Planktonblüte färbt Meer vor Koh Larn giftgrün
Eine massive Planktonblüte färbt das Meer vor der Ferieninsel Koh Larn bei Pattaya giftgrün. Meeresbiologen erklären, was hinter dem Phänomen steckt.
Dieses Video wurde am 04.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Das türkisblaue Meer vor der thailändischen Ferieninsel Koh Larn nahe Pattaya hat sich innerhalb kurzer Zeit in ein schreiendes Giftgrün verwandelt. Ausgelöst wurde die spektakuläre Verfärbung durch eine Planktonblüte – die explosionsartige Massenentwicklung von Mikroorganismen. Meeresbiologen der Burapha-Universität nehmen die Erscheinung derzeit intensiv unter die Lupe und zeigen sich besorgt: Hinter dem Phänomen steckt mehr als ein natürliches Naturschauspiel.
Giftgrünes Wasser schreckt Urlauber ab
Badegäste, die eigentlich Entspannung und kristallklares Wasser suchten, reagieren auf die Verfärbung mit Unverständnis und Unbehagen. Viele meiden das Wasser mittlerweile vollständig – aus Angst vor Hautreizungen und unbekannten Gesundheitsrisiken.
Touristen berichten, das Wasser fühle sich „total dreckig” an. Wer einmal darin gebadet hat, möchte das Erlebnis nicht wiederholen. Die Verfärbung betrifft weite Teile der Küstengewässer rund um den beliebten Ferienort Pattaya und hat sich in auffallend kurzer Zeit ausgebreitet.
Noctiluca-Plankton als Hauptverursacher
Wissenschaftler der Burapha-Universität haben vor Ort Wasserproben entnommen, Temperatur gemessen und den Sauerstoffgehalt bestimmt. Im Filternetz sammelten sich dichte Klumpen mikroskopischer Organismen – eindeutig identifiziert als Noctiluca-Plankton.
Diese einzelligen Meeresorganismen kommen natürlicherweise im Meer vor und sind vergleichsweise groß. Unter normalen Bedingungen halten sie sich in überschaubaren Mengen. Verändern sich jedoch Umweltparameter, können sie sich rasant vermehren und ganze Küstenabschnitte verfärben.
Eutrophierung und Abwässer treiben die Massenblüte an
Die Forscher benennen mehrere zusammenwirkende Ursachen für die aktuelle Massenblüte:
- Zunehmende Eutrophierung der Küstengewässer durch übermäßigen Nährstoffeintrag
- Einleitung von Abwässern aus Flüssen wie dem Chao Phraya
- Veränderte Wassertemperaturen, begünstigt durch den Klimawandel
- Geringere Meeresströmungen, die eine Verdünnung der Nährstoffe verzögern
Nährstoffe aus landwirtschaftlichen und städtischen Abwässern gelangen über Flusssysteme in die Küstennähe und fungieren als Dünger für das Plankton. Je mehr organisches Material ins Meer gelangt, desto explosiver kann sich das Noctiluca-Plankton entwickeln.
Gefahr für Fische, Fischer und das Ökosystem
Das Phänomen ist nicht nur ein ästhetisches Problem für den Tourismus. Wenn Noctiluca-Plankton abstirbt, entzieht der Zersetzungsprozess dem Wasser lebensnotwendigen Sauerstoff. Dadurch entstehen sogenannte Todeszonen, in denen Fische und andere Meerestiere nicht überleben können.
Besonders betroffen sind lokale Fischer, deren Fanggebiete durch die Sauerstoffarmut erheblich eingeschränkt werden. Für die gesamte marine Nahrungskette stellt eine solche Massenblüte eine ernsthafte Belastung dar.
Laut den Meeresforschern wird sich die Lage erst dann entspannen, wenn Wind und Strömung drehen und die grüne Schicht auflösen. Langfristig jedoch bleibt das Problem bestehen, solange der Nährstoffeintrag in die Küstengewässer nicht deutlich reduziert wird. Experten fordern daher eine strengere Kontrolle von Abwassereinleitungen und ein konsequenteres Management der Flusseinzugsgebiete – nicht nur in Thailand, sondern weltweit in touristisch intensiv genutzten Küstenregionen.
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