Friday, 18. September 2026
CDU

Merz unter Druck: CDU vor Schicksalswahl am Sonntag

Die CDU-Ministerpräsidenten stärken Friedrich Merz den Rücken – doch die Kanzlerkrise ist nicht vorbei. Was die Landtagswahlen am Sonntag bedeuten.

Redaktion · 16. September 2026, 17:00 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 16.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Friedrich Merz Kanzlerkrise spitzt sich zu: Kurz vor den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben die acht CDU-Ministerpräsidenten eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der sie ihre Unterstützung für den Bundeskanzler bekunden. Doch politische Beobachter sind skeptisch. Die Erklärung soll Ruhe in turbulente Parteireihen bringen – ein Zeichen, das in normalen Zeiten schlicht nicht nötig wäre. Das historische Umfragetief der CDU und offene Machtfragen innerhalb der Koalition bleiben ungeklärt.

Ministerpräsidenten stärken Merz den Rücken – aber nur begrenzt

In ihrer gemeinsamen Erklärung versichern die CDU-Ministerpräsidenten, gemeinsam mit dem Bundeskanzler die Probleme des Landes angehen zu wollen. Doch ein Detail fällt auf: Der Name Friedrich Merz wird in dem Schreiben kaum explizit genannt. Der „Bundeskanzler” taucht abstrakt auf – eine Unterstützung, die Analysten eher als „1b” denn als klares Bekenntnis werten.

Politikanalyst Gorden Repinski bringt es auf den Punkt: Dass eine solche Erklärung überhaupt nötig ist, sagt viel über den Zustand der CDU. Denn normalerweise müsse man eine Partei wenige Tage vor Wahlen nicht eigens zur Ruhe mahnen. Der Zerfallsprozess innerer Macht, so Repinski, sei in dieser Form bei keinem früheren Kanzler beobachtbar gewesen – auch nicht unter Angela Merkel.

Schicksalswahl am Sonntag: Was steht auf dem Spiel?

Die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin am Sonntag gelten als Richtungsentscheid für die Kanzlerschaft von Merz. Sollte die CDU in Mecklenburg-Vorpommern den Einzug ins Landesparlament verpassen, droht nach Einschätzung von Insidern ein weiterer Machtverlust für den Kanzler – und möglicherweise ein offener Kanzlertausch-Prozess ab Montag.

  • Die CDU liegt in aktuellen Umfragen unter 20 Prozent – ein historisches Tief.
  • Das Wort „Kanzlertausch” kursiert offen in Parteikreisen.
  • Merz sagte seine Reise zur UN-Vollversammlung ab, um im Wahlkampf präsent zu bleiben.
  • Bei der Adenauer-Stiftung gab Merz ein öffentliches Versprechen zur Sozialstaatsreform.
  • Die Koalitionspartnerin SPD gilt intern als Haupthindernis für die angestrebten Reformen.

Merz selbst betonte in einer Rede, er besitze im Bundestag lediglich eine von 630 Stimmen. Mehrheiten müsse er organisieren – ein offenes Eingeständnis seiner eingeschränkten Durchsetzungskraft.

Merz’ Auftreten: Kämpferisch, aber hochnervös

Bei einem Auftritt vor dem Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) wirkte Merz nach Beobachterurteilen wieder gefasster. Vor dem Unternehmerpublikum fand er seine Erzählung: Reformen seien nötig, und er sei ihr Verfechter – Verzögerungen lägen am Koalitionspartner. Dieser Auftritt funktionierte, kam aber spät.

Sein Grundzustand wird dennoch als hochnervös beschrieben. Die Anspannung war besonders bei einer Finnland-Reise der Vortage spürbar gewesen. Parteiinterne Ratschläge klingen deutlich: Merz solle einen empathischeren Zugang zur Bevölkerung suchen und als Person wieder erlebbar werden.

Auch inhaltlich gerät er unter Druck: Die Benzinpreise sind ein innenpolitisches Reizthema, und Merz kündigte an, sehr bald einen Vorschlag zur Entlastung vorlegen zu wollen – das genaue Instrument stehe jedoch noch nicht fest.

Söder wartet – und die Brandmauer bröckelt leise

Bemerkenswert ist das Fehlen eines prominenten Namens unter der Erklärung der Ministerpräsidenten: Markus Söder hat nicht unterschrieben. Als CSU-Chef war das formal möglich – politisch ist es ein Signal. Söder zeigt sich in dieser Woche auffällig präsent: Interviews, öffentliche Auftritte, ein Treffen mit dem österreichischen Bundeskanzler. Sein politischer Instinkt scheint wieder erwacht, er prüft offenbar eine Chance auf die Kanzlerschaft, die er längst abgeschrieben glaubte.

Auch die Frage der Brandmauer gegenüber der AfD wird in der Erklärung nur indirekt adressiert. Von einer Zusammenarbeit mit „allen demokratischen Kräften” ist die Rede – das Wort „Brandmauer” fehlt bewusst. Das lässt Interpretationsspielraum und wird von Beobachtern als kleine Absetzbewegung vom bisherigen Kurs gedeutet, ohne die Grundwerte offen aufzugeben.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob Friedrich Merz die Krise als Kanzler übersteht oder ob Sonntag tatsächlich zum Wendepunkt wird. Klar ist: Die CDU steckt in ihrer schwersten Führungskrise seit Jahren – und ein Ende der Turbulenzen ist vorerst nicht in Sicht.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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