Friday, 18. September 2026
Hebeltrader

Börsenprofi im Interview: So agiert man jetzt

Zinswende, Inflation, Ölpreis: Börsenexperte Rudolf Wittmer erklärt, welche Anlagestrategie im aktuellen Seitwärtsmarkt wirklich funktioniert.

Redaktion · 18. September 2026, 10:05 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 18.09.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Steigende Zinsen, hartnäckige Inflation und ein kletternder Ölpreis – die aktuelle Börsenlage verunsichert viele Anleger. Rudolf Wittmer, Redakteur beim Aktionär und Experte für Handelsstrategien sowie Co-Autor des börsentäglichen Dienstes Hebeltrader, gibt klare Orientierung: Wer in einem Seitwärtsmarkt die richtige Anlagestrategie verfolgt, findet auch jetzt täglich neue Chancen – und muss keineswegs abwarten.

Seitwärtsmarkt: Kein Grund zur Panik, aber zur Disziplin

Der Blick auf die großen Indizes verrät viel über die aktuelle Marktphase. Sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq 100 tendieren seit Mai seitwärts. Zwischenzeitlich erreichten beide zwar neue Allzeithochs, doch zuletzt dominierte eine flache Abwärtstendenz – nach zuvor starken Kursgewinnen seit Anfang des Vorjahres ein spürbarer Stimmungswechsel.

Wittmer sieht darin keinen Grund zur Überreaktion. Entscheidend sei, die eigene Investitionsquote an die Marktlage anzupassen, statt vollständig aus dem Markt auszusteigen. Wer auf einen möglichen stärkeren Rückschlag vorbereitet sein will, kann das Depot über Optionen oder andere Instrumente absichern.

Abwarten sei hingegen selten die richtige Entscheidung: Schleicht sich der Markt auch nur um ein Prozent pro Monat nach oben, steht er irgendwann 20 Prozent höher – und der Wiedereinstieg wird mental immer schwieriger.

Makrofaktoren und Bewertung: Wo steht der Markt wirklich?

Inflation, Ölpreis und Zinsen sollten Anleger im Blick behalten – doch an der Börse zählt letztlich die Situation der einzelnen Unternehmen. Hier zeigt sich eine bemerkenswerte Konstellation: Die steigenden Unternehmensgewinne, befeuert durch Produktivitätsfortschritte dank KI, überkompensieren derzeit den inflationären Druck.

Ein konkretes Beispiel: Für 2027 werden die Gewinne der S&P-500-Unternehmen auf rund 420 Dollar je Indexpunkt prognostiziert. Bei einem damaligen Indexstand von etwa 8.400 ergäbe sich ein KGV von 20 – historisch gesehen die Normalität. Aktuell liegt der Index rund zehn Prozent darunter, was sogar leichtes Aufwärtspotenzial signalisiert.

Ein größerer Rückschlag drohe erst dann, wenn die Produktivitätsgewinne die Inflation nicht mehr ausgleichen können. Das gelte es laufend zu beobachten.

Relative Stärke und technische Analyse: So wählt der Profi Aktien aus

Wittmers Auswahlprozess folgt einem klaren Top-down-Ansatz: von den großen Indizes über Sektoren bis zu Einzeltiteln. Kern der Methode ist die Berechnung relativer Stärken – welche Sektoren entwickeln sich besser als der Gesamtmarkt, und welche Einzeltitel stechen innerhalb dieser Sektoren hervor?

Für einen Kauf müssen mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein:

  • Die Aktie notiert oberhalb der 200-Tage-Linie
  • Es besteht ein kurzfristiges Aufwärtsmomentum
  • Die implizite Volatilität der Optionen ist nicht übermäßig hoch
  • Die fundamentale Analystenmeinung ist zumindest neutral bis positiv
  • Der Sektor zeigt eine hohe relative Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt

Niemals kauft Wittmer eine Aktie allein deshalb, weil sie stark gefallen ist – das gleiche einem Griff ins fallende Messer.

Saisonalität, Depotstruktur und Hebelprodukte: Die wichtigsten Regeln

Statistisch gilt der Zeitraum von Anfang Oktober bis Anfang Januar als stärkste Börsenphase für US-Aktien. Doch Saisonalität allein taugt nie als Entscheidungsgrundlage – die Kurseinbrüche von 1929 und 1987 sowie das schwache vierte Quartal 2018 fielen genau in diese Phase.

Als robuste Depotstruktur empfiehlt Wittmer eine Aufteilung von rund 60 % Aktien, 20 % Gold und Rohstoffe, 10 % Anleihen sowie einen Cashanteil. Hebelprodukte wie Optionsscheine gehören an die Spitze dieser Pyramide – für erfahrene, risikoaffine Anleger mit gut strukturiertem Portfolio maximal 10 bis 20 Prozent.

Die wichtigste Einzelregel lautet: Mit einer einzelnen Position nie mehr als 1 % des Gesamtkapitals riskieren. Wer seine Handelsregeln schriftlich festhält und konsequent befolgt, vermeidet den häufigsten Fehler – übermäßige Angst, die oft aus einer zu hohen Investitionsquote resultiert.

Die aktuelle Übergangsphase bietet sowohl für Hightech- und Halbleiteraktien als auch für defensive Branchen wie Gesundheit, Basiskonsumgüter und Energietitel Chancen – je nachdem, wohin sich das Makroumfeld entwickelt. Entscheidend bleibt, technische Kaufsignale abzuwarten und das Risiko konsequent zu steuern.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (DER AKTIONÄR TV). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

RE

Redaktion

Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Schnell, klar und rund um die Uhr aktualisiert.

Kommentar schreiben

Mehr aus Wirtschaft & Finanzen

Alle Beiträge →