Reform der privaten Altersvorsorge: Was bringt sie?

Date:

Dieses Video wurde am 08.05.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der Bundesrat hat grünes Licht für die Reform der privaten Altersvorsorge gegeben – und damit eine der größten Veränderungen in der deutschen Rentenpolitik seit dem Ende von Riester auf den Weg gebracht. Das neue Fördermodell klingt vielversprechend: staatliche Zulagen, Steuervorteile und ein Standardprodukt mit Kostendeckel. Doch Experten warnen, dass der entscheidende Haken noch im Gesetz steckt – und das Potenzial der Reform damit verschenkt werden könnte.

So viel Geld kann die geförderte Altersvorsorge bringen

Wer mit 27 Jahren beginnt, 40 Jahre lang monatlich 150 Euro (also 1.800 Euro im Jahr) einzahlt und dabei die volle staatliche Förderung mitnimmt, kann laut Finanztipp-Chefredakteur Hermann Josef Tenhagen am Ende rund 216.000 Euro auf dem Konto haben – vorausgesetzt, das gewählte Produkt ist günstig kalkuliert.

Zum Vergleich: Ein klassischer, ungefördert geführter ETF-Sparplan mit niedrigen Kosten käme auf rund 223.000 Euro. Die geförderte Variante liegt also sogar darunter – zumindest nach den aktuellen gesetzlichen Kostenvorgaben.

Das Rechenbeispiel zeigt, wie stark die Kostenstruktur das Ergebnis beeinflusst. Mit einem Produkt, das nur 0,5 Prozent Kosten pro Jahr verursacht, würde das Endkapital auf rund 244.000 Euro steigen – ein Unterschied von 28.000 Euro gegenüber dem 1-Prozent-Szenario.

Der Kostendeckel: Wo die Reform ihre größte Schwäche hat

Das neue Gesetz sieht vor, dass Anbieter ein sogenanntes Standarddepot mit maximal 1 Prozent Kosten pro Jahr anbieten müssen. Tenhagen und Finanztipp halten das für zu hoch – und fordern einen Deckel von 0,5 Prozent für alle Produkte.

Der entscheidende Punkt: Der Kostendeckel gilt ausschließlich für das Standarddepot. Anbieter dürfen daneben weiterhin Produkte mit 1,5, 2 oder gar 2,5 Prozent Kosten vertreiben. Bei Riester- und Rürup-Produkten sind Kostenquoten von 4 bis 5 Prozent keine Seltenheit – ein Muster, das sich bei der neuen Förderung wiederholen könnte.

Die Konsequenz wäre fatal: Die staatliche Förderung, die eigentlich dem Sparer zugutekommen soll, würde stattdessen beim Finanzdienstleister landen.

Opt-in statt Opt-out: Ein strukturelles Problem

Neben der Kostenfrage gibt es ein weiteres strukturelles Manko: Das deutsche Modell setzt auf Opt-in – wer die geförderte Altersvorsorge nutzen will, muss sich aktiv dafür entscheiden. In Schweden funktioniert das System umgekehrt: Alle zahlen automatisch ein, können sich aber aktiv abmelden (Opt-out).

Das hat spürbare Folgen für die Reichweite der Vorsorge:

  • Menschen mit wenig Finanzwissen schließen seltener Verträge ab
  • Gerade einkommensschwache Gruppen – die besonders profitieren würden – bleiben außen vor
  • Die Opt-out-Lösung hätte eine deutlich breitere gesellschaftliche Absicherung ermöglicht

Tenhagen kritisiert, dass die Bundesregierung sich nicht getraut habe, eine verpflichtende Lösung mit Ausstiegsoption einzuführen – obwohl er das für sinnvoll gehalten hätte.

Staatliches Produkt und Möglichkeit zur vorzeitigen Entnahme

Ein staatliches Standardprodukt ist geplant, über dessen genaue Renditeentwicklung aber noch keine verlässlichen Aussagen möglich sind. Es soll ebenfalls dem 1-Prozent-Kostendeckel unterliegen und könnte für weniger erfahrene Sparerinnen und Sparer eine sichere Wahl darstellen.

Wer nach vielen Jahren sparen sein angespartes Kapital vorzeitig benötigt, kann grundsätzlich auf das Geld zugreifen – muss dabei aber die erhaltene staatliche Förderung sowie eventuelle Steuervorteile zurückzahlen. Eine vollständige Auszahlung des Kontostandes ist damit nicht möglich.

Unterm Strich ist die Reform der privaten Altersvorsorge ein richtiger Schritt – aber kein vollständiger. Der Gesetzgeber hat die Möglichkeit, bei der Kostenregulierung nachzubessern, wenn sich zeigt, dass der Markt die schwächsten Sparer nicht ausreichend schützt. Ob der politische Wille dazu besteht, bleibt abzuwarten.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (BILD). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here

xxx

Popular

Ähnliche Beiträge
Related

Bundesrat stoppt 1.000-Euro-Entlastungsprämie

Der Bundesrat hat die geplante 1.000-Euro-Entlastungsprämie für Arbeitnehmer abgelehnt. Warum die Länder das Gesetz blockierten und wie es jetzt weitergeht.

Entlastungsprämie: Bundesrat stoppt 1000-€-Bonus

Der Bundesrat hat die geplante Entlastungsprämie von 1000 € abgelehnt. Was hinter der Kritik der Länder steckt und wie es jetzt weitergehen könnte.

1.000-€-Prämie gescheitert: Grüne fordern Stromsteuersenkung

Der Bundesrat stoppt die 1.000-€-Prämie. Grünen-Fraktionschefin Dröge nennt das ein Fiasko für Merz und fordert rasch eine Stromsteuersenkung.

1.000-Euro-Prämie: Bundesrat droht mit Ablehnung

Die 1.000-Euro-Prämie hat den Bundestag passiert – doch im Bundesrat wächst der Widerstand. Länder und Kommunen fürchten Steuerausfälle und drohen mit einem Nein.