Professor Green: ADHS und Autismus-Diagnose im Rückblick

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Dieses Video wurde am 06.05.2026 von BBC News auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der britische Rapper Professor Green hat offen über seine kürzlich erhaltenen Diagnosen von ADHS und Autismus gesprochen. Im Gespräch mit BBC News schilderte er eindrücklich, wie unerkannte neuronale Unterschiede seine Kindheit und Schulzeit geprägt haben – und warum Musik für ihn zur rettenden Ressource wurde. Seine Geschichte berührt ein Thema, das immer mehr Menschen betrifft: die Herausforderungen eines Bildungssystems, das nicht für alle Lernenden gleichermaßen funktioniert.

Eine Kindheit voller Zeichen – und keine Antworten

Professor Green beschreibt seine frühen Jahre als eine Zeit der Verwirrung und des Leidens, ohne zu wissen warum. Schon alltägliche Dinge wie das Anziehen der Schuluniform wurden zur unerträglichen Belastung. Zwanghaftes Zählen, vor allem von Wörtern während Gesprächen, sowie Tics begleiteten ihn durch den Alltag.

Sein Schulweg war alles andere als geradlinig: Er besuchte drei Grundschulen, zwei weiterführende Schulen und eine sogenannte Pupil Referral Unit – eine Einrichtung für Schülerinnen und Schüler, die im regulären System nicht zurechtkommen. Seinen Schulabschluss versuchte er zweimal im College abzulegen, scheiterte jedoch beide Male.

Erst durch die späten Diagnosen konnte er rückblickend verstehen, was damals mit ihm los war:

  • Schwierigkeiten mit sozialen Interaktionen und deren unausgesprochenen Regeln
  • Wiederkehrende Erschöpfungszustände (sogenannte Burnouts)
  • Körperliche Symptome wie chronische Bauchschmerzen als Ausdruck psychischen Stresses
  • Das ständige Gefühl, nicht zu verstehen, was in der Welt um ihn herum vorging

Musik als sicherer Ort und Ausdrucksraum

Was Professor Green durch diese schwierige Zeit trug, war die Musik. Mit Kopfhörern und Lautstärken, die für die meisten Menschen unangenehm gewesen wären, schuf er sich eine eigene Welt – einen Rückzugsort, an dem er er selbst sein durfte.

„Mit den Kopfhörern konnte ich dorthin gehen und authentisch sein. Ich konnte glücklich sein. Ich konnte traurig sein”, erklärt er. Dieser geschützte Raum ermöglichte ihm emotionalen Ausdruck und Selbstwahrnehmung, die ihm im Alltag verwehrt blieben.

Die Botschaft, die er daraus ableitet, ist universell: Es geht darum, Orte und Tätigkeiten zu finden, in denen man sich fühlen und ausdrücken darf, ohne Anpassungsdruck. Für ihn war das die Musik – für andere kann es Kunst, Sport oder ein anderes kreatives Ventil sein.

Rat an Kinder, die heute dieselben Kämpfe führen

Auf die Frage, was er Kindern sagen würde, die ähnliche Erfahrungen in einem Bildungssystem machen, das nicht auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet ist, antwortet Professor Green mit klaren Worten: „Lean into whatever allows you to feel what you’re feeling.”

Er betont, dass es kein universelles Rezept gibt, aber dass das Finden eines authentischen Ausdrucksraums das Wichtigste sei. Nicht das Funktionieren im System steht im Vordergrund, sondern das Bewahren der eigenen Identität und des emotionalen Zugangs zu sich selbst.

Sein Appell richtet sich auch an Eltern, Lehrkräfte und das Bildungssystem selbst. Immer mehr Kinder und Jugendliche werden spät oder gar nicht diagnostiziert – mit teils gravierenden Folgen für ihre schulische und persönliche Entwicklung.

Späte Diagnose: Ein wachsendes gesellschaftliches Phänomen

Professor Greens Geschichte ist kein Einzelfall. Die Spätdiagnose von ADHS und Autismus bei Erwachsenen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Viele Betroffene berichten, dass die Diagnose – so spät sie auch kommt – ein Gefühl der Erleichterung und Selbstverstehen mit sich bringt.

Gleichzeitig wirft der Fall Fragen auf: Wie viele Menschen sind jahrelang durch ein Bildungssystem gegangen, das ihre Bedürfnisse nicht erkannt hat? Wie viel Potenzial bleibt ungenutzt, weil die richtigen Strukturen und Unterstützungsangebote fehlen?

Die öffentliche Offenheit prominenter Persönlichkeiten wie Professor Green trägt dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für neuronale Vielfalt zu schärfen – und Betroffene jeden Alters darin zu bestärken, Hilfe zu suchen und die eigenen Stärken anzuerkennen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (BBC News). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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