. Der Spezialist für KI-gestützte Personalmanagement-Lösungen soll in das bestehende SAP-Tool-Ökosystem integriert werden. Finanzielle Details zur Transaktion wurden nicht bekannt gegeben. Der Abschluss wird für das laufende vierte Quartal erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.
Die SAP-Aktie bewegt sich weiterhin in einer engen Handelsspanne und schafft den nachhaltigen Ausbruch über die 190-Euro-Marke nicht. Ein erfolgreicher Ausbruch könnte die Aktie zügig in Richtung 200 bis 220 Euro treiben.
Deutz, Heidelberg Materials, Redcare und SGL Carbon
Bei Deutz hat Berenberg die Kaufempfehlung bestätigt und das Kursziel von 13 auf 16,50 Euro angehoben. Treiber ist die strategisch sinnvolle Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau, die den Rüstungsanteil am Umsatz von bisher rund 5 auf künftig rund 30 Prozent steigert. Die bereinigte operative Marge soll im kommenden Jahr bei 12 Prozent liegen, nach zuvor 8,4 Prozent.
Heidelberg Materials übernimmt die Zuschlagstoff- und Asphaltaktivitäten von NCC in Schweden und Norwegen für rund 5,5 Milliarden Schwedische Kronen (etwa 550 Millionen Euro). Die steigende Infrastrukturnachfrage in Nordeuropa soll das Geschäft beflügeln. Die Aktie befindet sich nach dem Rückgang von 240 auf unter 140 Euro im Modus der Bodenbildung – langfristige Käufe empfehlen sich angesichts des intakten Abwärtstrends noch nicht.
Berenberg hat auch das Kursziel für Redcare Pharmacy von 94 auf 102 Euro angehoben. Basis ist die Prognoseanhebung vom September sowie die Erwartung häufigerer Rezepteinlösungen und höherer Warenkorbwerte im verschreibungspflichtigen Segment. Ein prozyklischer Einstieg bietet sich an, sobald die Aktie den Bereich um 72 bis 73 Euro erreicht.
SGL Carbon hat nach der Aufnahme in einen Index die Ergebnisprognose angehoben: Der bereinigte operative Gewinn soll nun 130 bis 140 Millionen Euro erreichen, nach zuvor 110 bis 130 Millionen. Die Aktie hat seit den September-Tiefs rund 40 Prozent zugelegt. Kurzfristige Gewinnmitnahmen sind möglich, auf Sicht der nächsten Monate bleibt der Ausblick konstruktiv.
Am Abend steht das Protokoll der letzten Fed-Sitzung um 20 Uhr im Mittelpunkt. Es könnte weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank liefern und die Marktstimmung zum Wochenschluss hin beeinflussen.
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