Dieses Video wurde am 06.05.2026 von DW auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der angekündigte US-Truppenabzug aus Deutschland versetzt die Öffentlichkeit in Aufruhr – für die deutsche Militärführung hingegen kommt er nicht überraschend. Nicole Schilling, Vize-Generalinspekteurin der Bundeswehr, bestätigt, dass das Verteidigungsministerium bereits seit Monaten mit amerikanischen Vertretern auf allen Ebenen über dieses Szenario diskutiert. Von den derzeit rund 36.000 US-Soldaten in Deutschland sollen mindestens 5.000 abgezogen werden. Gleichzeitig hat US-Präsident Donald Trump signalisiert, die geplante Stationierung von Tomahawk-Langstreckenraketen in Deutschland vorerst nicht umzusetzen.
US-Truppenabzug: Vorbereitung statt Schock
Das Bundesverteidigungsministerium betont, der Abzug füge sich in das bestehende Fähigkeitsentwicklungskonzept Deutschlands ein. Die Bundeswehr habe sich auf genau dieses Szenario vorbereitet und arbeite nun an den Details der Umsetzung.
Schilling unterstreicht, dass die Zusammenarbeit mit den USA weiterhin eng und vertrauensvoll sei. Die amerikanische Seite habe Deutschland frühzeitig über ihre Erwartungen und Pläne informiert. Aus diesem Grund sehe man die USA nicht als unzuverlässigen Partner, sondern als Alliierte, mit denen eine intensive Synchronisierung stattgefunden habe.
Kritiker sehen das jedoch anders: Bei der abgezogenen Einheit handelt es sich um einen Kampfverband, der nach dem russischen Vollangriff auf die Ukraine in Deutschland stationiert wurde und im Ernstfall schnell an die Ostflanke der NATO hätte verlegt werden können.
Tomahawks und die Lücke bei Präzisionsschlägen
Besonders die ausbleibenden Tomahawk-Raketen sorgen für strategische Diskussionen. Diese Waffensysteme hätten theoretisch Ziele bis nach Moskau erreichen können – für Wladimir Putin stets eine rote Linie. Kritiker fragen daher, ob Washington damit russischen Interessen entgegenkommt.
Schilling weist diesen Vorwurf zurück. Europa arbeite intensiv an eigenen Deep Precision Strike (DPS)-Fähigkeiten, und mehrere Nationen entwickelten parallel verschiedene Lösungsansätze. Sie zeigt sich überzeugt, dass entsprechende Fähigkeiten deutlich früher verfügbar sein werden als bislang angenommen – also vor Mitte des nächsten Jahrzehnts.
- Mehrere europäische Partnerprogramme laufen gleichzeitig
- Keine Abhängigkeit von einem einzigen System oder Projekt
- Enge Kooperation mit der ukrainischen Rüstungsindustrie
- Integration ukrainischer Ausbildungspersonal in die Bundeswehr
- Technologietransfer aus ukrainischen Innovationen wird geprüft
Den Einfluss des Iran-Krieges auf Waffenverfügbarkeit und Lieferketten räumt Schilling offen ein: Es gebe Auswirkungen, insbesondere auf Luftverteidigungskapazitäten und die Unterstützung der Ukraine, für die nun neue Lösungen gesucht werden müssten.
Neue Militärstrategie und Resilienz der Gesellschaft
Deutschland hat eine neue Militärstrategie verabschiedet, die Russland als akute Bedrohung identifiziert und die Fähigkeitsentwicklung für die nächsten fünf bis zehn Jahre ausrichtet. Dabei geht es nicht allein um Ausrüstung, sondern auch um die Stärkung des europäischen Pfeilers innerhalb der NATO.
Besondere Bedeutung kommt der Modernisierung des Reservistensystems zu. Nach der Aussetzung der Wehrpflicht waren Kontaktdaten ehemaliger Soldaten nicht mehr zentral verfügbar. Dieses Problem wird nun technisch gelöst: Durch Datenzugang aus zivilen Behörden und eine neue Kontakt-Hotline für Interessierte soll die Zahl der Reservisten deutlich steigen. Die Zahl der Bewerbungen und Einberufungen sei bereits um mehr als zehn Prozent gestiegen.
Schilling räumt ein, dass das Konzept der Gesamtverteidigung – wie es etwa in Skandinavien selbstverständlich ist – in Deutschland noch nicht im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert ist. Gleichwohl nehme das Interesse der Bevölkerung an Verteidigungsthemen spürbar zu, die Zustimmungswerte zur Aufrüstung steigen.
Infrastruktur als nächste Investitionspriorität
Auf die Frage, wohin der nächste Verteidigungseuro fließen sollte, nennt Schilling klar die Infrastruktur: Unterkünfte, Transportwege und zivile Logistikinfrastruktur stünden im Vordergrund. Deutschland komme als logistisches Drehkreuz – im NATO-Jargon als „Drehscheibe” (Hub) bezeichnet – eine Schlüsselrolle in den Verteidigungsplänen des Bündnisses zu. Dieser Verantwortung müsse durch gezielte Investitionen Rechnung getragen werden.
Der US-Truppenabzug markiert eine Zäsur in der transatlantischen Sicherheitsarchitektur. Für Deutschland bedeutet er vor allem eines: Europa muss seine eigene Verteidigungsfähigkeit schneller und entschlossener ausbauen als bislang geplant – und das möglichst im engen Verbund mit seinen Partnern.
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