Dieses Video wurde am 07.05.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein Jahr nach dem Start der Schwarz-Rot-Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz fällt die Bilanz ernüchternd aus. WELT-Herausgeber Ulf Poschardt sieht die Regierung in einer tiefen Krise: Versprechen aus dem Wahlkampf seien nicht eingelöst worden, es fehle an Führungsstärke, und der Zusammenhalt der Koalition sei ernsthaft gefährdet. Die Frage steht im Raum, ob das Bündnis aus CDU/CSU und SPD die volle Legislaturperiode überstehen wird.
Merz zwischen Wahlkampfversprechen und Regierungsrealität
Friedrich Merz war mit dem Versprechen eines wirtschaftspolitischen Aufbruchs in den Wahlkampf gezogen. „Links ist vorbei” lautete das Signal, Wirtschaftswachstum und Reformen sollten die Agenda bestimmen. Die Realität nach einem Jahr sieht anders aus.
Bereits vor Amtsantritt wurde ein Schuldenpaket von 900 Milliarden Euro verabschiedet – ein in der Bundesrepublik beispielloser Vorgang. Kritiker bemängeln, dass diese Mittel nicht gezielt dem Wirtschaftswachstum zugutekommen. Wachstumsziele von zwei Prozent, die Merz in Aussicht gestellt hatte, sind nicht in Sicht. Auch konkrete Sozialreformen blieben bislang aus.
Poschardt verweist auf einzelne Minister, die durch klare Haltungen positiv auffallen – etwa Alexander Dobrindt und Katharina Reiche. Sie gingen die notwendigen Konflikte an und stünden deshalb besser da als der Kanzler selbst. An der Spitze hingegen fehle es an Entscheidungsfreude und Durchsetzungswillen.
Führungsschwäche und Kommunikationsprobleme
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Umgang von Merz mit öffentlichem Gegenwind. Der Kanzler hatte geklagt, kein Amtsvorgänger habe Ähnliches ertragen müssen. Poschardt hält dem entgegen: Auf einem bestimmten Verantwortungsniveau müsse man politischen Gegenwind schlicht wegstecken können.
Als Gegenbeispiel nennt er Willy Brandt, dessen Ostpolitik seinerzeit von rund 80 Prozent der Bevölkerung abgelehnt wurde – und der dennoch an seiner Überzeugung festhielt. Wahre Führungsstärke bedeute, Entscheidungen auch gegen Widerstände durchzusetzen, wenn man von ihrer Notwendigkeit überzeugt ist.
Beim Treffen des Wirtschaftsrats habe Merz zuletzt nur verhaltenen Applaus erhalten, während andere Redner die wirtschaftspolitischen Erwartungen besser artikulierten. Das Bild eines Kanzlers, der selbst nicht mehr an den Erfolg seiner Politik glaubt, wirke – so Poschardt – tief beunruhigend.
Die SPD als Reformblockade?
Besondere Kritik richtet sich gegen Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas. Mit der Aussage, niemand wandere in die Sozialsysteme ein, liefere sie eine Vorlage, die in sozialen Netzwerken vor allem von AfD-Politikern bejubelt werde. Poschardt wirft ihr vor, sich von der gesellschaftlichen Realität abgekoppelt zu haben.
- Statistiken zur Inanspruchnahme von Sozialleistungen durch Zugewanderte würden in der politischen Debatte ignoriert.
- Klassische Arbeitermilieus wandern laut Poschardt zunehmend zur AfD ab, weil sie sich von der SPD nicht mehr vertreten fühlen.
- Wer Kürzungen im Sozialstaat grundsätzlich als „menschenverachtend” ablehne, sei nicht koalitionsfähig.
- Innerhalb der Koalition entstehe so ein struktureller Reformstau, der das gesamte Bündnis belastet.
Poschardt, der aus einer sozialdemokratischen Familie stammt, empfindet diese Entwicklung als persönliche Tragödie: Die SPD seiner Jugend habe gesellschaftliche Realitäten noch klar erkannt und daraus Perspektiven für sozial Schwache entwickelt.
Hält die Koalition bis zur nächsten Wahl?
Die Frage nach der Haltbarkeit der Schwarz-Rot-Koalition stellt sich mit zunehmender Dringlichkeit. Poschardt gibt an, mittlerweile ernsthaft zu bezweifeln, ob das Bündnis das laufende Jahr übersteht. Schlechte Wahlergebnisse im Osten Deutschlands könnten den Druck auf beide Parteien weiter erhöhen.
Merz habe zuletzt erneut bekräftigt, ausschließlich mit der SPD koalieren zu wollen – eine Haltung, die Poschardt angesichts der offensichtlichen Spannungen als „absurd” bezeichnet. Politisches Handeln, nicht politisches Reden, sei gefragt. Solange Reformen ausbleiben und die Koalitionspartner gegenläufige Ziele verfolgen, werde das Wählervotum entsprechend ausfallen. Ein Jahrestag zum Feiern ist das jedenfalls nicht.
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