Thursday, 29. October 2026
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Steuergeld, AfD und Handysucht: Die große Debatte

Wohin fließt unser Steuergeld, warum reicht es nie? Eine Talkrunde diskutiert Staatsausgaben, Pflegekrise, AfD-CDU-Konflikt und die Gefahr exzessiver Handynutzung für Kinder.

Redaktion · 28. October 2026, 18:30 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 28.10.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Wohin verschwindet das Steuergeld der Bürgerinnen und Bürger – und warum reichen selbst Rekordeinnahmen nie aus? Diese Frage steht im Zentrum einer Diskussionsrunde mit AfD-Politiker Bernd Baumann, Unternehmer und Autor Chris Orell sowie dem Medienberater Hans Mahr. Moderatorin Nena Brockhaus konfrontiert ihre Gäste mit dem aktuellen Defizit in der Pflegeversicherung, dem Dauerstreit zwischen AfD und CDU im Bundestag und der wachsenden Sorge um die Handyabhängigkeit von Kindern und Eltern.

Pflegekrise und Staatsausgaben: Das Ausgabenproblem

Das jüngste Pflegereformgesetz von Gesundheitsminister Karl Lauterbach soll die Pflegekassen stabilisieren. Doch Berechnungen der DAK zufolge könnte die geplante Mehrbelastung für Kinderlose rund 900 Millionen Euro weniger einbringen als erwartet – noch bevor die Reform überhaupt in Kraft tritt. Ohne Reform droht laut Bundesregierung bis 2027 ein Defizit von 7,6 Milliarden Euro. Der DAK-Chef warnt bereits vor einer drohenden Zahlungsunfähigkeit der Pflegekassen.

AfD-Politiker Bernd Baumann sieht die Ursache nicht in fehlenden Einnahmen, sondern in falschen Prioritäten: Deutschland nehme rund eine Billion Euro an Steuereinnahmen und eine weitere Billion an Sozialabgaben ein – mehr als jedes andere Land der Welt. Trotzdem fehle das Geld, weil es an falschen Stellen ausgegeben werde. Baumann nennt konkrete Felder, bei denen seiner Ansicht nach gespart werden könnte:

  • Klimapolitik, die ausschließlich auf deutschem Boden wirken soll, obwohl Deutschland nur 1,5 Prozent des globalen CO₂-Ausstoßes verursacht
  • Unkontrollierte Migration, deren Gesamtkosten er auf rund 70 Milliarden Euro schätzt
  • Entwicklungshilfeprojekte, die er als fragwürdig oder wirkungslos einstuft
  • Versicherungsfremde Leistungen in der Pflegeversicherung in Höhe von rund 5 Milliarden Euro

Medienmann Hans Mahr plädiert für eine Erweiterung der Perspektive: Auch das Sondervermögen könnte stärker für Gesundheitsversorgung und Pflege eingesetzt werden, statt ausschließlich in Rüstung und Infrastruktur zu fließen.

AfD gegen CDU: Polarisierung im Bundestag

Ein zweiter Schwerpunkt der Runde ist der eskalierende Konflikt zwischen AfD und CDU. Baumann kritisiert scharf, dass Bundeskanzler Friedrich Merz der AfD im Bundestag „ethnische Säuberung” und „Völkermord” vorgeworfen habe. Diese Vergleiche mit nationalsozialistischen Verbrechen vergifteten das politische Klima und verhinderten sachliche Mehrheiten – etwa für eine Rückkehr zur Atomkraft oder die Abschaffung des Verbrennerverbots, für die er breite Bevölkerungsmehrheiten sieht.

Moderatorin Brockhaus hält dagegen und verweist auf das Auftreten der AfD-Fraktion im Bundestag: ständige Zwischenrufe, fehlende Gesprächskultur und offen geäußerte Absichten, die CDU zu „zerstören”. Unternehmer Orell, langjähriger CDU/CSU-Wähler, bestätigt, dass er von AfD-Politikern nie einen echten Partnerschaftswillen wahrgenommen habe. Er mahnt: Wer eine Koalition anstrebe, müsse auch anders auftreten – mit weniger Aggression und mehr Bereitschaft zum Dialog.

Hans Mahr richtet den Blick auf die SPD: Sie sei historisch die Partei der Arbeiterschaft gewesen, habe sich aber zunehmend von ihr entfernt. Heute hätten rund 87 Prozent der SPD-Bundestagsmitglieder einen akademischen Hintergrund. Um wieder relevant zu werden, müsse sich die Sozialdemokratie neu erfinden – mit einem klareren Verhältnis zur Wirtschaft und einer Antwort auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz.

Handysucht und Vorbildrolle: Was Kinder wirklich brauchen

Autor und Unternehmer Chris Orell lenkt die Diskussion auf ein gesellschaftliches Phänomen, das in der politischen Debatte kaum vorkommt: die exzessive Smartphone-Nutzung von Erwachsenen im Beisein von Kindern. Auf Spielplätzen, in U-Bahnen, in Arztpraxen – überall seien Eltern physisch anwesend, mental aber abwesend, weil sie in ihr Handy starrten.

Orell verweist auf neurowissenschaftliche Erkenntnisse: Der sogenannte Infinite Scroll auf Plattformen wie Instagram und TikTok aktiviere dieselben Belohnungsmechanismen im Gehirn wie Alkohol oder Cannabis. Die EU-Kommission habe dieses Feature bereits als suchtförderndes Element eingestuft. Orell fordert keinen Verbotsstaat, aber einen gesellschaftlichen Normwandel – ähnlich wie beim Rauchen, das heute auf Spielplätzen selbstverständlich untersagt ist.

Bernd Baumann spricht sich für ein Handyverbot an Schulen bis zur sechsten Klasse aus; danach solle das Gerät nur noch im Unterricht eingesetzt werden, wenn es pädagogisch sinnvoll sei. Hans Mahr betont, dass die Verantwortung zuerst bei den Eltern liege – und dass einfache Regeln wie das Umdrehen des Handys beim Abendbrot bereits einen Unterschied machen könnten.

Einordnung: Strukturelle Probleme, keine einfachen Lösungen

Die Debatte zeigt, wie eng Haushaltsfragen, politische Kultur und gesellschaftliche Entwicklungen miteinander verknüpft sind. Ob beim Pflegedefizit, beim Streit zwischen Regierungsparteien und Opposition oder bei der Medienerziehung: Kurzfristige Lösungen greifen zu kurz. Was fehlt, sind strukturelle Reformen – bei den Staatsausgaben ebenso wie im parlamentarischen Umgang miteinander und in der Verantwortung jedes Einzelnen gegenüber der nächsten Generation.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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