Merz zu AfD-Überläufern: „Haben in der CDU keinen Platz”
Nach dem Eklat in Magdeburg spricht Kanzler Merz Klartext: CDU-Abgeordnete, die AfD-Kandidaten wählen, haben in der Partei keinen Platz mehr.
Dieses Video wurde am 12.10.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach dem Vorfall im Magdeburger Landtag eine klare Ansage an mögliche AfD-Überläufer in der CDU gemacht. Die Wahl eines Landtagspräsidenten mit Stimmen aus dem extremen rechten Lager bezeichnete er als „furchtbar” und stellte unmissverständlich klar: Wer einer solchen Wahl die Hand reicht, hat in der CDU keinen Platz. Gleichzeitig forderte er SPD und Grüne auf, laufende Gespräche mit der Linkspartei in Berlin sofort zu beenden.
Der Magdeburger Eklat: Was geschah im Landtag?
Im Mittelpunkt der Debatte steht ein als beispiellos bezeichneter Vorgang im Magdeburger Landtag: Dort wurde ein Parlamentspräsident gewählt – und das offenbar auch mit Stimmen aus Reihen, die über die AfD-Fraktion hinausgingen. Merz sprach von vier zusätzlichen Stimmen, deren genaue Herkunft zunächst unklar blieb, die den Vorgang aber noch schwerer wiegen ließen.
Schon die bloße Möglichkeit, dass eine solche Wahl ohne zusätzliche Stimmen aus anderen Fraktionen zustande kommen konnte, sei für sich genommen nicht hinnehmbar. Die zusätzlichen Stimmen hätten den Vorfall weiter verschärft und beschäftigten die Parteiführung intensiv.
Merz zieht klare Grenze – auch nach links
Merz bekräftigte die seit Langem geltende Unvereinbarkeitsregel der CDU: Die Partei werde an keiner Stelle in Deutschland Extremisten in Staats- oder Regierungsämter wählen. Dabei machte er keinen Unterschied zwischen den politischen Lagern:
- Ein Landtagspräsident ist ein Staatsamt – und damit ebenso tabu wie andere Verfassungsorgane.
- Ein Vizepräsident im Bundestag unterliegt denselben Grundsätzen.
- Die Regel gilt gleichermaßen für Rechtsextremisten wie für Linksextremisten.
- Abgeordnete, die solchen Wahlen zustimmen, haben laut Merz in der CDU „keinen Platz”.
Diese Entscheidungen seien nicht neu, sondern bereits „vor langer Zeit” getroffen worden. Merz betonte, dass es sich um Grundsätze handle, von denen die Partei nicht abrücken werde.
Berliner Koalitionsgespräche: Merz fordert Abbruch mit der Linkspartei
Neben dem Magdeburger Vorfall richtete Merz seinen Blick auch nach Berlin, wo SPD und Grüne Gespräche mit der Linkspartei führen. Auch diesen Vorgang bezeichnete er als „beispiellos” und wiederholte seine Forderung, diese Gespräche sofort zu beenden.
Sein Argument: Im Berliner Abgeordnetenhaus gibt es eine stabile Mehrheit aus CDU, SPD und Grünen – ohne die Linkspartei. Diese Mehrheit reiche aus, um eine handlungsfähige Landesregierung zu bilden. Es gebe daher „überhaupt keine Veranlassung”, mit einer „linksradikalen Partei” eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit zu suchen.
Merz schloss seine Ausführungen mit einem direkten Appell: „Ich hoffe, dass die SPD zur Vernunft kommt.”
Einordnung: Druck auf die Parteidisziplin wächst
Die Aussagen von Merz zeigen, wie stark der Druck auf die Parteidisziplin innerhalb der CDU gestiegen ist. Der Vorfall in Magdeburg dürfte die innerparteiliche Debatte über Sanktionsmöglichkeiten bei Verstößen gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss neu entfachen. Gleichzeitig sendet Merz ein Signal in Richtung der politischen Mitte: Die CDU begreift sich als Bollwerk gegen Extremismus von beiden Seiten des politischen Spektrums – und will diese Linie auch auf Länderebene durchsetzen. Wie die betroffenen Abgeordneten und Landesverbände auf den öffentlichen Druck reagieren, wird die nächsten Wochen entscheiden.
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