Dieses Video wurde am 17.08.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Waldbrand in Belgien im Naturreservat Hohes Venn ist der größte in der Geschichte des Landes und hat die Einsatzkräfte seit Freitag in Atem gehalten. Regen half am Montag dabei, die Flammen teilweise einzudämmen. Rund 3.000 Hektar Moor- und Waldgebiet wurden bisher vernichtet. Die Behörden warnen jedoch: Die Löscharbeiten werden noch Tage, möglicherweise Wochen andauern.
Feuer im Naturreservat Hohes Venn außer Kontrolle
Das Feuer brach im belgischen Naturreservat Hohes Venn aus, einem ausgedehnten Moor- und Waldgebiet nahe der deutschen Grenze. Auf seinem Höhepunkt bedrohte der Brand auch Gebiete auf deutscher Seite der Grenzregion. Nach aktuellen Angaben der belgischen Behörden breitet sich das Feuer nicht mehr in Richtung Deutschland aus.
Evakuierte Anwohner durften jedoch zunächst nicht in ihre Häuser zurückkehren. Der Brand hat mit rund 3.000 zerstörten Hektar den bisherigen belgischen Rekordwaldbrand von 2011 deutlich übertroffen.
Warum die Löscharbeiten so schwierig sind
Der besondere Untergrund des Naturreservats macht die Bekämpfung des Feuers außerordentlich anspruchsvoll. Anders als bei Bränden auf Stein- oder Sandböden besteht das Moor aus durchgehend brennbarem organischen Material, das sich tief in den Boden zieht.
Einmal entzündet, bleibt der Untergrund tagelang oder sogar wochenlang heiß – auch wenn die Flammen an der Oberfläche erloschen scheinen. Die Einsatzkräfte müssen daher dauerhaft vor Ort bleiben, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern.
Internationaler Einsatz mit Hunderten Kräften
Die Dimension des Brandes erforderte eine grenzüberschreitende Reaktion. Insgesamt kämpfen rund 500 Feuerwehrleute aus drei Ländern gegen die Flammen:
- Belgische Einsatzkräfte als Hauptkontingent vor Ort
- Verstärkung durch Feuerwehrleute aus Deutschland
- Unterstützung durch Kräfte aus Luxemburg
- Löschflugzeuge und Hubschrauber der Europäischen Union, entsandt nach einem belgischen Hilfsersuchen am Samstag
Die EU aktivierte damit ihren Katastrophenschutzmechanismus, um Belgien bei der Brandbekämpfung zu unterstützen.
Regen bringt erste Erleichterung – Lage bleibt angespannt
Niederschläge am Montag haben den Einsatzkräften eine erste Entlastung gebracht und dazu beigetragen, das Feuer teilweise unter Kontrolle zu bringen. Die Behörden mahnen dennoch zur Vorsicht: Angesichts des brennbaren Mooruntergrunds kann das Feuer jederzeit wieder an Stärke gewinnen.
Die Rückkehr der evakuierten Bewohner bleibt vorerst untersagt. Der Waldbrand im Hohes Venn zeigt einmal mehr, wie verwundbar Moorlandschaften in Zeiten zunehmender Hitzeperioden sind – und welche grenzüberschreitenden Kapazitäten moderne Waldbrandbekämpfung erfordert. Experten sehen solche Extremereignisse als Warnsignal für den fortschreitenden Klimawandel in Mitteleuropa.
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