Bauernverband: Dürre und Kosten bedrohen Höfe

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Dieses Video wurde am 18.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die deutsche Landwirtschaft steckt in einer tiefen Krise. Ein heißer, trockener Sommer hat die Ernte 2026 deutlich unter den Durchschnitt gedrückt, während Energiekosten, Dieselpreise und Düngemittel seit Jahren steigen. Joachim Ruk, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, spricht von einer „toxischen Situation”: Die Liquidität vieler Betriebe sei nicht mehr gegeben, und die bevorstehende Herbstaussaat könne kaum noch vorfinanziert werden. Die Dürre trifft die Landwirtschaft damit in einem ohnehin angespannten Moment.

Unterdurchschnittliche Ernte mit deutlichem Nord-Süd-Gefälle

Besonders hart trifft die Missernte den Weizenanbau und den Rapsanbau, die beide enttäuschende Ergebnisse liefern. Auch bei späteren Kulturen zeichnet sich ein trübes Bild ab: Silomais, Körnermais, Zuckerrüben, Sojabohnen, Gemüse und Kartoffeln werden voraussichtlich ebenfalls unter dem langjährigen Mittel bleiben.

Auffällig ist dabei ein ausgeprägtes regionales Ungleichgewicht. Im Süden Deutschlands fiel die Ernte deutlich schlechter aus als im Norden. Das verschärft die wirtschaftliche Lage für Betriebe in Bayern und Baden-Württemberg zusätzlich, die ohnehin mit strukturellen Kostennachteilen kämpfen.

Insgesamt leiden die Betriebe laut Bauernverband seit drei Jahren unter einem doppelten Druck:

  • Anhaltend niedrige Erzeugerpreise auf den internationalen Märkten
  • Stark gestiegene Kosten für Energie, Diesel und Düngemittel
  • Zunehmende Wettbewerbsnachteile gegenüber EU-Nachbarländern wie Polen, Frankreich und Spanien

Weltmarktpreise verhindern automatische Preissteigerungen

Eine geringere Erntemenge führt in der klassischen Marktlogik zu höheren Preisen – doch bei landwirtschaftlichen Grundnahrungsmitteln greift dieses Prinzip in Deutschland kaum. Der Grund: Weizen- und Maispreise werden nicht national, sondern an internationalen Börsen festgelegt – Weizen etwa in Paris, Mais ebenfalls auf dem Weltmarkt.

Da Russland in diesem Jahr erneut eine gute Weizenernte eingefahren hat, bleibt der Weltmarktpreis unter Druck. Auch wenn Deutschland weniger produziert, verhindern verfügbare Importmengen einen signifikanten Preisanstieg bei Grundnahrungsmitteln wie Mehl, Brot oder Brötchen. Der Maispreis ist zwar leicht gestiegen, aber von einem echten Preisschub sind Verbraucherinnen und Verbraucher vorerst kaum betroffen.

Anders verhält es sich bei Gemüse: Hier können regionale Engpässe tatsächlich zu höheren Verbraucherpreisen führen, sofern keine ausreichenden Importe verfügbar sind.

Bauernverband fordert sofortige staatliche Hilfen

Angesichts der angespannten Liquiditätslage drängt der Deutsche Bauernverband auf ein rasches Maßnahmenpaket der Bundesregierung. Konkret werden folgende Schritte gefordert:

  • Aufstockung der EU-Düngemittelhilfe von 60 auf 180 Millionen Euro für Deutschland, ausgezahlt über die Berufsgenossenschaft im September
  • Steuersenkung beim Agrardiesel bis mindestens Ende November – Polen hat eine vergleichbare Maßnahme bereits umgesetzt
  • Auszahlung von 80 Prozent der EU-Direktzahlungen bereits im Oktober, die restlichen 20 Prozent spätestens im Dezember

Parallel dazu verzeichnet die Landwirtschaftliche Rentenbank eine stark gestiegene Nachfrage nach Liquiditätsdarlehen. Viele Betriebe sehen in Krediten die letzte Möglichkeit, die Herbstaussaat zu finanzieren.

Strukturwandel könnte sich beschleunigen – neue Proteste nicht ausgeschlossen

Normalerweise geben jährlich rund 1,5 bis 2 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe auf – ein kontinuierlicher, aber verkraftbarer Strukturwandel. Doch der Bauernverband befürchtet, dass sich dieser Prozess durch die aktuelle Krise erheblich beschleunigen könnte. Betriebe ohne ausreichende Liquiditätsreserven könnten schlicht gezwungen sein, aufzugeben.

Ruk stellt die Ernährungssicherung dabei explizit auf eine Stufe mit der Verteidigungsfähigkeit: In einer global fragilen Zeit müsse die Versorgungssicherheit politisch prioritär behandelt werden. Die schwarz-rote Bundesregierung unter der Union-SPD-Koalition steht damit unter Druck – auch wenn bislang noch keine Traktoren Richtung Berlin rollen.

Sollte die Politik nicht reagieren, dürften die Erinnerungen an die massiven Bauernproteste der Ampel-Ära schnell wieder lebendig werden. Die Stimmung in den Betrieben ist nach Angaben des Verbandspräsidenten bereits jetzt sehr schlecht. Der Bauernverband erwartet von der Bundesregierung ein klares Signal – und zwar rasch.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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