Tuesday, 3. November 2026
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Andreas Rödder

CDU in der Krise: Rödder kritisiert Fatalismus

Historiker Andreas Rödder rechnet mit dem Zustand der CDU ab: Die Partei stecke in einer strategischen Defensive und agiere wie ein Kaninchen vor der Schlange.

Redaktion · 3. November 2026, 16:15 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 03.11.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die CDU befindet sich in einer tiefen strukturellen Krise – das ist die klare Diagnose von Andreas Rödder, Historiker, CDU-Mitglied und Gründer der Denkfabrik Republik 21. Im Interview mit dem WELT Nachrichtensender zeichnet er ein ernüchterndes Bild einer Partei, die in der strategischen Defensive gefangen ist, auf interne Reformen wartet und dabei wertvolle Zeit verliert. Die Frage nach einer Ablösung von Parteichef Friedrich Merz hält Rödder für zu kurz gedacht – die Probleme der Union gingen weit über eine einzelne Personalie hinaus.

Kaninchen vor der Schlange: CDU-Krise geht tiefer als Merz

Trotz wiederholt erwarteter parteiinterner Revolten – beim Treffen der Ministerpräsidenten, beim Deutschlandtag der Jungen Union und zuletzt bei der Kreisvorsitzenden-Konferenz – ist ein offener Aufstand gegen die Parteiführung ausgeblieben. Rödder erklärt dieses Phänomen mit einem weit verbreiteten Fatalismus innerhalb der CDU.

„Sie können Fatalismus auch in das Bild vom Kaninchen vor der Schlange kleiden”, sagt Rödder. Angst sei kein guter Ratgeber – und genau das sei das Kernproblem der Union. Die Partei sei nicht in der Lage, eine positive, offensive Reformagenda zu formulieren, die über Einzelmaßnahmen und Sparankündigungen hinausgehe.

Erschwerend kommt laut Rödder die Abhängigkeit von der SPD in der Bundesregierung hinzu, die die strategische Defensive der Union zusätzlich verfestige. Solange dieser Zustand anhalte, fehle der CDU die Fähigkeit, politisch nach vorne zu gehen.

Basis erkennt das Problem – Parteiführung handelt nicht

Rödder betont, dass das Bewusstsein für die Misere durchaus vorhanden sei – vor allem an der vielzitierten Basis der Partei. Bei Veranstaltungen im ganzen Land registriere er, dass viele Kreisvorsitzende und einfache Mitglieder die Lage klar erkennen.

Auch in der Parteiführung müsse die Realität bekannt sein, so Rödder. Das Problem liege nicht im fehlenden Wissen, sondern im fehlenden Handeln. Dynamische Kräfte innerhalb der CDU – etwa die Junge Union, die noch vor einem Jahr als „Kraftquelle für eine generationengerechte Politik” galt – seien inzwischen ebenfalls vom allgemeinen Fatalismus erfasst worden.

Was Rödder als Parteichef anders machen würde

Auf die hypothetische Frage, was er selbst als CDU-Vorsitzender tun würde, gibt Rödder eine klare Antwort:

  • Drei Tage vollständiger Rückzug zur strategischen Reflexion
  • Zusammenbringen kluger Köpfe – aus den eigenen Reihen und von außen
  • Entwicklung eines kohärenten, positiven Reformprogramms aus bereits vorliegenden Vorschlägen
  • Offensives Kommunizieren dieses Programms in der Öffentlichkeit
  • Klarmachen, dass Reformen zwar Anstrengungen fordern, aber Chancen für alle eröffnen – für Rentner wie für junge Menschen

Entscheidend sei dabei, dass Parteien kluge, unkonventionelle Persönlichkeiten als Bereicherung und nicht als Bedrohung wahrnehmen. Genau daran scheitere es in der CDU derzeit häufig.

Volkspartei in Gefahr: Einstellige Umfragewerte in Bundesländern

Besonders alarmierend ist für Rödder die Entwicklung auf Landesebene. In einigen Bundesländern bewegt sich die CDU mittlerweile im einstelligen Prozentbereich – weit entfernt von dem Selbstverständnis als Volkspartei, das die Union seit Jahrzehnten prägt.

Damit steht die Partei vor einer existenziellen Frage: Kann sie diesen Anspruch noch glaubwürdig vertreten? Rödder lässt keinen Zweifel daran, dass die Zeit drängt. Ohne eine grundlegende strategische Neuausrichtung – weg von der Defensive, hin zu einem überzeugenden Reformkurs – drohe der CDU ein weiterer Bedeutungsverlust. Die strukturellen Probleme lassen sich weder durch einen Führungswechsel allein noch durch abwarten lösen. Gefragt ist politischer Mut zur Offensive.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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