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Genderneutrale Mode

John Galliano bei Zara: Kollektion „Reform” im Check

John Galliano bringt Haute-Couture-Ästhetik zu Zara: Die genderneutrale Kollektion „Reform" startet eine zweijährige Zusammenarbeit mit dem Modekonzern.

Redaktion · 2. October 2026, 23:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 02.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der umstrittene Modeschöpfer John Galliano wagt einen ungewöhnlichen Schritt: Gemeinsam mit dem spanischen Modekonzern Zara präsentierte er seine erste Kollektion unter dem Namen Reform — genderneutral, von Couture-Ästhetik durchdrungen und für ein breites Publikum zugänglich. Die auf zwei Jahre angelegte Zusammenarbeit markiert Gallianos bislang größten Auftritt im Massenmarkt und fällt in eine Zeit, in der seine Karriere von anhaltenden Kontroversen begleitet wird.

Reform: Zara-Archiv trifft Galliano-Handschrift

Das Herzstück der Kollektion ist eine Neuinterpretation bestehender Zara-Stücke. Hemden werden zu lederartigen Mänteln umgeformt, aus Pullovern entstehen Stolen, transparente Layering-Looks ergänzen das Bild. Das typische Galliano-Element — der Schrägschnitt — ist auch hier allgegenwärtig und verleiht Kleidern und Röcken ihre charakteristische fließende Silhouette.

Inhaltlich lehnt sich die Kollektion an die Ästhetik der exzentrischen Dandys und Diven des postrevolutionären Frankreichs an. Dramatische Tüllkompositionen, Lederhandschuhe und eine eigens entwickelte Hutkollektion in Zusammenarbeit mit Starhutmacher Stephen Jones runden das Gesamtbild ab.

Besonderes Aufsehen erregt die Triik — Zaras erste Tasche mit eigenem Namen, deren Design von einem Müllsack inspiriert wurde. Das Stück steht exemplarisch für Gallianos Ansatz, das Alltägliche ins Luxuriöse zu überführen.

Genderneutrale Mode als programmatisches Statement

Die Kollektion Reform ist bewusst geschlechtsneutral konzipiert. Galliano knüpft damit an eine Tradition an, die er schon in früheren Häusern — etwa bei Maison Margiela — verfolgt hat: Mode als Ausdruck jenseits binärer Kategorien.

  • Fließende Silhouetten für alle Körperformen
  • Layering-Looks ohne geschlechtsspezifische Zuordnung
  • Accessoires — Hüte, Handschuhe, Tasche — als neutrale Ergänzungen
  • Historische Referenzen aus dem postrevolutionären Frankreich

Die Entscheidung, eine genderneutrale Linie für den Massenmarkt zu entwerfen, ist für Zara ein Novum dieser Größenordnung. Es ist zugleich ein Signal, dass der Konzern auf gesellschaftliche Debatten rund um Identität und Selbstausdruck reagiert.

Gallianos Comeback im Schatten der Kontroverse

Der Launch der Reform-Kollektion kommt für John Galliano zu einem heiklen Zeitpunkt. Erst wenige Wochen zuvor wurde die für 2027 geplante große Retrospektive im Metropolitan Museum of Art in New York abgesagt. Hintergrund sind die bis heute nachwirkenden Kontroversen um seine Person — antisemitische Äußerungen hatten 2011 zu seinem Rauswurf bei Christian Dior geführt.

Seitdem hat Galliano bei Maison Margiela schrittweise an eine Rückkehr in die Branche gearbeitet. Die Zara-Kooperation ist sein bisher sichtbarstes Comeback-Projekt: Erstmals erreicht er damit wieder ein Millionenpublikum, ohne die Filter eines Haute-Couture-Hauses.

Ob die Modewelt und das breite Publikum bereit sind, diesen Schritt mitzugehen, bleibt eine offene Frage — und macht Reform zu mehr als nur einer Kollektion.

Modewoche im Überblick: Gucci, Dior und Saint Laurent setzen Akzente

Im Umfeld der Pariser und Mailänder Modewoche sorgten auch andere Häuser für Gesprächsstoff. Bei Gucci präsentierte Kreativdirektor Sabato De Sarno unter dem Titel The Shop eine Kollektion, die elegante Bourgeoisie und exzentrischen Glamour vereint — und dabei Gucci als Ort für unterschiedlichste Persönlichkeiten inszeniert. Im Oktober eröffnet in Paris der erste Store nach diesem neuen Konzept.

Bei Dior schickte Jonathan Anderson federleichte Schifon-Jacken und blütenstrukturierte Röcke auf den Laufsteg — inspiriert von der unvollkommenen Symmetrie der Natur. Saint Laurent feierte unterdessen das zehnjährige Jubiläum von Anthony Vaccarello als Kreativdirektor mit einer fast vollständig in Gold gehaltenen Show vor dem Eiffelturm. Charlotte Gainsbourg sang auf dem Laufsteg — und ob Vaccarellos symbolische Schlüsselübergabe am Ende ein Abschied war, blieb bewusst offen.

Die Modewochen zeigen: Zwischen kommerziellem Kalkül, künstlerischem Anspruch und gesellschaftlicher Relevanz bewegt sich die Branche in einem Spannungsfeld, das sie so lebendig wie nie zuvor macht.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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