Monday, 28. September 2026
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Antisemitismus

SPD und Berliner Linke: Sondierung trotz roter Linie

Die Berliner SPD beschloss einstimmig Sondierungsgespräche mit der Linken und den Grünen – trotz Antisemitismusvorwürfen und Widerstand aus der CDU.

Redaktion · 28. September 2026, 16:00 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 28.09.2026 von NIUS auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl steht die SPD Sondierung Berlin im Zentrum einer hitzigen bundespolitischen Debatte. Der SPD-Landesvorstand beschloss einstimmig, Sondierungsgespräche mit der Linkspartei und den Grünen aufzunehmen – obwohl führende Sozialdemokraten noch kurz zuvor klare rote Linien gezogen hatten. Gleichzeitig erinnert die CDU die SPD an den gemeinsamen Koalitionsvertrag, der eine Zusammenarbeit mit als extremistisch eingestuften Parteien auf allen Ebenen ausschließt. Die Berliner Koalitionsfrage entwickelt sich damit zu einem Belastungstest für die gesamte Bundesregierung.

Linkspartei als stärkste Kraft – SPD unter Druck

Die Berliner Abgeordnetenhauswahl endete mit einem historischen Ergebnis: Die Berliner Linkspartei errang 25,7 Prozent der Stimmen und ist damit erstmals stärkste Kraft im Berliner Parlament. Die SPD landete abgeschlagen bei lediglich 12,1 Prozent.

Angesichts dieser Kräfteverhältnisse sprach sich der Grünen-Bundesvorsitzende Felix Bannerschak offen für eine Regierungsbeteiligung der Linken aus und erklärte gegenüber der FAZ: „Die Berliner Linke hat als Wahlgewinnerin die Chance verdient zu beweisen, dass man mit ihr eine Regierung bilden kann.” Der SPD-Landesvorstand folgte dieser Linie und beschloss einstimmig, Sondierungsgespräche über eine rot-dunkelrot-grüne Koalition aufzunehmen.

Besonders auffällig: SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hatte noch am Donnerstag zuvor betont, es müsse „eine sehr klare rote Linie” gezogen werden und er wolle „keinen Zentimeter weichen” – wenn die Linkspartei keine unmissverständliche Haltung zum Antisemitismus zeige, werde es schwierig mit einer Regierungsbildung. Wenige Tage später steht der Eintritt in die Sondierungen fest.

CDU hält SPD den Koalitionsvertrag vor

Paul Zimia, CDU-Generalsekretär in Nordrhein-Westfalen, hielt im Bundestag eine vielbeachtete Rede, in der er die SPD scharf an eine zentrale Vereinbarung des Bundeskoalitionsvertrages erinnerte:

  • Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass es auf allen Ebenen keine Zusammenarbeit mit Demokratiefeinden und Extremisten geben darf.
  • Zimia warf der Berliner Linkspartei vor, vom „antisemitischen Gedankengut unterwandert und zerfressen” zu sein.
  • Linken-Politiker sollen Selfies mit Hamas-Unterstützern gemacht und den Terrorangriff vom 7. Oktober verharmlost haben.
  • Bei Wahlkampfveranstaltungen seien Rufe wie „Yalla Intifada” erklungen, Nachwuchspolitiker hätten „Israel verrecke” in sozialen Netzwerken gepostet.
  • Zimia betonte, dass Jüdinnen und Juden in Berlin sich heute wieder hinter Panzerglas und Polizeischutz verstecken müssten.

Bundeskanzler Friedrich Merz besitzt laut Kommentatoren nun eine vertragliche Handhabe: Er könnte SPD-Chef Lars Kling auf den Koalitionsvertrag verweisen und eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei damit formal untersagen. Ob er davon Gebrauch macht, ist offen.

Antisemitismusvorwürfe und juristische Folgen

Parallel zur Koalitionsdebatte eskaliert der Streit auf juristischer Ebene. Die Berliner Linken-Politikerin und Wahlsiegerin Elif Erab stellte Strafanzeige gegen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Ihr Anwalt wirft ihm üble Nachrede und Beleidigung vor. Hintergrund ist eine Aussage Dobrindts in einer Talkshow, in der er Erab dem Vorwurf des Antisemitismus ausgesetzt haben soll.

Das Verfahren steht erst am Anfang – ob es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt, bleibt abzuwarten. Der Vorfall verdeutlicht jedoch, wie stark die politische Auseinandersetzung um die Berliner Linkspartei inzwischen auch persönliche und rechtliche Dimensionen annimmt.

Zusätzlich sorgt die Rolle von Ibrahim Ibrahim für Aufsehen: Er soll als Vorsitzender einer palästinensischen Organisation, die in der EU und den USA als Terrororganisation gelistet ist, aktiv Wahlkampf für die Berliner Linke betrieben haben – unter anderem mit Haustürwahlkampf in Neukölln. Im dortigen Bezirk erhielt die Linke 51 Prozent der Stimmen.

Machtpolitik gegen Prinzipientreue – ein Scheideweg

Die Berliner Entwicklung wirft grundsätzliche Fragen auf: Wie weit ist die SPD bereit zu gehen, um an der Macht zu bleiben? Kritiker werfen den Sozialdemokraten vor, Antisemitismusvorwürfe gegen die Linkspartei bewusst kleinzureden, um eine Regierungsbeteiligung zu ermöglichen.

Die Entscheidung für Sondierungsgespräche trotz der bekannten Vorwürfe gilt vielen als Signal, dass machtpolitische Erwägungen moralische Bedenken überwiegen. Zugleich wächst die Befürchtung, dass ein Erfolg des rot-dunkelrot-grünen Modells in Berlin Blaupause für eine künftige Bundesregierung werden könnte.

Für Friedrich Merz und die CDU ist die Lage ambivalent: Der Koalitionsvertrag bietet ein klares Instrument, um Druck auszuüben. Ob die Union dieses Mittel konsequent einsetzt oder erneut zögert, wird in den kommenden Wochen über das Berliner Regierungsmodell – und möglicherweise über die Stabilität der Bundeskoalition – entscheiden.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (NIUS). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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