Drohnenerkennung: BER rüstet mit neuem System auf
Am Flughafen Berlin-Brandenburg ist ein neues System zur Drohnenerkennung in Betrieb gegangen. Weitere Flughäfen sollen folgen – so funktioniert das Warnsystem.
Dieses Video wurde am 30.09.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) ist ein neues System zur Drohnenerkennung in Betrieb genommen worden. Die Deutsche Flugsicherung setzt damit auf modernste Technologie, um unbemannte Flugobjekte im An- und Abflugbereich zuverlässig zu erfassen. Hintergrund sind wiederholte Störungen des Flugbetriebs durch Drohnen – allein in der ersten Jahreshälfte 2026 musste der Flugverkehr am BER deshalb sieben Mal unterbrochen werden.
Drohnenerkennung: Wie das neue System am BER funktioniert
Das neue Warnsystem der Deutschen Flugsicherung überwacht kontinuierlich den Luftraum rund um den Flughafen Berlin-Brandenburg. Sobald ein ferngesteuertes Flugobjekt in den An- oder Abflugbereich eindringt, schlägt das System automatisch an. Ziel ist es, die Lage möglichst schnell zu erfassen und entsprechend reagieren zu können.
Dabei unterscheidet das System zwischen zwei zentralen Szenarien: einerseits der bewussten Gefährdung des Flugbetriebs, andererseits unbeabsichtigten Störungen durch Hobbydrohnenpiloten, die sich über Verbotszonen nicht im Klaren sind. In beiden Fällen ermöglicht die neue Technologie eine deutlich schnellere Lagebeurteilung.
Ein entscheidender Vorteil: Der Flugverkehr kann nach einem Drohnenvorfall wesentlich rascher wieder freigegeben werden, da Behörden und Fluglotsen sofort auf verlässliche Detektionsdaten zugreifen können.
Sieben Betriebsunterbrechungen in nur einem halben Jahr
Die Häufigkeit der Vorfälle am BER macht den Handlungsbedarf deutlich. In der ersten Jahreshälfte 2026 kam es zu insgesamt sieben Unterbrechungen des Flugverkehrs wegen unerlaubt eingedrungener Drohnen – ein Wert, der die Notwendigkeit verlässlicher Erkennungssysteme unterstreicht.
Jede Betriebsunterbrechung hat erhebliche Konsequenzen:
- Starts und Landungen müssen für die Dauer des Vorfalls gestoppt werden
- Umleitungen und Verspätungen belasten Passagiere und Airlines
- Sicherheitsbehörden müssen aufwendig nach dem Verursacher suchen
- Der wirtschaftliche Schaden durch ausgefallene Slots kann erheblich sein
Mit dem neuen Detektionssystem soll die Zeit zwischen Erkennung und Wiederaufnahme des Betriebs deutlich verkürzt werden.
Verkehrsminister kündigt Ausbau auf weitere Flughäfen an
Verkehrsminister Billger hat angekündigt, dass noch im Jahr 2026 weitere deutsche Flughäfen mit vergleichbaren Warnsystemen ausgestattet werden sollen. Der BER dient dabei als Pilotprojekt, dessen Erfahrungen in die Planung der weiteren Standorte einfließen.
Die Initiative reiht sich in eine europaweite Debatte über den Schutz kritischer Infrastruktur vor Drohnenbedrohungen ein. Flughäfen gelten als besonders sensible Bereiche, da selbst kleine ferngesteuerte Flugobjekte im Kollisionsfall schwere Schäden an Triebwerken oder Cockpitscheiben verursachen können.
Die Deutsche Flugsicherung betont, dass die Detektion allein nicht ausreicht: Sie muss mit klaren Handlungsprotokollen für Polizei, Fluglotsen und Flughafenbetreiber verknüpft sein, um im Ernstfall effektiv zu greifen.
Ausblick: Flughafensicherheit im Drohnenzeitalter
Die Inbetriebnahme am BER markiert einen wichtigen Schritt in Richtung eines flächendeckenden Schutzsystems für den deutschen Luftraum. Experten gehen davon aus, dass die Zahl registrierter Drohnenvorfälle an Flughäfen in den kommenden Jahren weiter steigen wird – parallel zur wachsenden Verbreitung kommerzieller und privater Drohnen.
Entscheidend wird sein, ob die technischen Systeme mit der rasanten Entwicklung in der Drohnentechnologie Schritt halten können und ob rechtliche Rahmenbedingungen – etwa schärfere Sanktionen für Verstöße gegen Flugverbotszonen – ebenfalls angepasst werden. Die Bundesregierung steht dabei unter Druck, schnell zu handeln, bevor ein schwerer Zwischenfall die Debatte erzwingt.
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