Dieses Video wurde am 11.08.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Wer an der Börse investiert, tappt immer wieder in dieselben Fallen. Börsenexpertin Hassenzahl benennt die bekanntesten und klischeehaftesten Anlagefehler – und erklärt, warum sie trotz ihrer Bekanntheit so häufig gemacht werden. Ihre Botschaft ist klar: Wer diese Fallstricke kennt und meidet, ist langfristig klar im Vorteil. Besonders in unruhigen Marktphasen wie dem Jahr 2026 lohnt es sich, einen kühlen Kopf zu bewahren und die eigene Anlagestrategie kritisch zu hinterfragen.
Fehler Nummer eins: Auf den perfekten Einstiegszeitpunkt warten
Der häufigste und nach Einschätzung von Hassenzahl gravierendste Fehler ist das Warten auf den perfekten Einstiegszeitpunkt. Viele Anlegerinnen und Anleger zögern, weil sie befürchten, zum falschen Moment in den Markt einzusteigen – etwa kurz bevor die Kurse fallen.
Dieses Zögern hat jedoch einen hohen Preis: Wer auf das ideale Timing hofft, verpasst häufig lange Phasen mit positiver Kursentwicklung. Die Realität zeigt, dass selbst erfahrene Profis den Markt nicht zuverlässig timen können. Entscheidend ist nicht der perfekte Einstieg, sondern das konsequente Investieren über einen langen Zeitraum.
Statt auf den „richtigen Moment” zu warten, empfiehlt sich ein regelmäßiges Investieren – etwa durch einen Sparplan. So werden Kursschwankungen automatisch ausgeglichen und die Gefahr, zu einem ungünstigen Zeitpunkt einzusteigen, deutlich reduziert.
Fehler Nummer zwei: Panikverkäufe bei Kursrückgängen
Ein weiteres weit verbreitetes Fehlverhalten ist die Panikreaktion bei Kursrückgängen. Gerade Anlegerinnen und Anleger, die in einer langen Aufwärtsphase erste Erfahrungen gesammelt haben, neigen dazu, kurzfristige Rücksetzer als Katastrophe zu deuten.
Hassenzahl beschreibt ein gelerntes Verhaltensmuster der vergangenen Jahre: Märkte stiegen scheinbar immer weiter, und kurze Schwächephasen galten reflexartig als Kaufgelegenheit. Dieses Muster kann jedoch gefährlich werden, wenn Anleger in jeder Korrektur automatisch nachkaufen – ohne die Lage wirklich zu analysieren.
- Kurzfristige Marktschwankungen sind normal und kein Grund zur Panik.
- Saisonale Schwächephasen unterbrechen Aufwärtstrends regelmäßig – das ist kein Ausnahmezustand.
- Emotionale Entscheidungen führen häufig zu Verlusten, die durch Abwarten vermeidbar gewesen wären.
- Ein zuvor festgelegter Investitionsplan hilft, in turbulenten Phasen rational zu bleiben.
Wer beim ersten Anzeichen von Nervosität vorschnell handelt, riskiert, günstige Einstiegskurse zu verpassen oder Verluste zu realisieren, die sich ohne Eingriff wieder erholt hätten.
Anlagetipp: Nicht zu oft ins Depot schauen
Der vielleicht überraschendste und zugleich wirkungsvollste Anlagetipp von Hassenzahl ist schlicht: nicht zu oft ins Depot schauen. Diese Empfehlung gilt unabhängig vom Jahr und von der aktuellen Marktlage.
Der Grund ist psychologisch: Je häufiger Anlegerinnen und Anleger ihr Depot öffnen, desto intensiver nehmen sie jede noch so kleine Kursschwankung wahr. Das erzeugt emotionalen Druck und verleitet zu Kurzschlussreaktionen, die der langfristigen Rendite schaden.
Wer sein Depot seltener kontrolliert – etwa monatlich statt täglich – erlebt gefühlt weniger Volatilität und trifft ruhigere, durchdachtere Entscheidungen. Die tatsächliche Schwankungsbreite des Portfolios bleibt dieselbe, doch die subjektive Belastung sinkt erheblich.
Fazit: Disziplin schlägt Timing
Die drei häufigsten Anlegerfehler – das Warten auf den perfekten Einstieg, Panikverkäufe bei Rückgängen und das übermäßige Beobachten des Depots – haben eines gemeinsam: Sie entstehen aus Emotionen statt aus Strategie. Wer langfristig denkt, regelmäßig investiert und die eigene Reaktionsneigung kennt, legt die beste Grundlage für nachhaltigen Anlageerfolg. Gerade in einem volatilen Börsenjahr wie 2026 bleibt Gelassenheit das wertvollste Kapital jedes Anlegers.
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