DAX-Check: Aixtron, Fresenius & Siemens Energy
Aixtron erhält Kaufempfehlung, Fresenius kooperiert mit Wuxi Biologics, Thyssenkrupp plant Stahlbörsengang – der aktuelle DAX-Check mit allen Einzelwerten im Überblick.
Dieses Video wurde am 02.11.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der DAX startet verhalten in die neue Handelswoche. Nach einem starken Wochenverlauf hatte der deutsche Leitindex am vergangenen Freitag rund 0,9 Prozent auf etwa 25.820 Punkte nachgegeben. Schwache US-Techzahlen belasteten vor allem den Nasdaq 100, der knapp 3,5 Prozent verlor. Der DAX profitierte davon, dass er weniger technologielastig aufgestellt ist. Im DAX-Check stehen heute fünf Einzelwerte im Mittelpunkt: Aixtron, Fresenius, Lufthansa, Siemens Energy und Thyssenkrupp.
DAX-Chartbild bleibt trotz schwachem Freitag erfreulich
Im Wochenverlauf arbeitete sich der DAX von rund 25.000 auf zeitweise über 26.000 Zähler vor und verließ damit die zuvor vorherrschende Seitwärtsbewegung nach oben. Das Rekordhoch rückt wieder in den Fokus. Positiv wirkten auch die Notenbanksignale: Weder die US-Notenbank Fed noch die EZB hoben die Zinsen weiter an, was den Markt stützte.
Technisch hat der DAX die 50-Tageslinie zurückerobert und hält deutlichen Abstand zur 200-Tageslinie. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und Zweifeln an den KI-Investitionen bleibt das übergeordnete Chartbild konstruktiv. Zu Wochenbeginn notiert der DAX bei rund 25.770 Punkten mit einem Mini-Minus von 0,2 Prozent – ein verhaltener, aber stabiler Wochenstart.
Aixtron: Kaufsignal nach starkem Kursrückgang
Für Aixtron kommt positive Analystenunterstützung von Kepler Cheuvreux. Die Experten bestätigten ihr Kursziel von 44 Euro und hoben die Einstufung von „Hold” auf „Buy” an. Die Begründung ist klar: Die Aktie ist zuletzt massiv gefallen, während die Gewinnerwartungen gestiegen sind. Im dritten Quartal legten die Kundenbuchungen zu – operativ läuft das Geschäft weiterhin gut.
Aixtron notierte im Juni noch bei über 60 Euro und fiel zwischenzeitlich unter die 30-Euro-Marke. Aktuell zeichnet sich eine erste Erholung ab. Als nächstes Kursziel gilt die 40-Euro-Marke, mittelfristig ist mehr möglich. Der Abverkauf gilt als übertrieben – das aktuelle Niveau bietet eine Einstiegschance.
Fresenius kooperiert mit Wuxi Biologics – Lufthansa wartet auf Impulse
Fresenius gab eine Partnerschaft mit dem chinesischen Konzern Wuxi Biologics bekannt. Ziel ist der Ausbau des Biosimilar-Geschäfts mit mehreren neuen Kandidaten für kostengünstige Nachahmermedikamente. Kurzfristig dürften die Auswirkungen begrenzt sein, da höhere Entwicklungskosten zunächst die Profitabilität belasten könnten. Langfristig ergeben sich jedoch Wachstumschancen.
Fresenius hat seine Ziele für 2026 und 2030 bestätigt. Das Chartbild ist positiv: Die Aktie arbeitet an einem Ausbruch über die August-Hochs, das nächste Kursziel liegt beim Jahreshoch aus dem Februar bei knapp 53 Euro. Für konservative Anleger bietet die Aktie eine solide Basis.
Bei der Lufthansa hat Rivale Ryanair einen Gewinnrückgang durch gestiegene Kerosinkosten gemeldet. Dennoch legten beide Aktien im frühen Handel leicht zu – die hohen Ölpreise scheinen weitgehend eingepreist. Die Lufthansa-Aktie hat von über 10 Euro auf zeitweise unter 7 Euro korrigiert und bildet nun eine Bodenformation zwischen 7 und 7,30 Euro. Hier heißt es vorerst abwarten.
Siemens Energy und Thyssenkrupp: Langfristig positiv, kurzfristig geduldig
Siemens Energy gehört zu den Gewinnern des heutigen Handelstages, nachdem die Aktie am Freitag mehr als 6 Prozent verloren hatte. Trotz eines leichten Plus von rund einem halben Prozent bleibt das Chartbild angeschlagen. Ein leicht fallender Abwärtstrend ist seit Monaten intakt – trotz starker operativer Zahlen und guter Auftragslage.
Langfristig sind die Aussichten gut. Zunächst muss jedoch der Sprung über die 50-Tageslinie und ein Bruch des Abwärtstrends gelingen, bevor ein Neueinstieg sinnvoll erscheint.
Bei Thyssenkrupp geht die Transformation weiter. Nach dem Börsengang der Werkstofftochter Nucera plant Konzernchef Miguel Lopez nun auch den Stahlbereich an die Börse zu bringen. Die Strategie: Thyssenkrupp zur reinen Industrieholding ausbauen und durch die Verselbstständigung der Töchter Wert sichtbar machen.
- Axel Springer (Werkstoff-Tochter Nucera) bereits börsennotiert
- Marine-Tochter TKMS und Wasserstoff-Tochter Nucera ebenfalls eigenständig
- Stahlsparte soll als nächste an die Börse gehen
- Bodenbildung im Bereich 12 Euro möglich
- Kurspotenzial langfristig bis 15–16 Euro
Der Markt wartet heute Abend gespannt auf die US-Quartalszahlen von Apple und Palantir. Fallen diese positiv aus, könnten die Sorgen rund um den Tech-Sektor nachlassen und dem DAX neue Impulse verleihen. Die laufende Berichtssaison in Deutschland dürfte in den kommenden Tagen für weitere Bewegung sorgen.
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