Schröder besucht Putin zum 74. Geburtstag
Altkanzler Gerhard Schröder reiste zu Putins 74. Geburtstag nach Moskau und löste damit erneut scharfe Kritik aus der deutschen Politik aus.
Dieses Video wurde am 09.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Schröder-Putin-Besuch sorgt erneut für Empörung in Deutschland: Altkanzler Gerhard Schröder ist zum 74. Geburtstag von Wladimir Putin nach Moskau gereist und hat den russischen Präsidenten nach Angaben aus seinem Umfeld zu Hause besucht. Putin soll seinen langjährigen Freund persönlich eingeladen haben. Der Besuch fällt in eine Zeit, in der Schröders enge Verbindungen nach Russland seit Jahren für anhaltende politische Debatten sorgen. Aus der deutschen Politik kam prompt und deutlich Kritik an dem Treffen.
Aufsichtsratssitzung als Anlass für Moskau-Reise
Offiziell hielt sich Gerhard Schröder wegen einer Aufsichtsratssitzung der russischen Globustochter in Moskau auf. Das Unternehmen, an dessen Aufsichtsrat der frühere Bundeskanzler beteiligt ist, hatte eine reguläre Sitzung anberaumt.
Dass Schröder den Aufenthalt in der russischen Hauptstadt nutzte, um gleichzeitig an Putins Geburtstagsfeierlichkeiten teilzunehmen, hat die Debatte über seine geschäftlichen und persönlichen Verflechtungen mit Russland erneut angefacht. Kritiker sehen in der Kombination aus wirtschaftlichem Engagement und persönlicher Freundschaft mit dem Kremlchef ein schwerwiegendes Problem für das Ansehen Deutschlands.
Enge Freundschaft mit Putin seit Jahren umstritten
Die Freundschaft zwischen Schröder und Putin ist nicht neu — sie reicht bis in Schröders Zeit als Bundeskanzler zurück. Bereits während seiner Amtszeit pflegte Schröder ein außergewöhnlich enges Verhältnis zum russischen Staatschef, das er auch nach seinem Ausscheiden aus der Politik nie aufgab.
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 stehen Schröders Russland-Verbindungen besonders scharf in der Kritik. Zentrale Kritikpunkte sind dabei:
- Schröders Tätigkeit in russischen Staatskonzernen, darunter Positionen bei Rosneft und weiteren Unternehmen mit Kreml-Nähe
- Seine wiederholten persönlichen Treffen mit Putin trotz des andauernden Krieges in der Ukraine
- Das Festhalten an privaten und geschäftlichen Verbindungen nach Russland entgegen politischem Druck aus Deutschland und Europa
- Der Verzicht auf eine öffentliche Distanzierung vom russischen Angriffskrieg
Die SPD, der Schröder bis heute angehört, hatte ihm bereits Konsequenzen angedroht und ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet, das jedoch ohne Ausschluss endete.
Scharfe Kritik aus der deutschen Politik
Der Geburtstagsbesuch bei Putin löste erneut heftige Reaktionen aus dem deutschen politischen Betrieb aus. Politiker verschiedener Parteien übten deutliche Kritik an Schröders Verhalten und warfen ihm vor, durch solche Auftritte das außenpolitische Signal Deutschlands gegenüber Russland zu untergraben.
Insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltenden Kriegshandlungen in der Ukraine und der damit verbundenen Bemühungen westlicher Staaten um eine geschlossene Haltung gegenüber Moskau wird Schröders demonstrative Nähe zu Putin als politisch schädlich bewertet. Für viele Beobachter steht der Besuch exemplarisch für eine mangelnde Bereitschaft des Altkanzlers, seine persönlichen Loyalitäten den außenpolitischen Erfordernissen der Bundesrepublik unterzuordnen.
Einordnung: Ein Dauerthema ohne Auflösung
Der erneute Moskau-Besuch Schröders dürfte die Diskussion über den Umgang mit dem Altkanzler in Deutschland weiter befeuern. Solange der Krieg in der Ukraine andauert und Schröder seine Ämter und Freundschaften in Russland aufrechterhält, bleibt das Thema politisch brisant. Eine Verhaltensänderung Schröders ist bislang nicht erkennbar — und damit auch keine Entspannung der Debatte in Sicht.
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