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Chris Oliver Schickentanz

Dieselpreis: Warum ein Tankrabatt nicht hilft

Hohe Dieselpreise belasten Verbraucher und Wirtschaft. Anlagestratege Schickentanz erklärt, welche drei Faktoren den Dieselpreis treiben und warum ein Tankrabatt verpufft.

Redaktion · 5. October 2026, 13:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 05.10.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der Dieselpreis bleibt auf einem hohen Niveau und belastet Verbraucher wie Unternehmen gleichermaßen. Anlagestratege Chris Oliver Schickentanz analysierte im Markgespräch bei ntv, welche Faktoren hinter dem Preisanstieg stecken, warum politische Schnellschüsse wie ein Tankrabatt keine nachhaltige Wirkung entfalten und welche strukturellen Probleme die deutsche Automobilindustrie beim Übergang zur Elektromobilität ausbremsen.

Drei Faktoren treiben den Dieselpreis nach oben

Laut Schickentanz sind es vor allem drei Preistreiber, die den Diesel so teuer machen:

  • Rohölpreis: Der Ölpreis liegt deutlich über 100 US-Dollar pro Barrel und bildet die wichtigste Kostenbasis.
  • Schwacher Euro: Der starke US-Dollar verteuert Rohölimporte zusätzlich, da Öl international in Dollar gehandelt wird.
  • Raffineriemargen: Fehlende Verarbeitungskapazitäten ermöglichen es Raffinerien, überdurchschnittlich hohe Margen durchzusetzen.

Das Zusammenspiel dieser drei Faktoren sorgt nach Einschätzung des Anlageexperten für einen inflationären Schub in der Breite. Da Lebensmittel und Industrievorprodukte überwiegend per Lkw transportiert werden, schlägt sich der hohe Dieselpreis nicht nur an der Zapfsäule, sondern auch im Supermarktregal und bei zahlreichen anderen Produkten nieder.

Warum ein Tankrabatt verpufft

Ein staatlicher Tankrabatt greift nach Ansicht von Schickentanz am eigentlichen Problem vorbei. Die hohen Preise resultieren nicht aus überhöhten Steuern oder Abgaben, die sich kurzfristig senken ließen, sondern aus geopolitischen Verwerfungen und strukturellen Kapazitätsengpässen.

Die Straße von Hormuz und das Rote Meer sind derzeit nur zu etwa 30 bis 40 Prozent ihrer normalen Auslastung befahrbar. Schiffe passieren diese Routen ohne Kennung – ein erhebliches Risiko, das Reedereien auf sich nehmen müssen und das die globalen Lieferketten weiter belastet. Solange diese Seewege unsicher bleiben, müssen mehr Güter über den teureren Landweg transportiert werden, was den Dieselbedarf und damit den Preis weiter in die Höhe treibt.

Schickentanz sieht deshalb die Diplomatie gefragt: Eine belastbare Lösung unter Einbeziehung des Iran sei die einzige nachhaltige Möglichkeit, die Handelswege zu stabilisieren und damit mittelbar auch den Energiemarkt zu entspannen.

E-Autos als Ausweg – aber finanzielle Hürden bleiben hoch

Eigentlich bieten die hohen Spritpreise einen starken Anreiz, auf Elektroautos umzusteigen. Doch viele Privathaushalte können sich eine Investition von 30.000 bis 50.000 Euro nicht leisten. Sie zahlen lieber kontinuierlich hohe Tankkosten, die sich monatlich aus dem laufenden Einkommen bestreiten lassen, als eine große Einmalausgabe zu stemmen.

Dennoch steigt der Anteil neu zugelassener Elektrofahrzeuge spürbar an – allerdings kommen die meisten davon aus China. Der Grund liegt in den Produktionskosten: Chinesische Hersteller produzieren nach Schätzungen von Branchenexperten bis zu 40 bis 50 Prozent günstiger als ihre deutschen Wettbewerber. Das ermöglicht deutlich niedrigere Verkaufspreise und verschafft chinesischen Anbietern einen erheblichen Wettbewerbsvorteil auf dem europäischen Markt.

Deutsche Autohersteller unter Druck

Die deutschen Automobilhersteller stehen damit vor einer doppelten Herausforderung: hohe Produktionskosten im Inland und ein wachsender Preisdruck durch günstige Importfahrzeuge aus Fernost. Eine Erweiterung der Modellpalette im mittleren und unteren Preissegment gilt als notwendige Voraussetzung, um im Wettbewerb um die breite Käuferschicht mithalten zu können.

Die aktuelle Lage verdeutlicht, dass die hohen Energiepreise weit über die Zapfsäule hinauswirken – sie beschleunigen strukturellen Wandel in der Industrie, belasten Verbraucher durch steigende Lebenshaltungskosten und fordern die Politik auf, nachhaltige geopolitische Lösungen statt kurzfristiger Subventionen zu suchen. Ob Diplomatie, Elektromobilität oder Effizienzsteigerung in der Raffinerie: Eine einzelne Maßnahme allein wird den Preisdruck kaum brechen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ntv Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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