Berlin-Wahl: CDU-Kandidat Evers stellt Plan vor
Zur Berlin-Wahl setzt CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers auf Sicherheit, Wohnungsneubau und Bildung – und warnt scharf vor einer Regierung unter Führung der Linken.
Dieses Video wurde am 18.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Wenige Tage vor der Berlin-Wahl liegt die Linkspartei in Umfragen knapp vor der CDU – ein enger Wettstreit, der nach Einschätzung von Stefan Evers jede einzelne Stimme zählen lässt. Der CDU-Spitzenkandidat und amtierende Finanzsenator der Hauptstadt macht im Interview deutlich, wofür er steht: mehr Sicherheit, massiver Wohnungsneubau und konsequente Bildungspolitik. Gleichzeitig greift er die Linkspartei scharf an und warnt vor einer radikal geführten Landesregierung. Das Abgeordnetenhaus-Rennen gilt als eine der spannendsten Richtungswahlen, die Berlin seit Jahren erlebt hat.
Kopf-an-Kopf-Rennen: CDU und Linke trennen Prozentpunkte
In den jüngsten Umfragen zur Abgeordnetenhauswahl liegt die Linkspartei rund zwei Prozentpunkte vor der CDU. Evers gibt sich dennoch kämpferisch: Als er in den Wahlkampf gestartet sei, habe die CDU auf Platz vier gelegen – inzwischen sei das Rennen so eng, dass es sich gefühlt stündlich verändere.
Für Evers ist die Wahl mehr als ein normaler Urnengang. Er bezeichnet sie ausdrücklich als Richtungswahl und Haltungswahl, die über die Zukunft der Hauptstadt entscheide. Nur zwei realistische Koalitionsoptionen zeichnen sich ab – eine unionsgeführte Koalition mit Grünen und SPD oder ein rot-grün-rotes Bündnis unter Einschluss der Linken.
Sicherheit als Kernthema: Polizei stärken statt schwächen
Evers sieht in der inneren Sicherheit das zentrale Trennmerkmal zwischen CDU und Linkspartei. Die Linke fordere auf Plakaten sogar „Defund and abolish the police” – für ihn ein klares Warnsignal. Er hingegen verweist auf das seiner Aussage nach härteste Polizeigesetz in Deutschland, das der Berliner Senat in den vergangenen Jahren verabschiedet habe.
Konkrete Maßnahmen, die Evers weiter ausbauen will, sind:
- KI-gestützte Videoüberwachung im öffentlichen Raum
- Mehr Polizeipräsenz auf der Straße durch Abbau von Bürokratie
- Konsequente Vermögensabschöpfung bei kriminellen Clans
- Stärkung der Staatsanwaltschaften zur Einziehung von Luxusgütern und Konten
- Beibehaltung des Berliner Verfassungsschutzes – gegen Abschaffungspläne der Linken
Die Zahl der Straftaten sei auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gesunken, räumt Evers ein – das Ziel aber noch nicht erreicht.
Wohnungsnot: Neubau statt Enteignung
Das teuerste und drängendste Alltagsproblem vieler Berliner bleibt die Wohnungsnot. Evers setzt hier auf einen anderen Weg als die Linkspartei, die Massenenteignungen von Wohnungsunternehmen propagiert. Sein Argument: Kein einziger neuer Wohnraum entstehe durch Enteignungen – im Gegenteil werde das Problem noch verschärft.
Die CDU-Lösung sei massiver Wohnungsneubau auf landeseigenen Flächen, darunter Areale am Rand des Tempelhofer Feldes. Innerhalb von fünf Jahren soll das Wohnungsknappheitsproblem auf diesem Weg gelöst werden – kostengünstig und für alle Einkommensgruppen erschwinglich. Evers betont, er verspreche nur das, was er auch halten könne.
Zusammenhalt und Kooperation: Evers’ Berliner Vision
Berlin ist politisch tief gespalten: Innerhalb des S-Bahnrings dominieren Linke und Grüne, in Spandau und Reinickendorf ist die CDU stark, in Marzahn-Hellersdorf und anderen östlichen Bezirken liegt die AfD vorne. Evers will dennoch für alle 190 Nationen in der Stadt Politik machen.
Als Beleg für seinen kooperativen Politikstil nennt er den kurz vor der Wahl unterzeichneten Hauptstadtfinanzierungsvertrag mit dem Bund – über eine Milliarde Euro fließen zusätzlich nach Berlin, ein Großteil davon in die Sicherheit. Zudem wurden mehr Langstreckenflüge am Berliner Flughafen BER genehmigt. Beides sei nur durch enge Zusammenarbeit mit der Bundesregierung möglich geworden.
Auch bei Bildung sieht Evers Fortschritte: Berlin habe sich im Ländervergleich deutlich verbessert. Den Weg nach oben will er fortsetzen – bis an die Spitze des Bildungsrankings. Gesellschaftlicher Zusammenhalt, bezahlbares Wohnen und sichere Straßen: Das ist laut Evers das Fundament, auf dem eine lebenswerte Hauptstadt aufgebaut werden muss. Wie tragfähig dieses Fundament ist, wird der Wahlsonntag zeigen.
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