DAX-Check: BASF, Commerzbank, Volkswagen im Fokus
Beim DAX-Check vom 29. September stehen BASF, Commerzbank, Fresenius Medical Care, Hapag-Lloyd, Redcare und Volkswagen im Mittelpunkt der Analyse.
Dieses Video wurde am 29.09.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der DAX präsentiert sich zum 29. September weitgehend stabil, obwohl steigende Ölpreise und hohe Anleiherenditen das Marktumfeld belasten. Der deutsche Leitindex bewegt sich in einer engen Handelsspanne zwischen rund 25.100 und 25.800 Punkten — ein nachhaltiger Ausbruch nach oben steht noch aus. Sechs Einzelwerte stehen beim heutigen DAX-Check besonders im Fokus: BASF, Commerzbank, Fresenius Medical Care, Hapag-Lloyd, Redcare Pharmacy und Volkswagen Vorzüge.
Marktlage: Hohe Renditen, robuster DAX
Die Rahmenbedingungen bleiben anspruchsvoll. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liegt bei 3,64 Prozent, US-Treasuries rentieren bei 5,25 Prozent — ein Niveau, das den DAX eigentlich 1.000 bis 2.000 Punkte tiefer vermuten ließe. Dass der Index sich dennoch behauptet, liegt am anhaltend starken Wirtschafts- und Gewinnwachstum der Unternehmen.
Zusätzliche Belastung kommt aus dem Nahen Osten: Die geopolitischen Spannungen treiben die Ölpreise und sorgen für Unsicherheit. Erst eine Entspannung in der Region würde die Energiepreise merklich entlasten. Die 50-Tagelinie bei rund 25.815 Punkten bleibt der entscheidende Widerstand nach oben.
BASF und Commerzbank: Übernahmen als Kurstreiber
Bei BASF sorgt ein Bericht der Financial Times für Bewegung: Der Spezialchemiekonzern Evonik soll ein Übernahmeangebot von 22,15 Euro je Aktie — entsprechend einem Volumen von 10,3 Milliarden Euro bzw. rund 14 Milliarden Euro inklusive Schulden — abgelehnt haben. Die Gespräche sind jedoch nicht beendet, ein höheres Gebot gilt als möglich. Die BASF-Aktie litt zuletzt unter der Spekulation, selbst einen kleineren Konkurrenten übernehmen zu wollen. Die Marke von 50 Euro gilt als wichtige Unterstützung; ein Rutsch darunter könnte den Bereich 46 bis 47 Euro ins Visier rücken.
Bei der Commerzbank drückt die italienische UniCredit offenbar aufs Tempo. Laut Financial Times soll die Kontrollübernahme bereits im Januar oder Februar abgeschlossen sein. Berichten zufolge sind ein kompletter Aufsichtsratswechsel sowie die Ablösung von Konzernchefin Bettina Orlopp geplant. Die UniCredit hält bereits rund 48 Prozent der Commerzbank-Anteile. Anleger spekulieren darauf, dass für weitere Anteile ein deutlich höherer Preis gezahlt werden muss — ein früheres Übernahmeangebot lag bei etwa 33 Euro je Aktie.
Fresenius Medical Care und Hapag-Lloyd: Gegenläufige Signale
Fresenius Medical Care gerät unter Druck: Die Privatbank Berenberg hat das Rating von „Buy” auf „Hold” gesenkt und das Kursziel deutlich von 60 auf 42 Euro gekürzt. Als Begründung nennt das Institut nachlassende Wachstumsimpulse im Absatzgeschäft sowie den latenten Aktienüberhang durch die Muttergesellschaft Fresenius, der das Kurspotenzial begrenzt. Die Aktie notiert aktuell knapp unter 40 Euro und dürfte in der Handelsspanne zwischen 36 und 42 Euro gefangen bleiben.
Hapag-Lloyd hingegen hat seine Jahresprognose erneut angehoben. Die Eskalation im Nahen Osten lässt die Frachtraten steigen und die Nachfrage nach Tankern und Containerschiffen wächst. Im Überblick die wichtigsten Kennzahlen:
- EPS-Prognose 2025 angehoben: von –0,10 Euro auf +6,30 Euro
- KGV bei aktuellem Kurs von rund 138 Euro: ca. 22–23
- Entscheidender Widerstand: 140 Euro
- Analystenschätzungen für 2027 teils bereits wieder negativ
Technisch empfiehlt sich ein prozyklischer Einstieg erst bei einem nachhaltigen Ausbruch über die 140-Euro-Marke.
Redcare Pharmacy und Volkswagen: Aufsteiger und Absteiger
Redcare Pharmacy ist der klare Kurstreiber des Tages. Das Unternehmen hat seine Umsatzprognose signifikant erhöht — die untere Bandbreite um rund 50 Millionen Euro, die obere um rund 40 Millionen Euro. Besonders das Segment der verschreibungspflichtigen Medikamente wächst stark. Die Aktie sprang zeitweise um rund 14 Prozent und nähert sich dem wichtigen Widerstand bei 70 Euro. Ein nachhaltiger Ausbruch über dieses Niveau würde das Kursziel von zunächst 80 und später 90 Euro in den Bereich des Möglichen rücken.
Bei Volkswagen Vorzüge hingegen bleibt die Lage schwierig. Die Deutsche Bank hat das Kursziel zwar über dem aktuellen Niveau belassen, aber gesenkt. Das dritte Quartal dürfte keine Neubewertungsimpulse liefern — die Herausforderungen in China und der anhaltende Preisdruck im Wettbewerb belasten die Aktie weiterhin. Der Kurs bewegte sich zuletzt nahe dem Mehrjahrestief bei rund 70 Euro. Positive Kursreaktionen sind vorerst als technische Gegenbewegung im intakten Abwärtstrend einzuordnen.
Insgesamt zeigt der Markt zum Wochenstart ein gemischtes Bild. Solange das Gewinnwachstum der Unternehmen stabil bleibt und sich die geopolitische Lage nicht weiter verschlechtert, dürfte der DAX seine Handelsspanne vorerst verteidigen. Entscheidend bleibt, ob ein Ausbruch über 25.800 Punkte gelingt — erst dann wäre der Weg für eine neue Aufwärtsbewegung frei.
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