Friday, 18. September 2026
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CDU in der Krise: Was Merz von Adenauer lernen kann

Die CDU steckt in einer tiefen Krise. Historiker Friedrich Kießling erklärt, was Kanzler Merz vom Gründervater Adenauer in Sachen Führung und Konsequenz lernen könnte.

Redaktion · 15. September 2026, 21:45 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 15.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die CDU befindet sich nach Einschätzung von Experten in der schlechtesten Verfassung ihrer mehr als 80-jährigen Geschichte. Anlässlich des 150. Geburtstages von Konrad Adenauer und einer Gedenkveranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung, bei der Bundeskanzler Friedrich Merz eine Rede hielt, zieht der Historiker und Adenauer-Biograf Professor Friedrich Kießling einen ernüchternden Vergleich: Die politische Stärke und konzeptionelle Klarheit des Gründungskanzlers fehlt der heutigen Parteiführung weitgehend – und das hat spürbare Folgen für die gesamte Regierungsarbeit.

CDU-Krise: Parallelen und Unterschiede zur Adenauer-Ära

Trotz der gravierenden Unterschiede zwischen den 1950er-Jahren und der heutigen politischen Lage gibt es laut Kießling durchaus aktuelle Bezüge zu Adenauers Kanzlerschaft. Zentrale außenpolitische Fragen, die den ersten Bundeskanzler beschäftigten, sind heute erneut virulent: Auf wen soll sich Deutschland außenpolitisch stützen – auf die USA oder stärker auf Europa? Diese Frage war bereits in der Adenauer-Zeit umstritten und gewinnt angesichts der veränderten transatlantischen Beziehungen wieder an Dringlichkeit.

Neben inhaltlichen Themen hebt Kießling jedoch vor allem den Führungsstil als entscheidenden Unterschied hervor. Adenauer habe es verstanden, auch in schwierigen Zeiten mit klaren Grundsätzen und aktiver Politik zu regieren – statt sich von Ereignissen treiben zu lassen.

Umgang mit Rechtsaußen: Adenauers Konsequenz als Vorbild

Besonders deutlich wird der Kontrast beim Umgang mit rechtsextremen Parteien. Friedrich Merz hatte angekündigt, die AfD zu halbieren – das Gegenteil ist eingetreten. Der Historiker erinnert daran, dass auch Adenauer in den frühen 1950er-Jahren mit starkem Rechtsextremismus konfrontiert war.

Das bekannteste Beispiel ist die Sozialistische Reichspartei (SRP), die bei der Landtagswahl in Niedersachsen 1951 mit elf Prozent ihr stärkstes Ergebnis erzielte – während die CDU in derselben Wahl deutlich verlor. Adenauers Reaktion war gleichwohl entschlossen:

  • Sofortiger und konsequenter Einsatz aller zur Verfügung stehenden staatlichen Mittel
  • Einleitung eines juristischen Verbotsverfahrens gegen die SRP
  • Erfolgreiches Parteiverbot bereits 1952 – eines von nur zwei in der Geschichte der Bundesrepublik

Kießling betont die konzeptionelle Klarheit und Entschlossenheit, mit der Adenauer handelte. Genau diese Eigenschaften vermisst er bei den heutigen Parteien im Umgang mit dem Erstarken rechtsextremer Kräfte.

Innerparteiliche Kontrolle: Den eigenen Laden im Griff haben

Ein weiteres zentrales Problem für Kanzler Merz ist die wachsende Kritik aus den eigenen Reihen. Die innerparteiliche Geschlossenheit gilt als Grundvoraussetzung für Durchsetzungsstärke – und genau daran mangelt es nach Ansicht von Beobachtern derzeit in der CDU spürbar.

Auch Adenauer kannte innerparteiliche Diskussionen und Widerstände. Im Kabinett wurde heftig gestritten, es gab Kampfabstimmungen im Parlament. Der entscheidende Unterschied: Adenauer ließ Debatten zu, behielt dabei aber stets die Kontrolle über den Kurs. Er setzte seine Ziele hartnäckig und aktiv gegen Widerstände durch, anstatt auf Druck zu reagieren oder Kompromisse zu suchen, die die eigene Position verwässerten.

Kießling benennt damit ein strukturelles Merkmal erfolgreicher Kanzlerschaft: Aktive statt reaktive Politik. Wer klare Grundsätze formuliert und diese konsequent verfolgt, ist weniger anfällig dafür, von der Dynamik des Tagesgeschäfts getrieben zu werden.

Ausblick: Welche Lehren zieht die CDU?

Der 150. Geburtstag Konrad Adenauers fällt in eine Phase, in der die CDU dringend nach Orientierung sucht. Die Gedenkveranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung bietet Anlass zur Selbstreflexion – doch ob die historischen Lehren tatsächlich in konkrete Politik übersetzt werden, bleibt offen.

Klar ist: Der Vergleich mit dem Gründungskanzler legt strukturelle Schwächen der aktuellen Parteiführung schonungslos offen. Führungsstärke, konzeptionelle Klarheit und die Fähigkeit, die eigene Partei hinter einem Kurs zu vereinen, sind keine historischen Tugenden – sie sind zeitlose Voraussetzungen für wirksames Regieren. Für Friedrich Merz und die CDU bleibt die Frage, ob sie diese Lektion noch rechtzeitig beherzigen können.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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