Trump bei der UN-Vollversammlung: Drohungen und Eigenlob
Trump schockierte bei der UN-Vollversammlung in New York mit Drohungen gegen Iran und massivem Eigenlob – seine Zustimmungswerte sinken auf unter 30 Prozent.
Dieses Video wurde am 23.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Auftritt von US-Präsident Donald Trump bei der UN-Vollversammlung in New York hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Trump wechselte zwischen Selbstbeweihräucherung und offenen Drohungen gegen den Iran – Standing Ovations blieben aus, und im Saal machten sich versteinerte Mienen und Getuschel breit. Innenpolitisch steht der Präsident unter erheblichem Druck: Aktuelle Umfragen sehen seine Zustimmungswerte erstmals unter 30 Prozent.
Trumps Rede: Zwischen Friedensstifter-Image und Drohgebärden
Trump eröffnete seine Rede mit einem Rundumschlag der Selbstdarstellung. „Als Präsident des großartigsten Landes der Welt sage ich euch: Wenn andere redeten, habe ich gehandelt. Wenn andere über Frieden redeten, habe ich Frieden geschaffen”, erklärte er vor den Delegierten der Vereinten Nationen.
Den dramatischen Höhepunkt setzte er mit einer unverhüllten Drohung gegen Teheran: „Ich habe eine große Entscheidung zu treffen – machen wir einen Deal mit Iran, oder löschen wir die Islamische Republik aus?” Die Aussage sorgte für sichtbare Bestürzung im Saal.
Dass Trump nebenbei auch die wieder vollen Restaurants in den USA als persönlichen Verdienst erwähnte, nahmen die Zuhörer der Generalversammlung merklich nüchtern auf. Eine Standing Ovation blieb vollständig aus.
Kritik und einbrechende Umfragewerte
Scharfe Kritik kam unmittelbar nach der Rede vom demokratischen Gouverneur Kaliforniens, Gavin Newsom. Er bezeichnete den Auftritt als „Meisterstück der Selbstzerstörung” und fügte hinzu: „Seine Zeit ist abgelaufen. Er ist eine Abrissbirne und taumelt in einer Weise, wie ich es mir vor drei Monaten nicht hätte vorstellen können.”
Die aktuellen Umfragedaten untermauern diese Einschätzung:
- Allgemeine Zustimmung zu Trump: 29 Prozent
- Zustimmung zur Außenpolitik: 21 Prozent
- Zustimmung zur Iranpolitik: 26 Prozent
Mit Blick auf die bevorstehenden Midterm-Wahlen war ein staatsmännischer Auftritt erhofft worden – doch die Reaktionen deuten darauf hin, dass dieses Ziel verfehlt wurde.
Grönland-Kompromiss und Treffen mit Selenskyj
Am Rande der UN-Vollversammlung unterzeichnete Trump in New York ein Abkommen, das die monatelange Debatte um Grönland zumindest teilweise beendet. Der Kompromiss sieht vor, dass die USA zwei Militärbasen auf der Insel errichten dürfen – ein kleinerer Deal nach großem diplomatischen Aufwand.
Ebenfalls am Rande der Vollversammlung traf Trump mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammen. Der Empfang für den ukrainischen Staatschef fiel freundlich aus, konkrete Zusagen blieben jedoch begrenzt. Ein verbindliches Lieferversprechen für die dringend benötigten Patriot-Abwehrraketen erhielt Selenskyj nicht. Trump bekräftigte lediglich: „Ich denke, wir machen einen Deal. Wir reden viel, auch mit Putin.”
Iran-Gespräche: Erste direkte Kontakte seit Monaten
Ein diplomatisch beachtenswertes Signal kam am Rande der Vollversammlung aus einer anderen Richtung: Erstmals seit Juni fanden direkte Gespräche zwischen den USA und dem Iran statt. Beim Treffen der Golfanrainer-Staaten machte Trump Hoffnung auf eine Annäherung.
Ob Teheran diese Signale ebenso wertet, blieb offen. Der iranische Präsident sollte im Anschluss selbst vor der Generalversammlung sprechen – seine Reaktion auf Trumps Drohungen und die Gesprächsangebote dürfte die weiteren diplomatischen Entwicklungen maßgeblich prägen.
Der Auftritt in New York verdeutlicht das Spannungsfeld, in dem sich die US-Außenpolitik derzeit bewegt: zwischen martialischer Rhetorik, taktischen Kompromissen und dem innenpolitischen Druck eines Präsidenten mit historisch niedrigen Zustimmungswerten.
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