Wednesday, 23. September 2026
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Rentenreform in Gefahr: Koalition knickt ein

Die Rentenreform droht zu scheitern: Die Koalition scheut die „Rente mit 63" anzutasten – obwohl ein Drittel des Bundeshaushalts in die Rente fließt.

Redaktion · 23. September 2026, 10:45 Uhr · 4 Min. Lesezeit

Dieses Video wurde am 23.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Rentenreform gilt als eine der drängendsten politischen Aufgaben in Deutschland – doch sie droht schon vor ihrer Umsetzung zu scheitern. 145 Milliarden Euro fließen jährlich aus dem Bundeshaushalt in die gesetzliche Rente, das entspricht fast einem Drittel des Gesamtetats von rund 500 Milliarden Euro. Trotz dieses enormen Drucks auf die Staatsfinanzen scheut die Koalition offenbar den entscheidenden Schritt: Die politisch heikle Abschaffung der Rente mit 63 steht auf der Kippe.

Koalition weicht der Rente mit 63 aus

Medienberichten zufolge wird die sogenannte Rente mit 63 – also die Möglichkeit, nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in Rente zu gehen – aus dem Reformpaket herausgehalten. Die Begründung: Die Wählerinnen und Wähler in mehreren Bundesländern hätten bei jüngsten Abstimmungen deutlich gemacht, dass sie diese Regelung behalten wollen. Politisch lasse sich eine Streichung nicht vermitteln.

Das hat jedoch einen erheblichen finanziellen Preis. Experten schätzen, dass das Festhalten an der Regelung den Staat weitere Milliarden kosten wird – Geld, das im ohnehin angespannten Bundeshaushalt fehlt.

Für wen wurde die Rente mit 63 eigentlich eingeführt?

Ursprünglich sollte die Rente mit 63 eine eng begrenzte Gruppe schützen: Beschäftigte in körperlich anspruchsvollen Berufen wie dem Dachdeckerhandwerk, die nach Jahrzehnten harter Arbeit schlicht nicht mehr in der Lage sind, bis zum regulären Rentenalter weiterzumachen. Die Idee war sozial begründet und zielgenau gedacht.

Die Realität sieht heute anders aus:

  • Rund ein Drittel aller Rentnerinnen und Rentner nutzt die Regelung.
  • Unter den Nutzern befinden sich überwiegend Büroangestellte und Beschäftigte in körperlich weniger belastenden Berufen.
  • Die ursprünglich zielgruppenspezifische Maßnahme wurde faktisch zur Frühverrentung für breite Bevölkerungsschichten.
  • Der finanzielle Aufwand übersteigt die ursprüngliche Kalkulation bei weitem.

Das Instrument wurde mit der Gießkanne ausgeschüttet, statt gezielt eingesetzt zu werden – ein klassisches Beispiel dafür, wie sozialpolitisch gut gemeinte Maßnahmen durch mangelnde Zielgenauigkeit teuer und kontraproduktiv werden.

Was eine echte Rentenreform leisten müsste

Eine konsequente Reform würde nicht bedeuten, Rentnern etwas wegzunehmen. Wer körperlich nicht mehr arbeitsfähig ist, soll weiterhin abschlagsfrei früher in Rente gehen können – daran besteht kein Zweifel. Aber wer arbeitsfähig ist, soll die volle Lebensarbeitszeit bis zum gesetzlichen Rentenalter von 65 oder 67 Jahren erbringen – und dafür am Ende sogar eine höhere Rente erhalten.

Was fehlt, ist politische Führungsstärke: Die Bundesregierung müsste klar kommunizieren, wohin der Weg führt, welche Ziele verfolgt werden und wie die Bevölkerung dabei mitgenommen wird. Ohne eine solche strategische Ansage verpuffen Reformversuche im Klein-Klein des Koalitionsalltags.

Regulierungsdebatte und Blick auf Brüssel

Die innenpolitische Reformschwäche steht nicht allein. Auch auf europäischer Ebene zeigt sich, wie gut gemeinte Regeln zu absurden Ergebnissen führen können. Ein aktuelles Beispiel: Deutschland hat mit den Vereinigten Arabischen Emiraten einen milliardenschweren Deal über die Lieferung von grünem Wasserstoff als Ammoniak geschlossen. Ein entsprechendes Terminal in Hamburg sollte die Infrastruktur sichern.

Doch die EU-Kommission stellt sich quer: Da auf der Lieferanlage in den Emiraten auf einem separaten Teil auch grauer Wasserstoff – also aus fossilen Quellen – produziert wird, soll Deutschland CO₂-Abgaben auf die gesamte Anlage entrichten – obwohl nur der grüne Anteil importiert wird. Das Prinzip der Gesamtverantwortung für eine Anlage droht den Deal zu torpedieren und würde ausgerechnet die grüne Energiewende ausbremsen.

13 europäische Regierungschefs haben bereits ein einjähriges Moratorium für neue EU-Regulierungen gefordert. Doch das reicht nicht: Auch bestehende Regeln müssen auf ihre Praxistauglichkeit überprüft werden.

Ob bei der Rentenreform oder beim Wasserstoff-Deal – in beiden Fällen zeigt sich dasselbe Muster: Politischer Mut und strategische Klarheit fehlen dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Koalition den Reformstau auflösen kann oder ob weitere zentrale Vorhaben auf der Strecke bleiben.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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