Sunday, 11. October 2026
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Taliban verdrängen Frauen in Afghanistan aus dem öffentlichen Leben

Verbotene Salons, geschlossene Hebammenschulen, Ausgangsdruck: Wie die Taliban Frauen in Afghanistan systematisch aus dem öffentlichen Leben verdrängen.

Redaktion · 11. October 2026, 00:12 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 10.10.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Taliban schränken das Leben von Frauen in Afghanistan immer weiter ein. Berufsverbote, Bildungsentzug und Bewegungseinschränkungen prägen den Alltag – von der Hauptstadt Kabul bis in entlegene Bergregionen. Besonders betroffen sind berufstätige Frauen, Gesundheitsarbeiterinnen und all jene, die versuchen, trotz der Repressionen ein kleines Einkommen zu erwirtschaften. Die Lage hat nach Einschätzung der Vereinten Nationen dramatische Folgen für die gesamte Gesellschaft.

Heimliche Arbeit aus Angst vor den Taliban

Die 24-jährige Ruchsa betreibt in ihrer Wohnung in Kabul einen Schönheitssalon – illegal, heimlich, unter ständiger Furcht. Seit die Taliban Schönheitssalons verboten haben, ist sie auf diesen Ausweg angewiesen, um zum Familieneinkommen beizutragen. Ihr Vater findet nur gelegentlich Arbeit, die Familie braucht das Geld dringend.

Ruchsa trägt eine Covid-Maske, um unerkannt zu bleiben. Kundinnen müssen ihr Haus unbemerkt verlassen. „Ich leide unter großem Stress. Wenn eine Kundin zu mir kommt, bereite ich alles unter Furcht und Anspannung vor”, beschreibt sie ihre Lage. Die Angst ist allgegenwärtig: Eine Entdeckung könnte bedeuten, dass ihr Vater inhaftiert und ihre Ausrüstung beschlagnahmt wird.

Das Bild, das Ruchsa vom Leben unter den Taliban zeichnet, ist eindringlich: „Wir sind wie Vögel ohne Flügel, um wegzufliegen. Wir sind im Haus eingesperrt. Wir sind wie Gefangene, die festgebunden und gelähmt sind.” Nur noch ein bis zweimal im Monat verlässt sie die Wohnung.

Gesundheitsversorgung in der Krise

Auch im Gesundheitssektor werden Frauen schrittweise verdrängt. Zwar dürfen Frauen dort formal noch arbeiten, doch die Taliban haben Ausbildungsstätten für Hebammen geschlossen und Frauen ist das Studium untersagt. Damit rücken keine neuen Ärztinnen und Fachkräfte nach.

In einer entlegenen Bergregion zeigt eine von der Hilfsorganisation Afghanischer Frauenverein finanzierte Klinik, wie gravierend der Mangel bereits ist. Ärztin Dr. Rabia Rashid versorgt täglich zahlreiche Patientinnen, die teils mehr als zwei Stunden zu Fuß zurücklegen – ohne Transportmittel, ohne männlichen Begleiter, der für längere Strecken vorgeschrieben ist.

„Manche Frauen müssen von weit herkommen, einfach nur um medizinische Versorgung zu erhalten”, berichtet die Hebamme der Klinik. Die Einrichtung entspricht dem Taliban-Gebot der Geschlechtertrennung und ermöglicht Frauen dennoch sichere Geburten und medizinische Behandlung.

  • Afghanistan hat bereits eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten weltweit.
  • Viele Gesundheitseinrichtungen in ländlichen Gebieten mussten schließen.
  • Frauen benötigen für längere Wege einen männlichen Begleiter.
  • Laut UN könnten bis 2030 rund 5.400 weibliche Fachkräfte im Gesundheitswesen verloren gehen.
  • Hebammenschulen wurden von den Taliban geschlossen, Frauenstudium ist verboten.

Taliban-Rhetorik: Ausgrenzung als „Schutz”

Ein Taliban-Vertreter bezeichnet die Verdrängung von Frauen aus dem öffentlichen Leben nicht als Unterdrückung, sondern als Fürsorge. „Wir sagen, die Frau ist die Prinzessin des Hauses. Die Frau sollte nicht arbeiten. Der Mann sollte das für sie wie ein Diener tun”, erklärt er. Die Bewegungsfreiheit von Frauen gilt in diesem Weltbild als schützenswertes Gut – das durch ihre Einschränkung bewahrt werde.

In Kabul patrouillieren selbstbewusst Taliban-Polizisten durch die Stadtbezirke, errichten mobile Checkpoints und kontrollieren Fahrzeuge und Passanten. Auf den Straßen sind deutlich weniger Frauen zu sehen als früher. Wer ausgeht, muss lange Kleidung, Kopftuch und Maske tragen.

Ruchsa erlebt die Patrouille anders als die Polizisten sie darstellen: „Ich spüre große Angst, wenn ich rausgehe, denn ich weiß, die Taliban sehen nicht gerne, dass Frauen viel unterwegs sind. Ich verlasse das Haus und komme voller Furcht und Anspannung zurück.”

Dramatische Folgen für die gesamte Gesellschaft

Der systematische Ausschluss von Frauen aus Beruf, Bildung und Gesundheitsversorgung hat weitreichende Konsequenzen – nicht nur für die Betroffenen selbst. Experten und internationale Organisationen warnen, dass die Müttersterblichkeit weiter steigen wird, wenn Frauen gezwungen sind, zu Hause zu gebären. „Wenn es keine Anlaufstellen gibt, dann werden Frauen zu Hause gebären, was zu einem Anstieg von Müttersterblichkeit führen wird”, sagt die Hebamme der Bergklinik.

Solange die Taliban ihre Verbote nicht aufheben, dürfte sich die Lage weiter verschärfen. Für Frauen wie Ruchsa bedeutet das: ein Leben in Angst, eingesperrt zwischen vier Wänden – und die stille Hoffnung, dass sich daran eines Tages etwas ändert.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ntv Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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