Dieses Video wurde am 06.05.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius versetzt Passagiere und Behörden in Alarmbereitschaft. Drei Menschen sind bereits an dem Virus gestorben, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht derzeit von sieben Erkrankten aus. Das Schiff fährt unter niederländischer Flagge und befand sich in der Nähe der Kap Verden, als die Infektionen bekannt wurden. Spanien erlaubt dem Schiff nun das Anlegen auf den Kanarischen Inseln, damit drei erkrankte Passagiere in die Niederlande ausgeflogen werden können. Virologe Professor Klaus Stöhr ordnet die Situation ein.
Anden-Hantavirus: Gefährlicher als europäische Varianten
Als Ursache des Ausbruchs wurde das sogenannte Anden-Hantavirus identifiziert, das aus Lateinamerika stammt und sich deutlich von den in Europa zirkulierenden Hantavirus-Varianten unterscheidet. In Deutschland und Europa treten jährlich zwischen 100 und 1.000 Hantavirus-Fälle auf – diese verlaufen meist mild oder sogar symptomlos.
Das Anden-Virus hingegen weist deutlich bedrohlichere Eigenschaften auf. Es verursacht vorrangig Atemwegssymptome und hat eine erheblich höhere Sterblichkeitsrate. Bei symptomatischen Fällen in Lateinamerika liegt die Sterblichkeit zwischen 15 und 40 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland ist seit Einführung der Überwachung vor mehr als 25 Jahren lediglich eine Person an einem Hantavirus gestorben.
Mensch-zu-Mensch-Übertragung bestätigt
Besonders beunruhigend ist, dass das Anden-Virus nachweislich von Mensch zu Mensch übertragen werden kann – eine Eigenschaft, die bei den meisten anderen Hantavirus-Varianten nicht vorkommt. Die Übertragung findet jedoch ausschließlich bei engstem körperlichen Kontakt statt und gilt als extrem selten.
Der Ausbruch auf der Hondius liefert laut Stöhr einen seltenen Beleg für diese Übertragungsweise unter Realbedingungen: Ein Ehepaar, das sich höchstwahrscheinlich in Argentinien infiziert hatte, steckte auf dem Schiff zwei bis drei weitere Personen an – darunter auch den behandelnden Schiffsarzt. Dies entspricht der bekannten Übertragungsrate und deute nicht auf eine gefährlichere Mutation hin.
Behandlung und logistische Herausforderungen
Eine spezifische Therapie oder ein Impfstoff gegen das Hantavirus existieren nicht. Die Behandlung erfolgt symptomatisch und erfordert intensivmedizinische Versorgung. Beim Anden-Virus stehen die Atemwege im Vordergrund:
- Stabilisierung der Atemfunktion und Sauerstoffzufuhr
- Überwachung und Unterstützung der Nierenfunktion
- Intensivmedizinische Betreuung auf Stationen
- Isolierung Erkrankter zur Verhinderung weiterer Ansteckungen
Die Inkubationszeit beträgt zwischen einer und acht Wochen, was die Lage auf dem Schiff besonders komplex macht. Passagiere, die noch keine Symptome zeigen, könnten bereits infiziert sein. Alle Personen an Bord müssen daher sorgfältig untersucht werden, bevor sie das Schiff verlassen und in ihre Heimatländer zurückkehren dürfen.
Keine Panik, aber erhöhte Wachsamkeit geboten
Typische Symptome einer Hantavirus-Infektion beginnen unspezifisch mit Fieber, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen und leichten Atembeschwerden. Je nach Virusvariante kommen bei europäischen Stämmen anschließend Nierensymptome hinzu, beim Anden-Virus dominieren schwere Lungenbeschwerden.
Stöhr betont, dass trotz der ernsthaften Situation keine Hinweise auf eine besonders aggressive Mutation vorliegen. Die Ausbreitung auf dem Schiff verlaufe konsistent mit dem bekannten Verhalten des Virus. Dennoch bleibe die Kontrolle der Infektketten eine erhebliche logistische Herausforderung für Behörden und Schiffsbesatzung.
Der Fall zeigt, wie schnell ein regional bekanntes Virus durch internationalen Reiseverkehr globale Aufmerksamkeit erlangen kann. Die Behörden in den Niederlanden, Spanien und bei der WHO beobachten die Situation genau – und der Ausbruch dürfte die wissenschaftliche Diskussion über die Übertragungswege des Anden-Hantavirus nachhaltig beeinflussen.
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