Dieses Video wurde am 17.08.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Am Flughafen München ist es zu einem schwerwiegenden Zwischenfall gekommen: Eine Boeing 787 von Vietnam Airlines hob beim Start erst in allerletzter Sekunde ab – und rollte dabei über das Ende der Startbahn hinaus auf das angrenzende Gras. Experten sprechen von einer Beinahkatastrophe, die nur knapp verhindert werden konnte. Verletzt wurde niemand, doch der Vorfall wirft ernste Fragen über die Ursache des gefährlichen Startabbruchs auf.
Boeing 787 überschießt die Startbahn in München
Flug VN34 sollte am Samstag von München nach Ho-Chi-Minh-Stadt (Hue) abheben. Beim Start kam es jedoch zu massiven Problemen: Die Maschine beschleunigte über die gesamte Länge der Startbahn, ohne rechtzeitig abzuheben. Videos, die in sozialen Medien kursierten, zeigen deutlich, wie das Flugzeug erst jenseits der asphaltierten Piste in die Luft geht.
Besonders alarmierend: Reifenspuren auf dem Grünstreifen hinter der Startbahn belegen, dass das Fahrwerk das Gras berührte. Zudem schlug das Heck der Boeing beim Abheben auf dem Boden auf, was zu einer Beschädigung der Maschine führte.
Sicherheitslandung nach 90 Minuten über München
Angesichts der Beschädigungen entschieden sich die Piloten gegen eine Weiterführung des Fluges und leiteten eine Sicherheitslandung ein. Da das Flugzeug vollgetankt war, musste zunächst Treibstoff abgelassen werden, um das Landegewicht zu reduzieren. Die Boeing kreiste daraufhin rund 90 Minuten über dem Münchner Stadtgebiet.
Bei der anschließenden Landung platzten die Reifen auf der linken Fahrwerkseite – ein weiteres Indiz für die außergewöhnliche Belastung, der die Maschine beim Startvorgang ausgesetzt war. Amateuraufnahmen vom Flughafen dokumentieren den Moment deutlich sichtbar.
Mögliche Ursachen: Gewicht, Bremsen oder Pilotenfehler?
Über die genaue Ursache der Beinahkatastrophe herrscht noch keine Einigkeit. Experten diskutieren derzeit mehrere Szenarien:
- Falsch berechnetes Startgewicht: Wäre das Gewicht des Flugzeugs zu hoch angesetzt worden, hätte die Maschine zu wenig Schub für einen rechtzeitigen Abhebepunkt gehabt.
- Blockierte Bremse: Eine teilweise blockierte Bremse am Fahrwerk könnte die Beschleunigung erheblich verlangsamt haben.
- Versehentlicher Bremseinsatz: Es besteht die Möglichkeit, dass einer der Piloten beim Startlauf unbeabsichtigt die Bremse betätigt hat.
Welches Szenario tatsächlich zutrifft, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend beurteilen. Die Ermittlungen stehen noch am Anfang.
Flugdatenschreiber und Stimmrekorder werden ausgewertet
Die zuständigen Behörden haben die Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. Im Mittelpunkt stehen dabei die Auswertung des Flugdatenschreibers sowie der Stimmenrekorder aus dem Cockpit. Diese Aufzeichnungen sollen Aufschluss darüber geben, was in den entscheidenden Sekunden des Startvorgangs im Cockpit und an der Maschine selbst passiert ist.
Glücklicherweise wurde bei dem Zwischenfall keine der Personen an Bord verletzt. Dennoch dürfte der Vorfall die Diskussion um Sicherheitsstandards bei Großraumflugzeugen und die Überprüfung von Startberechnungen erneut befeuern. Das Ergebnis der offiziellen Untersuchung wird mit Spannung erwartet – sowohl von der Luftfahrtbranche als auch von Passagieren weltweit.
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