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Archäologie

Jungsteinzeit-Siedlung in Leipzig entdeckt

Archäologen haben in Leipzig-Möckern eine Jungsteinzeit-Siedlung aus der Zeit um 5200 v. Chr. freigelegt – samt dem ältesten bekannten Grab auf Leipziger Stadtgebiet.

Redaktion · 7. October 2026, 17:14 Uhr · 3 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 07.10.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Mehr als 7000 Jahre ruhte er unentdeckt im Boden: In Leipzig-Möckern haben Archäologen die Überreste einer jungsteinzeitlichen Siedlung freigelegt – und dabei ein menschliches Skelett entdeckt, das als die älteste bislang bekannte Bestattung auf Leipziger Stadtgebiet gilt. Die Funde stammen aus der Zeit um 5200 vor Christus und geben einen einzigartigen Einblick in das Leben der ersten Bäuerinnen und Bauern Mitteleuropas.

Eine Siedlung aus der Frühzeit des Ackerbaus

Die Menschen, die hier vor rund 7200 Jahren lebten, gehörten zur sogenannten Linienbandkeramik – einer der ersten bäuerlichen Kulturen Mitteleuropas. Ihren Namen verdanken sie charakteristisch verzierten Tongefäßen, die mit geometrischen Linienmustern dekoriert sind. Diese frühen Siedler wurden sesshaft, betrieben Ackerbau, hielten Tiere und errichteten imposante Langhäuser aus Holzpfosten, Flechtwerk und Lehm.

Grabungsleiter Thomas Lukas und sein Team haben auf dem Gelände insgesamt drei Hausgrundrisse dokumentiert. Der größte misst mindestens 30 bis 35 Meter in der Länge – ein beeindruckendes Zeugnis des handwerklichen Könnens jungsteinzeitlicher Gemeinschaften. Heute sind die Überreste dieser Bauten im Boden nur als dunkle Verfärbungen erkennbar, die einstigen Wandpfosten hinterlassen haben.

Neben den Hausstrukturen bargen die Archäologen zahlreiche Alltagsgegenstände, darunter:

  • Keramikscherben mit typischen Linienverzierungen
  • Feuersteinmesser als Werkzeuge des täglichen Lebens
  • Steinbeile, die für Feld- und Bauarbeiten genutzt wurden

Das älteste Grab auf Leipziger Stadtgebiet

Der spektakulärste Fund ist jedoch ein menschliches Skelett, das direkt neben dem größten Hausgrundriss entdeckt wurde. Der Tote liegt auf der linken Seite, Arme und Beine angewinkelt – eine Körperhaltung, die für Bestattungsriten der Linienbandkeramik typisch ist. Für Thomas Lukas ist es trotz seiner langjährigen Erfahrung ein besonderer Moment: Nach eigenen Angaben hat er in mehr als 20 Jahren Forschung zur Linienbandkeramik noch nie persönlich ein Grab aus dieser Epoche ausgegraben.

Dass das Skelett überhaupt erhalten geblieben ist, grenzt an ein Wunder. Sachsens saure Böden lassen organisches Material wie Knochen über Jahrtausende hinweg gewöhnlich vollständig zerfallen. Das Überdauern dieses Skeletts macht den Fund wissenschaftlich außerordentlich wertvoll.

DNA-Analyse soll Identität klären

Wer die bestattete Person war, ist bislang unbekannt. Die Erhaltung der Knochen ist lückenhaft, und der tonige Boden erschwert die Bergungsarbeiten zusätzlich. Eine Anthropologin wird das Skelett eingehend untersuchen. Größte Hoffnung der Forscher ist, aus dem Material noch verwertbare DNA zu gewinnen. Solche genetischen Informationen könnten Aufschluss über Herkunft, Geschlecht, Verwandtschaftsverhältnisse und möglicherweise sogar über die Migrationsgeschichte der frühen Bauernkulturen in Mitteleuropa geben.

Die Grabungen in Leipzig-Möckern sollen noch bis Mitte Oktober andauern. Anschließend wird das Gelände bebaut – eine neue Grundschule entsteht auf dem historischen Boden.

Ausblick: Funde sollen wissenschaftlich ausgewertet werden

Während auf dem Grabungsgelände bald ein neues Kapitel des Stadtlebens beginnt, steht die wissenschaftliche Auswertung der Funde erst am Anfang. Die Keramikfragmente, Werkzeuge und vor allem das Skelett werden in den kommenden Monaten und Jahren analysiert. Möglicherweise werden die Schülerinnen und Schüler der künftigen Grundschule eines Tages im Geschichtsunterricht erfahren, was genau unter ihren Klassenzimmern schlummerte – ein seltenes Beispiel dafür, wie nah Vergangenheit und Zukunft beieinanderliegen können.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ntv Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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