Sunday, 20. September 2026
CDU

Markus Söder als Kanzler: Wann kommt der Ruf?

Markus Söder steht bereit, sollte Friedrich Merz scheitern. Welche Szenarien die Landtagswahlen für die Unionsspitze bedeuten – eine politische Analyse.

Redaktion · 20. September 2026, 14:00 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 20.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin könnten für Bundeskanzler Friedrich Merz zur Schicksalsfrage werden. Während die CDU in Sachsen-Anhalt bereits auf katastrophale 17 Prozent abgestürzt ist und die AfD triumphierte, rückt ein Name wieder in den Fokus: Markus Söder. Der CSU-Chef gilt als stiller Anwärter auf die Kanzlerschaft – und seine Parteifreunde beobachten die Lage genau.

Merz in der Krise: Eine Partei lässt ihren Kanzler allein

Das Bild nach der Wahlnacht in Sachsen-Anhalt war eindeutig. Als Merz im Konrad-Adenauer-Haus auf Unterstützung wartete, erschien nur ein einziger Ministerpräsident: Daniel Günther. Hendrik Wüst schwitzte beim Triathlon, Michael Kretschmer feierte auf einer Comedybühne, die anderen sagten nicht einmal ab.

Kurz darauf folgte ein Brief von acht Ministerpräsidenten, der Geschlossenheit demonstrieren sollte – mit einem auffälligen Detail: Der Name Friedrich Merz fehlte im Text. Offenbar wurde er nachträglich gestrichen. Erst die drohenden Doppelwahlen brachten die Partei dazu, aus einer „freundschaftlichen Einladung” eine verpflichtende Präsidiumssitzung zu machen.

Die Einigkeit in der Union ist damit eine auf Bestellung – wie lange sie hält, ist offen.

Söder wartet ab – aber er wartet

Für politische Beobachter gilt beim CSU-Chef eine alte Faustformel: Je häufiger Markus Söder betont, für das Kanzleramt nicht zur Verfügung zu stehen, desto wahrscheinlicher ist es, dass er es doch anstrebt. Doch Söder denkt strategisch.

Aktuell wäre er im Falle eines Kanzlersturzes nicht die erste Wahl der CDU. Die Partei würde zunächst auf Hendrik Wüst setzen. Söder hat diese Lage analysiert und sich deshalb klar hinter Merz gestellt – er nannte ihn sogar namentlich, anders als die Verfasser des anonymen Ministerpräsidenten-Briefs.

Seine Kalkulation: Lieber noch etwas länger mit einem geschwächten Merz als ein vorzeitiger Sturz, der ihn nicht an die Macht bringt. Erst wenn der Scherbenhaufen in der CDU deutlich größer wird, könnte der Ruf nach München gehen.

Was die Wahlergebnisse für die Union bedeuten

Die Szenarien des Wahlabends könnten unterschiedlicher kaum sein:

  • Scheitert die CDU in Mecklenburg-Vorpommern an der Fünf-Prozent-Hürde, wäre das ein historisches Desaster – einmalig in der Nachkriegsgeschichte der Partei und ein direkter Angriff auf Merz’ Autorität.
  • Bleibt die CDU in beiden Ländern über der Hürde und liegt in Berlin vorn, könnte Merz wieder Tritt fassen und die Reformagenda neu aufsetzen.
  • Ein starkes Abschneiden der SPD unter Manuela Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern würde die Sozialdemokraten bundesweit stärken und den Druck auf die Koalition erhöhen.
  • Ein Linksrutsch in Berlin hätte vor allem symbolische Wirkung – eine Hauptstadt, regiert von einer Partei mit umstrittenem außenpolitischem Profil und Enteignungsfantasien, würde international Aufmerksamkeit erregen.

Schwesig, die SPD und das Machtspiel in Berlin

Sollte Manuela Schwesig ihre SPD in Mecklenburg-Vorpommern noch vor die AfD führen, wäre das mehr als ein regionaler Erfolg. Schwesig gilt als Führungsreserve ihrer Partei. Die Parteivorsitzenden sind beide unter Druck, ein Triumph im Nordosten könnte sie ins Gespräch bringen – möglicherweise an der Spitze eines Duos mit Hubertus Heil.

Für Merz wäre eine gestärkte SPD-Linke eine weitere Belastung: Unter Schwesig würden viele der laufenden Reformvorhaben neu verhandelt oder aufgekündigt werden. Die Koalitionsarbeit der letzten Monate stünde wieder am Anfang.

Der 20. September 2026 könnte so entweder der Tiefpunkt einer Kanzlerschaft werden, von dem aus Merz die Kurve gerade noch kratzt – oder der Beginn eines Machtwechsels, der letztlich auch Markus Söder ins Zentrum der Berliner Politik rückt.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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