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Automobilindustrie

Wettbewerbsfähigkeit: Deutschland droht Jobabbau

Hohe Lohn- und Energiekosten bedrohen die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Investor Christian Miele erklärt, warum KI und Automatisierung jetzt entscheidend sind.

Redaktion · 3. November 2026, 16:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 03.11.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der Stellenabbau beim Automobilzulieferer Schaeffler ist kein Einzelfall – er steht exemplarisch für eine tiefe strukturelle Krise der deutschen Industrie. Rund 3.500 Stellen will das Unternehmen streichen, davon allein 2.600 in Deutschland, vier Standorte sollen vollständig geschlossen werden. Investor und Unternehmer Christian Miele sieht darin ein Symptom eines größeren Problems: Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands als Industrienation erodiert – und ohne entschlossenes Handeln werden weitere Hiobsbotschaften folgen.

Schaeffler und der Wettbewerbsnachteil des Standorts Deutschland

Der Stellenabbau bei Schaeffler reiht sich in eine lange Liste von Industrieunternehmen ein, die zuletzt Stellen in Deutschland gestrichen haben. Besonders deutlich zeigt sich das Muster in der Automobilbranche: Während Volkswagen in Deutschland Werke schließt, wird in China weiter ausgebaut. Audi eröffnet neue Produktionsstätten in Amerika. Die Botschaft dahinter ist eindeutig – Deutschland verliert als Produktionsstandort an Attraktivität.

Miele appelliert trotzdem für eine differenzierte Debatte. Die Sorge der Beschäftigten um ihre Arbeitsplätze sei vollkommen berechtigt. Gleichzeitig müsse man ehrlich benennen, dass Deutschland im internationalen Vergleich an mehreren Fronten nicht mehr mithalten kann. Gewerkschaften und Unternehmen seien gemeinsam gefragt, einen tragfähigen Weg in die Zukunft zu gestalten.

Hohe Lohn-, Energie- und Bürokratiekosten als Hauptursachen

Die strukturellen Ursachen für den schwindenden Wettbewerbsvorteil lassen sich laut Miele klar benennen. Deutschland kämpft im globalen Vergleich mit drei zentralen Kostennachteilen:

  • Lohnkosten: Eine Arbeitsstunde bei Volkswagen kostet in Deutschland bis zu 74 Euro – in Portugal ist es die Hälfte, in China nur ein Sechstel.
  • Energiekosten: Der Industriestrompreis in Deutschland liegt deutlich über dem internationaler Wettbewerber.
  • Bürokratiekosten: Regulierung und Verwaltungsaufwand belasten Unternehmen zusätzlich und bremsen Investitionen.

Miele betont dabei ausdrücklich, dass höhere Löhne angesichts der hohen Lebenshaltungskosten in Deutschland verständlich und notwendig seien. Das Kernproblem liege jedoch darin, dass die Wirtschaft langfristig nicht mehr in der Lage sei, zu diesen Kosten wettbewerbsfähig zu produzieren. Wenn das Fundament wegbreche, sei niemandem geholfen – auch den Arbeitnehmern nicht.

Produktivität steigern statt nur länger arbeiten

Die Forderung nach längeren Arbeitszeiten als Lösung greift nach Einschätzung von Miele zu kurz. Zwar liegt Deutschland mit durchschnittlich 1.331 Arbeitsstunden pro Erwerbstätigem im OECD-Vergleich am unteren Ende – doch insgesamt leisten Beschäftigte hierzulande jährlich rund 61 Milliarden Arbeitsstunden, ein Rekordwert.

Das eigentliche Problem sei die Wertschöpfung pro Arbeitsstunde. USA und China erzielen hier deutlich bessere Ergebnisse. Der frühere EZB-Präsident Mario Draghi hält in seinem vielbeachteten Bericht fest, dass bis zu 70 Prozent der Wertschöpfungszuwächse aus dem Einsatz neuer Technologien stammen. Für Deutschland bedeutet das: Nicht mehr Stunden, sondern effektiveres Arbeiten durch Technologie ist der entscheidende Hebel.

KI und Automatisierung als Schlüssel für die Zukunft

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sieht Miele in Künstlicher Intelligenz, Industrierobotern und einem leistungsfähigen Energiesystem die wichtigsten Instrumente, um die Produktivität in Deutschland nachhaltig zu steigern. Der Rückgang der Erwerbsbevölkerung mache es zwingend erforderlich, dass Maschinen und Algorithmen zunehmend Aufgaben übernehmen.

Dieser Wandel sei kein Selbstläufer – er erfordere ein gemeinsames gesellschaftliches Projekt über die nächsten 10 bis 15 Jahre. Technologieinvestitionen, eine wettbewerbsfähige Energieversorgung und der Abbau bürokratischer Hürden müssten Hand in Hand gehen. Schaeffler ist nach dieser Einschätzung nur der Anfang: Weitere Stellenstreichungen in der Industrie dürften folgen, sollte Deutschland diese Weichen nicht zügig stellen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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