Dieses Video wurde am 22.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Rund einen Monat vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September sorgt eine aktuelle Berlin-Umfrage für Aufsehen: Die Linkspartei führt das Feld mit deutlichem Abstand an und kämpft als stärkste Kraft um den künftigen Regierungsauftrag in der Hauptstadt. Dahinter liefern sich CDU und AfD ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei, während die SPD auf ein historisch schwaches Ergebnis zusteuert.
Linkspartei mit 22 Prozent klar vorne
Laut der Erhebung für das Portal T-Online erreicht die Linkspartei derzeit 22 Prozent der Wählerstimmen in Berlin. Das ist ein deutlicher Zuwachs gegenüber früheren Messungen und bedeutet, dass die Partei erstmals seit Jahren wieder als stärkste politische Kraft in der Hauptstadt gilt.
Für die Linkspartei wäre ein solches Ergebnis am Wahltag ein erheblicher Erfolg – und würde die Partei in eine komfortable Ausgangsposition für Koalitionsverhandlungen bringen. Welche Bündnisoptionen sich daraus ergeben, bleibt jedoch angesichts der fragmentierten Parteienlandschaft offen.
CDU und AfD gleichauf auf Platz zwei
Unmittelbar hinter der Linkspartei rangieren sowohl die CDU als auch die AfD mit jeweils 18 Prozent. Damit liefern sich die beiden Parteien ein direktes Duell um den zweiten Platz – mit sehr unterschiedlichen politischen Vorzeichen.
Für die CDU bedeutet das Ergebnis eine empfindliche Schwäche: Als einstige Volkspartei kann sie sich nicht vom rechtspopulistischen Konkurrenten absetzen. Die AfD hingegen setzt ihren Aufwärtstrend in der Hauptstadt fort und festigt ihren Status als relevante Oppositionskraft.
- Linkspartei: 22 Prozent (Platz 1)
- CDU: 18 Prozent (Platz 2, gleichauf)
- AfD: 18 Prozent (Platz 2, gleichauf)
- Grüne: 16 Prozent (Platz 4)
- SPD: 12 Prozent (Platz 5)
Grüne stabil, SPD im Absturz
Die Grünen landen laut der Umfrage bei 16 Prozent und halten damit eine solide Position im Mittelfeld des Berliner Parteienspektrums. Für eine einstige Hochburg der Partei ist das Ergebnis jedoch weit entfernt von früheren Glanzzeiten.
Besonders alarmierend ist die Lage für die SPD: Mit nur noch 12 Prozent belegt sie lediglich den fünften Platz. Das wäre für die Sozialdemokraten eines der schwächsten Ergebnisse in der Geschichte Berlins – und käme einem politischen Absturz gleich, nachdem die Partei die Stadt über viele Jahre geprägt hat.
BSW und FDP droht das Aus
Für das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) und die FDP sieht die Lage noch kritischer aus: Beide Parteien liegen deutlich unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde und würden bei einem solchen Ergebnis am Wahltag nicht in das Abgeordnetenhaus einziehen.
Damit spielen sie nach aktuellem Stand bei der Regierungsbildung keine Rolle – ein herber Rückschlag für das BSW, das sich nach seiner Gründung bundesweit als neue politische Kraft etablieren wollte, in Berlin bislang aber nicht Fuß fassen konnte.
Bis zur Wahl am 20. September kann sich die Stimmungslage noch verändern. Umfragen bilden eine Momentaufnahme ab und sind keine Prognose. Dennoch zeigen die aktuellen Zahlen klar: Berlin steht vor einer politisch turbulenten Wahl, deren Ausgang und spätere Koalitionsbildung kaum vorherzusagen sind.
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