Dieses Video wurde am 18.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Extreme Hitze und anhaltende Trockenheit setzen ganz Europa unter Druck: Waldbrände in Europa fordern in diesem Sommer Menschenleben, vernichten Hunderte Häuser und zwingen Tausende Menschen zur Flucht. Von Griechenland über Kroatien und Spanien bis nach Großbritannien kämpfen Feuerwehren und Katastrophenschutzkräfte seit Tagen an mehreren Fronten gleichzeitig. Die Lage bleibt an vielen Orten weiterhin gefährlich.
Griechenland: Flammen auf Salamina fordern Todesopfer
Auf der griechischen Insel Salamina lieferten sich Einsatzkräfte mit Löschflugzeugen und Bodentrupps einen dramatischen Kampf gegen die Flammen. Häuser und Autos brannten nieder, mehr als 500 Menschen konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.
Für ein älteres Paar kam die Hilfe zu spät — beide verstarben in den Flammen. Begünstigt wurde die rasche Ausbreitung des Feuers durch starke Winde mit Böen der Stärke 7, die dafür sorgten, dass sich der Brand innerhalb kurzer Zeit in Richtung umliegender Siedlungen ausbreitete.
Waldbrand-Welle erfasst ganz Europa — auch den Norden
Griechenland ist nur einer von vielen Brennpunkten. Von Spanien über Frankreich bis auf den Balkan kämpfen Einsatzkräfte gegen teils verheerende Großbrände. Bemerkenswert ist, dass diesmal nicht nur der typischerweise betroffene Süden Europas brennt.
Auch Belgien, Deutschland und Großbritannien verzeichnen eine ungewöhnliche Feuerwelle. Die britische Stadt Starbridge traf es besonders hart:
- 19 Häuser wurden vollständig zerstört
- 18 weitere Gebäude wurden beschädigt
- Mehr als 50 Menschen mussten medizinisch versorgt werden
Die Ausweitung der Brandsaison auf nordeuropäische Länder gilt als deutliches Signal für veränderte klimatische Bedingungen auf dem gesamten Kontinent.
Kroatien: 1000 Hektar Feuer an der Adria
Eine Spur der Verwüstung hinterlassen die Brände auch an Kroatiens Adriaküste. Bei der Stadt Omiš brannten innerhalb weniger Stunden rund 1000 Hektar ab. Ein Mensch kam ums Leben, etwa 40 weitere wurden verletzt.
Rund 1200 Menschen mussten ihre Häuser oder Hotels verlassen. Gerade in der Hochsaison, wenn zahlreiche Touristen die dalmatinische Küste besuchen, stellt eine solche Evakuierung eine besondere logistische Herausforderung dar.
Spanien: Katastrophenschützer stirbt im Einsatz
Besonders dramatisch bleibt die Lage in Spanien. In der Provinz Huelva mussten mehr als 1000 Menschen evakuiert werden. Ein Soldat der spanischen Katastrophenschutzeinheit starb während seines Einsatzes — ein tragischer Verlust, der die Gefährlichkeit der Lage für die Helfer selbst unterstreicht.
Etwas Erleichterung bringt die Nachricht aus der Provinz Huelva: Ein tagelang wütender Großbrand ist nach rund zehn Tagen stabilisiert worden. Mehr als 400 Evakuierte durften inzwischen in ihre Häuser zurückkehren — ein kleiner Lichtblick inmitten der anhaltenden Krise.
Die Brandsaison 2026 zeigt einmal mehr, wie Klimawandel, extreme Hitze und Trockenheit die Feuergefahr in ganz Europa strukturell verschärfen. Experten und Feuerwehrverbände fordern seit Jahren mehr Ressourcen für den vorbeugenden Waldbrandschutz und eine bessere grenzüberschreitende Koordination der Einsatzkräfte. Solange die Temperaturen auf historisch hohem Niveau bleiben, ist keine nachhaltige Entwarnung in Sicht.
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