Dieses Video wurde am 19.08.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die FP-1-Drohne hat sich zu einer der wichtigsten Angriffswaffen der Ukraine im Krieg gegen Russland entwickelt. Mit ihr soll die Ukraine wiederholt russische Logistikzentren attackiert haben – darunter Lager des Online-Händlers Wildberries. Das Gerät kombiniert vergleichsweise einfache Bauweise mit beachtlicher Reichweite und Sprengkraft. Ein Blick auf das 3D-Modell der Drohne zeigt, wie das System technisch aufgebaut ist und warum es für die ukrainische Kriegsführung so bedeutsam ist.
Technik und Bauweise der FP-1-Drohne
Rund 90 Prozent der Bauteile der FP-1-Drohne stammen aus der Ukraine. Das macht die Produktion weitgehend unabhängig von westlichen Lieferketten und damit schwerer durch Sanktionen oder Exportbeschränkungen zu stören.
Das auffälligste Merkmal ist die enorme Spannweite von sechs Metern, die der Drohne in der Draufsicht ein charakteristisches Segelflugzeug-ähnliches Erscheinungsbild verleiht. Der Antrieb erfolgt über einen Heckpropeller, der von einem Elektromotor angetrieben wird. Das maximale Startgewicht beträgt 215 Kilogramm – ein erheblicher Teil davon entfällt auf den Sprengstoffanteil.
Die wichtigsten technischen Eckdaten der Standardversion im Überblick:
- Spannweite: 6 Meter
- Maximales Startgewicht: 215 Kilogramm
- Sprengstoffzuladung: bis zu 60 Kilogramm
- Reisegeschwindigkeit (Cruising Speed): bis zu 205 km/h
- Geschwindigkeit im Gleitflug: 140 bis 180 km/h
- Maximale Flugdauer: bis zu 7 Stunden
Reichweite und Einsatzprofil
Die FP-1 ist keine klassische Kurzstreckendrohne. In der Standardausführung ist sie in der Lage, bis zu sieben Stunden in der Luft zu bleiben und dabei Ziele in erheblicher Entfernung zu erreichen. Im Gleitflug – also wenn die Drohne mit reduziertem Motoreneinsatz auf ihr Ziel zusteuert – sinkt die Geschwindigkeit auf 140 bis 180 km/h, was gleichzeitig die Effizienz und damit die Reichweite erhöht.
Dieser Einsatzablauf macht die Drohne für tiefe Angriffe ins russische Hinterland geeignet – genau das Profil, das für Schläge gegen großflächige Logistik- und Versorgungszentren wie die Wildberries-Lager benötigt wird.
Die Extended-Range-Variante: FP-1 ER
Noch eindrucksvoller sind die Fähigkeiten der Variante FP-1 ER – wobei ER für „Extended Range” steht. Der Hersteller gibt für diese Version eine maximale Reichweite von bis zu 2.600 Kilometern an.
Der entscheidende Unterschied zur Standardversion liegt in der Kraftstoffkapazität: Unter dem Rumpf der FP-1 ER werden zusätzliche Tanks montiert, die der Drohne schlicht mehr Treibstoff – und damit eine deutlich verlängerte Flugzeit und Reichweite – verschaffen. Das Grundprinzip bleibt identisch, lediglich die Reichweite wird durch diese verhältnismäßig einfache Modifikation massiv gesteigert.
Eine Reichweite von 2.600 Kilometern würde es theoretisch erlauben, Ziele weit jenseits der russisch-ukrainischen Frontlinie anzugreifen – bis tief in den russischen Kernraum hinein.
Strategische Bedeutung der Drohnenangriffe
Die Angriffe auf Wildberries-Lager stehen exemplarisch für eine neue Dimension der ukrainischen Kriegsstrategie: den systematischen Angriff auf russische Infrastruktur und Logistik weit hinter der Front. Statt ausschließlich militärische Ziele zu bekämpfen, richtet sich die Ukraine damit gegen wirtschaftlich und versorgungstechnisch bedeutsame Einrichtungen.
Die FP-1-Drohne ist dabei das Instrument der Wahl – kostengünstig zu produzieren dank des hohen Anteils heimischer Bauteile, schwer abzufangen aufgrund der langen Flugdauer und des variablen Flugprofils sowie in der Lage, mit ihrer 60-Kilogramm-Sprengladung erheblichen Schaden anzurichten. Sollten sich die Angaben des Herstellers zur ER-Variante bewahrheiten, dürfte die FP-1 auch in Zukunft ein zentrales Element der ukrainischen Angriffsstrategie bleiben.
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