Dieses Video wurde am 06.05.2026 von WirtschaftsWoche auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Berkshire Hathaway hat seine erste Hauptversammlung ohne Warren Buffett als CEO hinter sich. Sein Nachfolger Greg Abel präsentierte solide Quartalszahlen, konnte jedoch die wachsende Skepsis der Märkte nicht vollständig zerstreuen. Seit Buffetts Rückzug vor rund einem Jahr hat die Berkshire-Aktie rund 10 % verloren, während der S&P 500 mehr als 30 % zulegte – ein Rückstand von über 40 Prozentpunkten, der zuletzt im Tech-Hype des Jahres 2000 zu beobachten war.
Greg Abel übernimmt: Fakten statt Aura
Warren Buffett saß diesmal im Publikum und lobte seinen Nachfolger in höchsten Tönen: „Greg macht alles, was ich getan habe, und noch mehr – und er macht es in allen Fällen besser.” Abel wählte bewusst einen anderen Stil als sein Vorgänger: faktenbasiert, operativ, ohne wolkige Jahrzehnte-Narrative. Er erläuterte konkrete Managementmaßnahmen und erklärte ausführlich, wie Künstliche Intelligenz im Versicherungsgeschäft eingesetzt wird – Themen, die Buffett so nie behandelt hätte.
Die Besucherzahlen auf der Hauptversammlung in Omaha sanken von rund 40.000 im Vorjahr auf geschätzt 20.000 bis 25.000. Ein erstes symbolisches Misstrauensvotum – auch wenn die operative Performance der Zahlen ein anderes Bild zeichnet.
Quartalsergebnisse: Stärken und Schwächen im Detail
Der operative Gewinn – bereinigt um Bewertungsschwankungen des Investmentportfolios – stieg im ersten Quartal 2026 um beachtliche 18 Prozent. Die wichtigsten Segmente im Überblick:
- Rückversicherung: Läuft auf Hochtouren, starke Ertragssteigerungen.
- Eisenbahn (BNSF): 10 % mehr Ertrag, Marge verbessert – allerdings mit 34,4 % noch hinter Wettbewerbern wie Union Pacific (39,5 %) oder CSX.
- Autoversicherer Geico: Unter Druck durch gestiegene Schadenkostenquote und sinkende Prämieneinnahmen.
- Baubranche: Mehrere Töchter im Häuslebau leiden unter dem schwachen Immobilienmarkt.
Insgesamt solide – aber kein Beweis dafür, dass Abel die Lücke zum Index schließen kann.
Der Cashberg: Stärke oder verpasste Chance?
Das beherrschende Thema bleibt der immense Kassenbestand von 380 Milliarden Dollar, der überwiegend in kurzlaufende US-Anleihen investiert ist und Zinsen von über 4 % abwirft. Abel bekräftigte Buffetts Linie: Man investiere nicht in unterdurchschnittliche Gelegenheiten und warte auf echte Marktverwerfungen.
Kritiker halten dagegen: Die Verwerfungen der vergangenen Jahre – Corona-Crash, Zinsschock 2022, der sogenannte Liberation Day – wurden nicht für große Zukäufe genutzt. Eine Modellrechnung verdeutlicht das Dilemma: Hätte Berkshire in den vergangenen zehn Jahren quartalsweise nur 3 Milliarden Dollar in einen S&P-500-ETF investiert, wäre das Gesamtvermögen heute rund 120 Milliarden Dollar höher – bei einem aktuellen Börsenwert von etwa einer Billion Dollar eine relevante Größe.
Im März 2026 kaufte Berkshire erstmals seit zwei Jahren eigene Aktien zurück – für vergleichsweise bescheidene 234 Millionen Dollar. Beim 1,4-fachen Buchwert wäre weiteres Rückkaufpotenzial vorhanden.
Berkshire als Portfoliobaustein: Core-Satellite-Ansatz
Für Anleger bleibt Berkshire Hathaway ein valider Kandidat im Rahmen einer Core-Satellite-Strategie – als Diversifikation zum S&P 500. Die Holding bietet eine überdurchschnittlich hohe Gewichtung im Finanzsektor (Versicherung, Bankbeteiligungen) sowie in Infrastruktur und Versorgern, die im S&P 500 jeweils nur mit 3 bis 12 % vertreten sind. Der Cashbestand selbst wirkt als zusätzlicher Puffer.
Wer die Aktie halten oder nachkaufen will, braucht zweierlei: Vertrauen in Greg Abels Fähigkeit, Chancen konsequent und in großem Maßstab zu nutzen – und Vertrauen in die USA, da rund 90 % der Erträge vom amerikanischen Markt abhängen. Die Beteiligungen an japanischen Handelshäusern sind gemessen an der Bilanzsumme nur eine Randnotiz. Die Lücke zum S&P 500 dürfte sich erst dann schließen, wenn ein echter, anhaltender Marktabschwung Berkshires Cashreserven in echte Kaufgelegenheiten verwandelt.
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