U864: Quecksilber-U-Boot bedroht Norwegens Küste
Das versunkene Nazi-U-Boot U864 trägt bis zu 67 Tonnen Quecksilber vor Norwegens Küste. Behörden streiten über Bergung oder Versiegelung des Giftwracks.
Dieses Video wurde am 18.09.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Vor der norwegischen Küste, etwa drei Kilometer westlich von Bergen, schlummert in rund 150 Metern Tiefe ein gefährliches Erbe des Zweiten Weltkriegs: das deutsche U-Boot U864. Das Wrack birgt bis zu 67 Tonnen flüssiges Quecksilber in seinen Stahlbehältern – ein Umweltrisiko, das Behörden und Wissenschaftler seit Jahrzehnten beschäftigt. Die Debatte über den Umgang mit dem Giftwrack spitzt sich nun zu, nachdem ein neues Gutachten klare Empfehlungen ausgesprochen hat.
Geschichte der U864: Versenkung im Februar 1945
Die U864 war ein deutsches U-Boot, das im Februar 1945 auf dem Weg zu einem geheimen Auftrag von einem britischen Torpedo getroffen und versenkt wurde. Alle 73 Menschen an Bord kamen ums Leben. Das Wrack liegt seither auf dem Meeresgrund nahe der Insel Fedje, westlich von Bergen an der norwegischen Westküste.
Die Besonderheit des Wracks liegt in seiner gefährlichen Ladung: Das U-Boot transportierte zum Zeitpunkt seiner Versenkung große Mengen an flüssigem Quecksilber in Stahlbehältern – vermutlich für Rüstungszwecke bestimmt. Dieses Quecksilber stellt bis heute eine ernsthafte Bedrohung für das marine Ökosystem dar.
Quecksilber im Sediment: Gefahr für die Nahrungskette
Ein Teil des giftigen Quecksilbers ist bereits aus den korrodierenden Stahlbehältern ausgetreten und in das Sediment des Meeresbodens gelangt. Damit besteht die konkrete Gefahr, dass der Schadstoff in die marine Nahrungskette aufgenommen wird – zunächst von Kleinstlebewesen, dann von Fischen und letztlich vom Menschen.
Quecksilber ist ein hochtoxisches Schwermetall, das sich im Körpergewebe anreichert und schwere Nervenschäden verursachen kann. Gerade in einer der fischreichsten Meeresregionen Europas ist dies besonders brisant. Umweltschützer warnen seit Jahren vor den langfristigen Folgen einer unkontrollierten Schadstofffreisetzung.
- Bis zu 67 Tonnen flüssiges Quecksilber an Bord
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