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Atai Life Sciences

Christian Angermayer: KI, Psychedelika und Kapitalismusende

Investor Christian Angermayer spricht über den Verkauf von Atai an Eli Lilly, Brain-Computer-Interfaces, KI-Risiken und warum er das Ende des Kapitalismus für möglich hält.

Redaktion · 26. September 2026, 03:59 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 26.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Investor und Unternehmer Christian Angermayer gilt als einer der unkonventionellsten Köpfe der europäischen Startup-Szene. Im ausführlichen Gespräch mit dem Podcast „Alles auf Aktien” zieht er Bilanz: vom milliardenschweren Exit seiner Psychedelika-Firma Atai Life Sciences an den Pharmakonzern Eli Lilly über sein umstrittenes Sportprojekt Enhance Games bis hin zu einer radikalen Prognose – dem möglichen Ende des Kapitalismus und der Demokratie in ihrer heutigen Form.

Atai-Verkauf an Eli Lilly: Warum Psychedelika Milliarden wert sind

Nach rund zehn Jahren Aufbauarbeit und knapp einer Milliarde Dollar eingesammeltem Kapital verkaufte Angermayer seine Biotech-Firma Atai an Eli Lilly – für knapp vier Milliarden US-Dollar inklusive Earnouts. Der Kern des Unternehmens: klinische Studien mit psychedelischen Substanzen wie DMT, 5-MeO-DMT und MDMA-Derivaten zur Behandlung von Depression, Angststörungen, PTBS und Essstörungen.

Eli Lilly zahlt vor allem für das Patentportfolio. Angermayer erklärt, dass es seiner Firma gelungen sei, rund um die psychoaktiven Substanzen einen starken Patentschutz aufzubauen – trotz des Rufs der Wirkstoffe als illegale Drogen, der auf eine politisch motivierte Stigmatisierungskampagne der Nixon-Ära zurückgehe.

Die klinischen Ergebnisse sprechen laut Angermayer für sich: Eine einzige therapeutisch begleitete Session mit Psilocybin erziele bei Bulimie und Magersucht Erfolgsquoten von 60 bis 70 Prozent – bei einer Erkrankung mit zweistelliger Sterblichkeitsrate und hohen Folgekosten für das Gesundheitssystem.

Enhance Games: Olympia mit medizinischen Enhancements

Angermayers Sportprojekt Enhance Games – ein Wettbewerb, bei dem alle von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassenen Substanzen erlaubt sind – feierte 2025 sein erstes Event. Die Bilanz ist gemischt:

  • Über eine Milliarde Menschen haben mindestens einen Clip gesehen
  • Mehr als 30 Millionen Dollar Sponsoringeinnahmen im ersten Jahr
  • Nur ein Weltrekord wurde gebrochen – weit unter den Erwartungen vieler Zuschauer
  • Zwei favoritisierte Athleten verletzten sich kurz vor dem Wettkampf
  • Der Aktienkurs der börsennotierten Firma brach nach dem Event ein

Angermayer kaufte nach eigenen Angaben in den vergangenen zwei Monaten für über zehn Millionen Dollar eigene Aktien nach. Langfristig soll das Kerngeschäft weniger durch Sponsoring als durch einen eigenen Direct-to-Consumer-Apothekenkanal nach dem Vorbild von Hims & Hers getragen werden – mit deutlich niedrigeren Kundenakquisitionskosten, weil das Sportevent als Marketing fungiert.

KI, Kapitalismus und das Ende der bekannten Ordnung

Den größten Raum im Gespräch nimmt Angermayers Analyse der künstlichen Intelligenz ein. Er beschreibt drei Risikoszenarien:

  • KI wird zum unabhängigen Akteur mit eigenen, menschenfeindlichen Zielen
  • Menschen nutzen KI als Waffe – etwa für maßgeschneiderte Biowaffen, die auf spezifische Gengruppen zielen
  • Der gesellschaftliche Übergang überfordert die Menschen: Jobverlust, Sinnkrise und politische Radikalisierung als Reaktion auf Veränderungsangst

Die Parallele zur Periode zwischen 1850 und 1910 zieht sich wie ein roter Faden durch Angermayers Argumentation. Damals hätten Industrialisierung und technologischer Wandel zu extremer Volatilität, politischer Radikalisierung und schließlich zwei Weltkriegen geführt – bevor eine bessere Welt entstand. Er befürchtet eine Wiederholung dieses Musters, ausgelöst durch KI und Robotik.

Für den US-Wahlkampf 2028 prognostiziert er einen starken Linksruck: Die Demokraten würden mit einer Anti-KI-Agenda punkten, was mittelfristig hohe Steuern auf Kapitalerträge und Technologiegewinne nach sich ziehen könnte. Eine denkwürdige Begegnung im Flugzeug mit Alexandria Ocasio-Cortez habe ihn beeindruckt – trotz politischer Differenzen erkenne er ihr außergewöhnliches Charisma an.

Brain-Computer-Interfaces: Die nächste große Wette

Als nächstes Megathema identifiziert Angermayer Brain-Computer-Interfaces (BCI). Eine seiner Portfoliofirmen arbeitet seit über einem Jahrzehnt daran, Gehirnsignale auszulesen und mit Computern zu verknüpfen. Bereits heute haben rund 60 Patienten Chips im Gehirn – darunter ALS-Patienten im Endstadium, die damit wieder kommunizieren können.

Der strategische Langfristgedanke: BCI könnte helfen, das KI-Alignment-Problem zu lösen. Damit KI wirklich versteht, was Menschen wollen, müsse sie Zugang zu mehr als nur Sprache bekommen – zu Emotionen, Intentionen, Bewusstseinszuständen. Chips im Gehirn könnten diese Brücke bauen. Angermayer schließt nicht aus, sich selbst eines Tages einen solchen Chip einsetzen zu lassen.

Sein Ausblick ist programmatisch: Die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre werden volatiler und disruptiver als alles, was die Menschheit bisher erlebt hat. Wer diesen Übergang übersteht, ohne in politischem Extremismus oder militärischen Konflikten zu versinken, könnte in eine Ära des Überflusses eintreten. Das Risiko, so Angermayer, liege nicht im Endstadium – sondern im Weg dorthin.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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