Dieses Video wurde am 14.08.2026 von NIUS auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Deutschland hat im Jahr 2025 weltweit rund 612 Millionen Euro für Entwicklungshilfe mit Genderbezug ausgegeben. Das geht aus einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung hervor, den die Bild-Zeitung aufgegriffen hat. Obwohl die Summe gegenüber dem Vorjahr um rund 13 Prozent oder 704 Millionen Euro gesunken ist, liegt sie laut Bericht weiterhin deutlich über dem Niveau früherer Jahre. Die konkret geförderten Projekte stoßen auf scharfe Kritik.
Welche Projekte werden mit Steuergeld finanziert?
Unter den geförderten Maßnahmen finden sich Projekte, die in der öffentlichen Debatte als besonders fragwürdig eingestuft werden. Drei Beispiele stehen dabei exemplarisch für eine breitere Förderpolitik:
- Die deutsche Botschaft in Skopje (Nordmazedonien) förderte ein Theaterstück über einen aidskranken Mann mit prophetischen Visionen – Fördersumme: 2.000 Euro.
- Feministische Entwicklungspolitik in Armenien, Kolumbien, Ruanda und Tunesien wird bis 2027 mit insgesamt 10 Millionen Euro unterstützt.
- Bis 2028 fließen weitere 20 Millionen Euro in die Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure für die „feministische Transformation” in Afrika.
Kritiker argumentieren, dass diese Projekte weder die Lebenssituation der Menschen in den Empfängerländern nachhaltig verbessern noch im deutschen Staatsinteresse liegen.
Genderentwicklungshilfe und die Sparpolitik im Inland
Der Kontrast zur Haushaltspolitik im Inland verschärft die Debatte. Während die Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz Leistungskürzungen bei der Krankenversicherung, beim Elterngeld und bei der Frühverrentung durchsetzt, fließen dreistellige Millionenbeträge in umstrittene Auslandsprojekte.
Besonders das Elterngeld steht im Fokus: Leistungen in einer Größenordnung von mehreren Hundert Millionen Euro sollen gestrichen werden – eine Summe, die sich nach Ansicht von Kritikern durchaus mit Einsparungen im Bereich der Auslandsentwicklungshilfe gegenrechnen ließe.
Das Argument lautet: Bevor Bürgern, die jahrzehntelang Steuern und Sozialabgaben geleistet haben, staatliche Leistungen gestrichen werden, sollten ideologisch motivierte Förderprojekte im Ausland auf den Prüfstand. Befürworter einer Reform des Entwicklungshilfeministeriums sehen sich durch die aktuellen Zahlen bestätigt.
Kritik am Entwicklungshilfeministerium
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung steht seit Jahren in der Kritik. Stimmen aus verschiedenen politischen Lagern fordern dessen Abschaffung oder grundlegende Neuausrichtung. Auch im Wahlprogramm der CDU war die Abschaffung des Ministeriums vorgesehen – eine Forderung, die in der Regierungspraxis bislang nicht umgesetzt wurde.
Grundsätzlich wird infrage gestellt, ob klassische Entwicklungshilfe – verstanden als bloßes Geldüberweisen – überhaupt ein wirksames Instrument ist. Alternativ wird eine stärker außenwirtschaftlich ausgerichtete Kooperationspolitik gefordert, insbesondere mit afrikanischen Ländern, die enormes wirtschaftliches Potenzial bieten. Investitionen in Handelsbeziehungen, Infrastruktur und lokale Wertschöpfung könnten nach Ansicht von Ökonomen nachhaltiger wirken als ideologisch gefärbte Förderprogramme.
Waldbrand in NRW und Berliner Volksbühne: Weitere Schlagzeilen des Tages
Parallel zur Haushaltsdebatte beschäftigt ein Waldbrand bei Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen die Öffentlichkeit. Rund 1.800 Menschen im Ort Gai mussten ihre Häuser verlassen, als das Feuer auf etwa 25 Hektar übergriff. Feuerwehrleute kämpften auch mit Löschhubschraubern gegen die Flammen – bislang ohne Verletzte.
Der Brand entfachte zugleich eine politische Debatte: Deutschland verfügt trotz seiner Stellung als viertgrößte Volkswirtschaft der Welt über keine einzigen Löschflugzeuge – eine Lücke, die als politische Entscheidung und nicht als technisches Versäumnis eingestuft wird.
Ebenfalls für Aufregung sorgte die Berliner Volksbühne: Ein geplanter Badetag, der ausschließlich Schwarzen offenstehen sollte, wurde nach öffentlichem Druck abgesagt. Als Begründung nannte das Theater Sicherheitsbedenken. Kritiker werteten das Konzept selbst als diskriminierend und wiesen auf die hohen Kosten der Veranstaltung hin – rund 300.000 Euro, davon über 200.000 Euro allein für Personal und Sicherheit.
Die Vorgänge rund um Entwicklungshilfe, Waldbrandschutz und Kulturförderung zeigen exemplarisch, wie staatliche Prioritätensetzung zunehmend zum Streitthema wird – und welche Fragen die kommenden Haushaltsdebatten prägen dürften.
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