Spritpreise auf Rekordniveau: ADAC fordert Entlastung
Die Spritpreise in Deutschland sind auf Rekordniveau. Der ADAC macht die Mineralölkonzerne verantwortlich und fordert höhere Pendlerpauschale.
Dieses Video wurde am 15.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Spritpreise in Deutschland haben ein historisches Rekordniveau erreicht. Autofahrerinnen und Autofahrer zahlen an der Zapfsäule so viel wie nie zuvor – und das, obwohl der Rohölpreis sowie der Euro-Dollar-Wechselkurs das aktuelle Preisniveau laut ADAC allein nicht rechtfertigen. Die Automobilorganisation richtet ihre Kritik deshalb direkt an die Mineralölkonzerne und fordert politische Entlastung vor allem für Pendler.
Regionale Unterschiede trotz hohem Gesamtniveau
Auch wenn die Spritpreise deutschlandweit auf einem sehr hohen Stand sind, gibt es durchaus regionale Unterschiede – selbst innerhalb einzelner Städte variieren die Preise zwischen verschiedenen Tankstellen teils erheblich. Der ADAC empfiehlt Verbraucherinnen und Verbrauchern daher ausdrücklich, Preise zu vergleichen und gezielt günstigere Tankstellen anzusteuern.
Moderne Apps und Online-Portale machen diesen Vergleich einfacher denn je. Wer flexibel ist und nicht an eine bestimmte Tankstelle gebunden ist, kann trotz des insgesamt hohen Niveaus noch spürbar sparen.
Deutschland im europäischen Vergleich
Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern fällt Deutschland beim Kraftstoffpreis negativ auf. In vielen Nachbarstaaten ist Benzin und Diesel günstiger – ein Umstand, der laut ADAC jedoch nicht allein auf den Spritpreis reduziert werden sollte.
- Unterschiedliche nationale Steuersätze auf Kraftstoff beeinflussen die Preise erheblich.
- Manche Länder erheben höhere Kfz-Steuern oder Straßenmautgebühren, die die Gesamtbelastung für Autofahrer angleichen.
- Der Rohölmarkt und die damit verbundenen Unsicherheiten betreffen alle europäischen Länder gleichermaßen.
- Trotzdem ist Deutschland im direkten Kraftstoffpreisvergleich überdurchschnittlich teuer.
Ein isolierter Blick auf den Literpreis greife daher zu kurz, betont der ADAC – dennoch sei die Belastung für deutsche Autofahrer im internationalen Vergleich besonders hoch.
ADAC macht Mineralölkonzerne verantwortlich
Die entscheidende Forderung des ADAC richtet sich nicht in erster Linie an die Bundesregierung, sondern an die Mineralölkonzerne. Die Organisation sieht auf der Ebene der Raffinerien und des Großhandels ungerechtfertigte Gewinnmargen – auf Kosten der Verbraucherinnen und Verbraucher.
Der Euro-Dollar-Wechselkurs und der aktuelle Rohölpreis seien zwar relevante Faktoren für die Preisgestaltung, rechtfertigten das derzeitige Preisniveau in Deutschland aber nicht. Der ADAC fordert daher eine genaue Prüfung der Wertschöpfungskette im Kraftstoffhandel.
Das Bundeskartellamt beobachtet den Markt zwar, hat jedoch bislang keine konkreten Schritte eingeleitet. Aus Sicht des ADAC bleibt der Druck auf die Konzerne damit unzureichend.
Pendlerpauschale erhöhen – schnelle Hilfe für Vielfahrer
Besonders hart trifft die hohen Spritpreise Menschen in ländlichen Regionen, die auf ihr Auto angewiesen sind und keine Alternativen wie den öffentlichen Nahverkehr nutzen können. Konkrete Daten, dass die Fahrleistung insgesamt sinkt, liegen dem ADAC bislang nicht vor – doch die finanzielle Belastung ist deutlich spürbar.
Als kurzfristige politische Maßnahme spricht sich der ADAC für eine Erhöhung der Pendlerpauschale aus. Wer täglich lange Strecken zur Arbeit zurücklegen muss und nicht auf andere Verkehrsmittel ausweichen kann, soll steuerlich stärker entlastet werden.
Ob und wann die Bundesregierung reagiert, ist derzeit offen. Die Diskussion über geeignete Entlastungsmaßnahmen dürfte angesichts anhaltend hoher Kraftstoffpreise politisch weiter an Fahrt gewinnen.
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