Dieses Video wurde am 06.05.2026 von tagesschau auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein Jahr nach dem historisch holprigen Start der schwarz-roten Koalition zieht die politische Berlin eine gemischte Bilanz. Bundeskanzler Friedrich Merz wurde im Mai 2025 erst im zweiten Wahlgang zum Kanzler gewählt – ein Novum in der Geschichte der Bundesrepublik. Seitdem hat die Regierung legislativ durchaus einiges bewegt, kämpft aber mit anhaltenden Kommunikationsproblemen und wachsender Unruhe innerhalb des Bündnisses.
Legislativer Aufwand, spürbarer Wandel noch aus
Die Bundesregierung verweist auf beachtliche Zahlen: Über 141 Gesetze wurden bislang auf den Weg gebracht. Dazu gehören das Sondervermögen Infrastruktur sowie eine Reihe von Erleichterungen für Unternehmen. In seiner ersten Regierungserklärung hatte Merz noch angekündigt, die Bürgerinnen und Bürger sollten „schon im Sommer spüren, dass sich langsam etwas zum Besseren verändert”.
Dieses Versprechen blieb jedoch weitgehend uneingelöst. Im Herbst legte Merz nach und kündigte weitere Reformen an – für Herbst, Winter, Frühling und die kommenden Jahre. Kritiker sehen darin ein Eingeständnis, dass der erhoffte schnelle Wandel ausgeblieben ist.
Kommunikative Ausrutscher kosten Vertrauen
Schwerer als die politischen Hürden wogen für Merz’ Ansehen wiederholte kommunikative Patzer. Unklare und unüberlegt wirkende Äußerungen – etwa eine rätselhafte Anspielung auf „Töchter” im Zusammenhang mit Stadtbildproblemen – sorgten für Empörung weit über politische Gegner hinaus.
Die Folge: Umfragewerte im Keller. Hinzu kommen Berichte über eskalierende Spannungen innerhalb der Koalition, darunter ein lautgewordener Streit zwischen Merz und seinem Koalitionspartner in der Villa Borsig.
- Holprige Kanzlerwahl im zweiten Anlauf – ein historisches Novum
- Fehlende spürbare Verbesserungen trotz zahlreicher Gesetze
- Wiederholte Kommunikationspannen und öffentliche Empörungswellen
- Wachsender Koalitionsstreit und sinkende Zustimmungswerte
Merz als Kanzler: Macht ohne gewachsenen Unterbau
Ein strukturelles Problem der Kanzlerschaft sei laut Beobachtern die fehlende Verankerung in einem gewachsenen Vertrauensnetzwerk. Merz war vor seinem Amtsantritt weder Minister noch Oberbürgermeister – und bringt damit wenig Regierungserfahrung mit. Vorgängerinnen wie Angela Merkel hatten enge Vertraute wie Büroleiterin Beate Baumann, die über Jahre mitgewachsen sind. Auch Gerhard Schröder stützte sich auf sein legendäres Netzwerk „Friends of Gerhard”.
Bei Merz fehlt eine solche verlässliche Kernstruktur. Das zeige sich unter anderem im Kokettieren mit der Vertrauensfrage – dem schärfsten Instrument eines Kanzlers. Als es um die Rentenhaltelinie ging, nötigte er seine Fraktion über Nacht, die Kanzlermehrheit zu sichern, was für erheblichen Unmut sorgte.
Jens Spahn, die SPD und die nächsten drei Jahre
Die Wiederwahl von Jens Spahn zum Fraktionsvorsitzenden gilt als ambivalentes Signal. Spahn, dem selbst Ambitionen auf das Kanzleramt nachgesagt werden, gewann durch sein starkes Wahlergebnis an Macht. Zugleich liegt es nun an ihm, die Unionsfraktion – mit ihrer knappen Mehrheit und zunehmender Unruhe gerade bei jüngeren Abgeordneten – zusammenzuhalten.
Merz hat Neuwahlen und eine Minderheitsregierung ausdrücklich ausgeschlossen. Auf dem Parteitag in Stuttgart betonte er, mit der SPD bis zum Ende der Legislaturperiode regieren zu wollen – auch wenn der Preis dafür „eine gewisse Langsamkeit” sei. Innerhalb von Union und Fraktion mehren sich allerdings Stimmen, die eine Minderheitsregierung als Alternative betrachten, weil man sich durch den Koalitionspartner gebremst fühlt.
Spätestens in einem Jahr dürfte die Frage nach dem Machtvakuum drängender werden: Tritt Friedrich Merz erneut an, oder öffnet sich das Feld für Nachfolger? Die schwarz-rote Koalition steht damit vor einer entscheidenden Phase – inhaltlich mit Substanz ausgestattet, kommunikativ und strukturell aber weiterhin unter Druck.
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