Russland im Krieg: „Die Angst regiert”

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Dieses Video wurde am 21.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Russland erlebt im dritten Jahr des Ukrainekriegs ein gespaltenes Alltagsbild: Während Raffinerien und Versandlager unter ukrainischen Angriffen brennen, sind Konzertkarten für Kanye-West-Auftritte im Herbst bereits ausverkauft — die günstigsten Tickets kosten umgerechnet etwa 1.000 Dollar. Der deutsch-russische Schriftsteller Wladimir Kaminer hat in einem Interview diese Widersprüche schonungslos beschrieben und erklärt, warum er eine neue russische Mobilisierungswelle für weitgehend wirkungslos hält.

Zwischen Honigfest und Kriegsrealität

Russland ist ein riesiges Land — und genau das prägt die Wahrnehmung des Krieges in der Bevölkerung. Wo es an einem Ende brennt, kaufen Menschen am anderen Ende Konzertkarten oder besuchen Blumen- und Honigfestivals in Moskau. Kaminer beschreibt die Stimmung als eine „Mischung aus Hochzeit und Begräbnis”.

Diese gesellschaftliche Spaltung zeigt sich auch wirtschaftlich. Die wohlhabende städtische Mittelschicht kann sich Teuerungen vorerst noch leisten. Ärmere Bevölkerungsschichten hingegen spüren die Folgen des Krieges zunehmend direkt — durch steigende Preise, Versorgungsengpässe und wachsende staatliche Abgaben.

Ukrainische Drohnen- und Raketenangriffe haben inzwischen einen erheblichen Teil der russischen Raffinerie-Infrastruktur beschädigt. Laut Kaminer wurden rund zwei Drittel der Verarbeitungsbetriebe für Benzin außer Betrieb gesetzt. Bürgermeister riefen Bürger im Internet auf, zu Fuß zu gehen — offiziell als gesundheitliche Empfehlung verpackt, tatsächlich wegen des akuten Treibstoffmangels.

Drohende Ernährungskrise durch Spritmangel

Der Treibstoffmangel trifft die russische Landwirtschaft zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Die Ernte läuft auf Hochtouren — doch ohne Diesel können Maschinen nicht betrieben werden.

Kaminer warnt deshalb vor einer drohenden Ernährungskrise in Russland. Betroffen wären vor allem einkommensschwache Bevölkerungsgruppen, während reiche Stadtbewohner die Preissteigerungen besser abfedern könnten. Die Abhängigkeit der Nahrungsmittelversorgung von einem funktionierenden Energiesektor macht diesen Engpass zu einem strukturellen Problem — nicht nur zu einem vorübergehenden Lieferengpass.

Gleichzeitig ist die Bargeldmenge in Russland seit Jahresbeginn um rund 25 Milliarden Euro gestiegen. Viele Bürger heben Ersparnisse in bar ab und horten sie zuhause — ein deutliches Zeichen für schwindendes Vertrauen in das Bankensystem und die wirtschaftliche Stabilität.

Mobilisierung: Warum eine neue Welle kaum helfen würde

Immer wieder wird über eine neue russische Mobilisierungswelle spekuliert. Kaminer hält diese Option für militärisch kaum sinnvoll — und nennt mehrere Gründe:

  • Verfügbare Männer im wehrfähigen Alter arbeiten in kriegswichtigen Industrien oder haben sich dem Zugriff entzogen.
  • Eine Entnahme von 300.000 weiteren Soldaten aus der Wirtschaft würde die Rüstungsproduktion schwächen.
  • Ausrüstung, Bewaffnung und Versorgung zusätzlicher Truppen sind nach aktuellem Stand kaum darstellbar.
  • Das Regime hält eine große innere Sicherheitsarmee vor, um den eigenen Machterhalt zu sichern — diese kann nicht einfach an die Front verlegt werden.

Auch eine Eskalation mit neuen Waffensystemen scheidet laut Kaminer aus: Die Ukraine verfügt inzwischen selbst über Langstrecken- und Mittelstreckenraketen und könnte kritische russische Infrastruktur — darunter Chemieanlagen und Atomkraftwerke — ins Visier nehmen.

Putins Machtbasis: Angst als stabilisierender Faktor

Die entscheidende Frage lautet, wie stabil Wladimir Putins Herrschaft angesichts all dieser Belastungen noch ist. Kaminer gibt eine nüchterne Antwort: Die russischen Eliten und Oligarchen stützen Putin nicht aus Überzeugung, sondern aus Kalkül.

„Die Angst, gegen ihn aufzubegehren, ist zurzeit größer als die Angst, mit ihm gemeinsam unterzugehen”, so Kaminer. Solange diese Gleichung aufgeht, bleibe Putin im Amt. Die Oligarchen wurden bereits zur Kasse gebeten — rund vier Milliarden Dollar flossen in den Kriegsetat. Eine umfassende Steuerreform treibt die Abgaben auf Rekordniveau.

Kaminer ist überzeugt, dass sich dieses Gleichgewicht irgendwann verschieben wird: Wenn die Kosten für Putins Krieg die Angst vor einem Aufstand überwiegen, könnte der Präsident auch für seine engsten Unterstützer nicht mehr tragbar sein. Bis dahin, so das Fazit, hält Putin alle Karten in der Hand — und zeigt keinerlei Bereitschaft zu Friedensverhandlungen. Sein Selbstbild als geduldiger, langlebiger Staatsmann mache einen Kurswechsel auf absehbare Zeit unwahrscheinlich.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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