Friday, 18. September 2026
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Ölmarkt: UN-Generalversammlung als Hoffnungsträger

Kann die UN-Generalversammlung den Ölmarkt beruhigen? Börsenstratege Koch analysiert Chancen, Risiken durch Hutis und den Einfluss von KI-Aktien auf den Markt.

Redaktion · 18. September 2026, 17:40 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 18.09.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Finanzmärkte steuern auf eine ereignisreiche Woche zu. Im Zentrum steht die UN-Generalversammlung vom 22. bis 28. September in New York, die nach Einschätzung von US-Börsenexperte Robert Koch eine echte Chance bietet, den angespannten Ölmarkt zu entlasten. Gleichzeitig belasten saisonale Faktoren, geopolitische Risiken und die Debatte um Künstliche Intelligenz das Marktumfeld – ein komplexes Geflecht, das Anlegern einiges abverlangt.

UN-Generalversammlung könnte Ölpreise dämpfen

Die wichtigste geopolitische Hoffnung der kommenden Woche knüpft sich an die UN-Generalversammlung in New York. Laut Berichten der Associated Press haben leitende Regierungsvertreter des Iran Visa erhalten, um an der Konferenz teilzunehmen. Auch Vertreter der Golfstaaten sowie Donald Trump werden erwartet – ein potenzieller Rahmen für diplomatische Kontakte.

Auch ohne einen umfassenden Deal könnte bereits ein erkennbares Entgegenkommen die Ölpreise spürbar senken. Die Stimmung hat sich zuletzt etwas entspannt: Saudi-Arabien gab bekannt, dass die nach Huthi-Angriffen beschädigte Ost-West-Pipeline bereits in wenigen Tagen zur Hälfte wieder in Betrieb gehen könnte. Zudem soll Peking Druck auf den Iran ausgeübt haben, die Huthi-Miliz von weiteren Angriffen auf Saudi-Arabien abzuhalten. Auch Pakistan hat signalisiert, Saudi-Arabien notfalls militärisch zu unterstützen – ein deutliches Signal an Teheran.

Der Zusammenhang zwischen Ölpreis und Kapitalmarkt ist dabei direkt: Sinken die Ölpreise, fallen erfahrungsgemäß auch die Renditen langlaufender Staatsanleihen – und das stützt die Aktienmärkte.

Saisonale Schwäche im September – aber Erholung in Sicht

Trotz eines insgesamt glimpflich verlaufenen Börsenseptember mahnt Koch zur Vorsicht. Die zweite Septemberhälfte gilt saisonal als schwache Phase, besonders in Zwischenwahljahren – ein Muster, das auch Citadel Securities jüngst hervorgehoben hat.

Hinzu kommt die sogenannte Blackout-Periode vor der Berichtssaison: Unternehmen dürfen in diesem Zeitfenster keine eigenen Aktien zurückkaufen, was einen wichtigen Nachfragetreiber vorübergehend ausfallen lässt. Die relevantesten Faktoren im Überblick:

  • Aktienrückkäufe pausieren kurz vor Beginn der Berichtssaison
  • Privatanleger, Pensionskassen und Mutual Funds werden erst ab Oktober wieder aktiver
  • Saisonal verbessert sich das Umfeld ab Oktober deutlich
  • Kursrücksetzer im September könnten sich als Einstiegsgelegenheiten erweisen

Sowohl die US-Notenbank Fed als auch die Bank of Japan haben in dieser Woche die Zinsen angehoben. Trotz der japanischen Zinserhöhung steht der Yen unter Abgabedruck – ein Zeichen für die nach wie vor komplizierte geldpolitische Lage.

KI-Debatte: Zwischen Euphorie und Kontrollverlust

Neben Geopolitik und Saisonalität bleibt Künstliche Intelligenz das beherrschende Thema. KI-Infrastrukturwerte haben in dieser Woche erneut deutlich zugelegt – der Markt sieht bislang keine Anzeichen für nachlassendes Wachstum.

Gleichzeitig häufen sich Warnzeichen: Geoffrey Hinton, als „Gottvater der KI” bekannt, warnte den US-Kongress, dass noch maximal ein Jahr bleibe, um die Technologie zu regulieren, bevor die Kontrolle darüber verloren gehe. Befeuert wird diese Debatte durch einen Bericht der Financial Times, wonach OpenAI-Systeme erfolgreich durch Anthropics Modell Claude gehackt wurden.

Besonders aufsehenerregend: Anthropic gab bekannt, dass inzwischen über 25 Prozent der Forschung und Weiterentwicklung von Claude eigenständig durch das KI-System selbst vorangetrieben wird – vor wenigen Monaten lag dieser Anteil noch bei null. Das Stichwort RSI (Recursive Self-Improvement) rückt damit erstmals greifbar in den Vordergrund. In der kommenden Woche steht die Meta Connect Konferenz mit Mark Zuckerberg im Mittelpunkt – Barclays bezeichnete den Termin als einen der bedeutendsten KI-Launch-Events seit der Vorstellung von ChatGPT.

Einzelwerte: Boeing, Apple, Netflix und Nike im Fokus

Auf Unternehmensebene bietet die Woche ebenfalls Gesprächsstoff. Bei Boeing mahnte der Vorstand auf einer Morgan-Stanley-Konferenz, die Ausweitung der 737-Produktion verlaufe holpriger als erwartet. Lieferengpässe bei Flügeln belasten die Aktie. Zusätzlich läuft am 6. Oktober der Tarifvertrag mit der Ingenieurgewerkschaft aus – ein Streik ist nicht ausgeschlossen. Die Bank of America hält dennoch an einer Kaufempfehlung mit Kursziel 270 US-Dollar fest.

Apple erhält Rückenwind: Evercore hat das Kursziel auf 380 US-Dollar angehoben, nachdem eine Umfrage unter rund 4.000 Konsumenten eine überdurchschnittlich hohe Kaufabsicht für die neuen iPhone-18-Pro-Modelle ergab. Netflix hingegen verliert rund fünf Prozent, nachdem Wells Fargo die Aktie auf „Verkaufen” herabgestuft und das Kursziel auf 57 US-Dollar gesenkt hat – das Nutzerengagement und das Volumen neuer Originalinhalte enttäuschen. Und Nike verliert mit Kylian Mbappé einen prominenten Markenbotschafter an On Holding, während der Rausschmiss aus dem Dow Jones zunehmend als realistisches Szenario gilt.

Die kommende Woche dürfte damit richtungsweisend werden – für den Ölmarkt, die KI-Branche und einzelne Schwergewichte an der Wall Street. Anleger tun gut daran, kurzfristige Schwäche nüchtern zu bewerten und den Blick auf Oktober zu richten, wenn sich das saisonale Bild traditionell aufhellt.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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