Friday, 18. September 2026
AfD

Söder in Erklärungsnot: Union unter Druck

Söder in Erklärungsnot: Acht CDU-Ministerpräsidenten stützen den Kanzler – Bayern fehlt. Was das für die Union und die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern bedeutet.

Redaktion · 17. September 2026, 23:15 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 17.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Markus Söder befindet sich in Erklärungsnot: Acht Ministerpräsidenten der CDU haben dem Bundeskanzler schriftlich ihre Unterstützung für dessen Reformkurs zugesagt – die Unterschrift des bayerischen Regierungschefs fehlt jedoch. Dennoch war Söder nach Bekanntwerden des Briefs schnell mit einer eigenen Botschaft zur Stelle: Die CSU werde keinen Kanzlersturz betreiben, betonte er. Stabilität und Zusammenhalt stünden an erster Stelle, eine Personaldebatte brauche das Land nicht. Politikwissenschaftler Jochen Müller von der Universität Greifswald ordnet die Lage ein und erklärt, warum die Anspannung innerhalb der CDU derzeit besonders groß ist.

Söder und der Brief der Ministerpräsidenten

Der Brief der acht Unionsminis­terpräsidenten gilt als Signal des Zusammenhalts – doch das Fehlen von Söders Unterschrift heizt die innerparteiliche Debatte an. Der CSU-Chef reagierte dennoch rasch und begrüßte das Schreiben ausdrücklich. Seine Botschaft über soziale Netzwerke war eindeutig: Kein Kanzlersturz aus Bayern.

Politikwissenschaftler Müller sieht die Lage in der Unionspartei als angespannt. Schlechte Wahlergebnisse hätten die Stimmung zuletzt nicht stabilisiert. Das Abschneiden bei den bevorstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin dürfte die Mehrheitsverhältnisse innerhalb der Partei weiter verschieben. Ruhe sei das Gebot der Stunde, so Müller – besonders um die laufenden Wahlkämpfe zu Ende führen zu können.

Schwesig holt auf – AfD schwächelt in Mecklenburg-Vorpommern

Ein bemerkenswertes Phänomen zeigt sich im nördlichsten Flächenland: Manuela Schwesig und die SPD haben in den vergangenen Monaten rund sieben bis acht Prozentpunkte Rückstand auf die AfD aufgeholt. Noch anderthalb Jahre zuvor lagen CDU und SPD nahezu gleichauf, während die AfD konstant um die 35 bis 36 Prozent pendelte.

Laut Müller gelang es Schwesig, einen Großteil der Nicht-AfD-Wähler hinter sich zu versammeln. Entscheidend dürfte am Wahlsonntag sein, welche Partei besser mobilisieren kann – insbesondere im Lager der bisherigen Nichtwähler.

  • Die AfD blieb in Umfragen über Monate nahezu konstant bei rund 35–36 Prozent.
  • Schwesig konnte mehrere Prozentpunkte gutmachen und rückte der AfD deutlich näher.
  • Der Wahlkampfslogan „Die Frau gegen Blau” bündelt die Strategie der SPD-Spitzenkandidatin.
  • Sachthemen der Landespolitik flankieren die personenzentrierte Kampagne.

Schwesig setzt dabei bewusst auf ihre Rolle als Landesmutter und Interessenvertreterin des Bundeslandes gegenüber der Bundesregierung. Das Narrativ: Nur sie könne das Land vor einem AfD-Ergebnis schützen.

Strukturelle Schwäche der CDU im Norden

Für die CDU in Mecklenburg-Vorpommern wird die Wahl zur Zitterpartie – möglicherweise bangt die Partei sogar um den Einzug in den Landtag. Müller nennt mehrere Ursachen für diese strukturelle Schwäche:

  • Ein im Vergleich zu anderen Bundesländern deutlich kleineres kirchlich-konservatives Milieu.
  • Jahrzehntelange Dominanz beliebter SPD-Ministerpräsidenten, die Wahlkämpfe personell prägten.
  • Häufige Führungswechsel in der Landes-CDU schwächten die Kontinuität.
  • Geringe landespolitische Sichtbarkeit der Union auch abseits von Wahlkämpfen.

Die Partei wird laut Müller zwischen der AfD auf der einen und der starken SPD-Kampagne auf der anderen Seite zerrieben. Dieses Schicksal droht in ähnlicher Form auch Grünen und Linken, die ebenfalls Stimmen an Schwesig verlieren dürften.

Ausblick: Wahlen als Stimmungstest für die Union

Die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin werden weit über die Landesgrenzen hinaus als Gradmesser für die innere Verfassung der Unionsparteien gewertet. Schlechte Ergebnisse könnten den Druck auf die CDU-Führung erhöhen und die Debatte um Kurs und Personal neu entfachen. Söders demonstrativ stabilitätsorientierte Haltung dürfte in diesem Kontext strategisch kalkuliert sein – der Freistaat-Chef will sich weder als Unruhestifter noch als Außenseiter positionieren. Wie nachhaltig diese Ruhe hält, hängt maßgeblich von den Ergebnissen des Wahlsonntags ab.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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