Friday, 18. September 2026
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Kanada und EU: Neue Allianz gegen Trump

Kanadas Premier wirbt im EU-Parlament für eine assoziierte Mitgliedschaft. Trump wertet die Annäherung als Provokation und droht mit harten Zöllen.

Redaktion · 17. September 2026, 22:45 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 17.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Kanada-EU-Allianz nimmt konkrete Formen an: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat vorgeschlagen, Kanada als erstes assoziiertes Mitglied der Europäischen Union aufzunehmen. Kanadas Premierminister Mark Carney unterstützt diesen historischen Vorstoß und warb persönlich vor dem Europäischen Parlament in Straßburg für eine deutlich engere Zusammenarbeit — bei Rohstoffen, Verteidigung, Energie und Künstlicher Intelligenz. US-Präsident Donald Trump reagierte mit scharfer Kritik und Drohungen. Der transatlantische Zoff erreicht damit eine neue Eskalationsstufe.

Carneys Kurs: Weg von den USA, hin zu Europa

Kanadas Premierminister hat ein klares strategisches Ziel: sein Land schrittweise aus der wirtschaftlichen Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten zu lösen. Seit Trumps erneuter Amtsübernahme und der einsetzenden Zollpolitik gegenüber Ottawa sucht Carney aktiv nach Alternativen.

Sein Credo in Straßburg war unmissverständlich: „Kanada und Europa sind beide stark. Kanada und Europa zusammen sind noch stärker.” Damit positioniert er sich als Architekt einer neuen transatlantischen Partnerschaft, die über das bestehende Handelsabkommen CETA weit hinausgehen soll.

In Kanada stößt das Projekt auf breite Zustimmung in der Bevölkerung. Rund 80 Prozent der Kanadier befürworten eine engere Zusammenarbeit mit der EU. Allerdings sinkt die Zustimmung deutlich, wenn es konkret um eine EU-Mitgliedschaft geht — dann sprechen sich nur noch 49 Prozent dafür aus. Die genaue Ausgestaltung der Assoziation bleibt damit ein offenes politisches Projekt.

Was eine assoziierte EU-Mitgliedschaft bedeuten könnte

Das Konzept der assoziierten Mitgliedschaft ist bislang ohne Präzedenzfall in der EU-Geschichte. Diskutiert werden unter anderem folgende Kooperationsfelder:

  • Gemeinsame Rohstoffstrategie und Versorgungssicherheit
  • Engere Zusammenarbeit in der Verteidigungspolitik
  • Ausbau von Unterseekabeln und Energieinfrastruktur
  • Vertiefter Handel und Investitionsschutz
  • Kooperation im Bereich Künstliche Intelligenz und Technologie

Aus wirtschaftlicher Perspektive ist der Handel zwischen der EU und Kanada bislang allerdings überschaubar. Für die deutsche Wirtschaft etwa ist Kanada zwar ein relevanter Markt, jedoch deutlich weniger bedeutsam als andere EU-Staaten oder die USA. In den vergangenen Jahren ist das Handelsvolumen zwar leicht gestiegen, der Anteil bleibt jedoch gering. Experten sprechen von einem „zarten Pflänzchen” mit Wachstumspotenzial.

Trumps Reaktion: Zolldrohungen und Provokationsvorwürfe

Im Weißen Haus schrillen die Alarmglocken. Trump bezeichnete den Vorstoß öffentlich als „lächerlich” und wertete ihn als direkte Provokation. Seine Drohung richtete sich gleichzeitig an Ottawa und Brüssel: „Wenn ich es als feindseligen Akt betrachte, werde ich sehr harte Zölle verhängen oder den Handel mit Europa in vielen Bereichen einstellen.”

US-Korrespondenten weisen jedoch darauf hin, dass diese Aussage noch viel Interpretationsspielraum lässt. Was genau Trump als „feindseligen Akt” definiert, bleibt unklar. Konkrete Pläne wie gemeinsame Unterseepipelines oder intensivierter Handel müssten erst mit Inhalt gefüllt werden, bevor Washington reagiert.

Darüber hinaus hält Trump an seiner Fantasie fest, Kanada als 51. Bundesstaat in die USA einzugliedern. Er bezeichnet Carney mitunter als „Governor” — eine symbolische Herabstufung, die in Ottawa als Affront wahrgenommen wird. Militärische Optionen, wie sie vereinzelt im Zusammenhang mit Grönland spekuliert wurden, gelten Beobachtern jedoch als ausgeschlossen.

Geopolitische Dimension: Kanada und Europa näher als gedacht

Eine geografische Besonderheit unterstreicht die symbolische Tiefe der neuen Partnerschaft: Kanada und die EU teilen tatsächlich eine gemeinsame Landgrenze. Die geteilte Verwaltung von Hans Island — einem kleinen Eiland westlich von Grönland, das Kanada und dem EU-Mitglied Dänemark gemeinsam gehört — verbindet beide Seiten auch territorial.

Der politische Stein ist ins Rollen geraten. Ob die EU institutionell und politisch bereit ist, das Modell der assoziierten Mitgliedschaft tatsächlich umzusetzen, wird die entscheidende Frage der kommenden Monate sein. Sicher ist: Das transatlantische Gefüge verschiebt sich — und Washington beobachtet diese Entwicklung mit wachsender Unruhe.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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